Dr. H.-G. Maaßen im Interview: „Sozialismus arbeitet immer mit Ängsten oder Hoffnungen – aus meiner Sicht mit Erfolg“

Von 24. September 2020 Aktualisiert: 2. Oktober 2020 11:08
"Sozialismus und Kommunismus sind in erster Linie totalitäre Regime. Totalitär bedeutet: Die Menschen dürfen nicht partizipieren an der Politik. Die Freiheitsrechte werden dem Einzelnen zugeteilt, nach Gusto einer politisch selbsternannten Elite", so Dr. Hans-Georg Maaßen im Interview mit der Epoch Times.

Dr. Hans-Georg Maaßen, ehemaliger Chef des Verfassungsschutzes, Mitglied der CDU, hat vor und hinter den politischen Kulissen schon lange die Verhaltensweisen politischer Agitationen beobachtet. Die Epoch Times befragte ihn zu seinen persönlichen Schlussfolgerungen und Beobachtungen.

Unser Hauptthema: Wie nutzt der Kommunismus in den westlichen Gesellschaften die Harmlosigkeit und Hoffnungen von Menschen aus, um sich einzuschleichen?

„Der Sozialismus – oder der Kommunismus – hat verschiedene Formen. Man muss sich vergegenwärtigen, dass Sozialismus und Kommunismus in erster Linie totalitäre Regime sind. Totalitär bedeutet: Die Menschen dürfen nicht partizipieren an der Politik. Die Freiheitsrechte werden dem Einzelnen zugeteilt, nach Gusto einer politisch selbsternannten Elite“, beginnt der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes.

Getarnt und geheim: Ängste und Hoffnungen der Menschen manipulieren

Maaßen stellt fest, dass es sogar sehr schwer sei, „ein derartiges System gegen den Willen der Menschen zu errichten, weil die Menschen natürlich ihre Freiheit nicht verschenken wollen und auch nicht die Herrschaft einer Clique, einer Kaderpartei, übergeben wollen.“

Deswegen arbeitet der Sozialismus traditionell immer mit Ängsten oder mit Hoffnungen und operiert in den letzten Jahrzehnten aus meiner Sicht mit Erfolg, aber immer getarnt.“

In der Vergangenheit sei Kommunismus oder Sozialismus immer mit der sozialen Frage verbunden worden. Man sagte, dass man „den arbeitenden, den armen Menschen helfen“ wolle. Nach Meinung von Maaßen verfängt „dieses Thema nicht mehr, und es verfängt auch nicht mehr, mit offenem Visier als Sozialist in Erscheinung zu treten oder gar als Kommunist, weil ganz klar ist, was unter Kommunismus zu verstehen ist, nämlich Arbeitslager, Freiheitsentzug, ein offenes Gefängnis wie die DDR es war.“

Deswegen werde heute anders operiert. Es werden andere Themen genommen, weil die soziale Frage so nicht mehr zähle. „Man arbeitet dann mit den Themen Antikapitalismus, Antikolonialismus, Antiimperialismus, Antifaschismus und neuerdings – so neu ist es auch nicht, das kann man auch schon 1968 bei Sacharow nachlesen, in  ‚Wie ich mir die Zukunft vorstelle‘ – dem Ökologismus. Auch das Thema Klima hängt sehr eng damit zusammen“, stellt Maaßen fest.

Die Gesellschaft in Klassen einteilen

Ein weiteres Schlagwort fügt er noch hinzu, weil es so aktuell ist: den Antirassismus. „Und all diesen Themen ist gemeinsam, dass man damit bestimmte Gruppen in der Gesellschaft ansprechen kann. Das ist das alte Klassendenken, man muss die Gesellschaft aufteilen in Klassen und einer Klasse einfach einreden, ihr werdet ausgebeutet und unterdrückt. Oder dieser Klasse einreden, ihr müsst euch für die Ausgebeuteten und Unterdrückten einsetzen.“

Meine Position ist: Man muss all dem die Maske wieder herunterreißen. Man muss sagen, ihr seid Kommunisten, wir kennen eure Tricks und Spielereien. Das macht ihr ja schon seit 150 Jahren, und wir wollen nicht mehr dieses schmutzige Spiel weiterspielen.“

Ausführlich äußert sich Maaßen zur Spaltungstechnik und der Deutungshoheit, die sogenannte Antifaschisten gern an sich ziehen: „Die Antifaschisten sind Antifaschisten, und alle anderen sind naturgemäß Faschisten und er ist natürlich attraktiv, weil keiner in die Faschisten-Ecke gestellt werden will. Alle wollen in die Ecke zur Mehrheit, nämlich zu den Guten, zu den Antifaschisten gehören.“

Auch hier muss man diesen Sozialisten die Maske vom Gesicht reißen. Das ist Sozialismus. Das ist eine alte stalinistische Technik, die hier angewandt wird, politisch Andersdenkende, nämlich die Nicht-Antifaschisten, als Faschisten zu bezeichnen.“

Aus Sicht von Maaßen ist das sehr schlimm: „Dass dies hier in Deutschland nicht erkannt wird und dass so viele Menschen auch vernünftige Menschen mitmachen und so tun, als ob Antifaschismus Anti Faschismus bedeutet. Darum geht es gar nicht. Es geht letztendlich nur darum, dass man mit diesem Wort Andersdenkende, politisch Andersdenkende, und zwar Bürgerliche, auch Sozialdemokraten, alle, die nicht kommunistisch denken, stigmatisieren will, um sie dann auszugrenzen und zu neutralisieren. Das ist die alte sozialistische Technik.“

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Chinas verabreicht ein „süßes Gift“, um Macht über Europa zu gewinnen

Wenn man das Modell „Neue Seidenstraße“ betrachtet, dann ist ja schon der Begriff „Neue Seidenstraße“ ein einschmeichelnder Begriff für die Länder, die es betrifft. Ein Framing der besonderen Art. Das bestätigt auch Maaßen.

„Ich sehe, dass die Volksrepublik China oder besser die Kommunistische Partei Chinas überall versucht, mit manipulativen Techniken Punkte durchzubringen. Sie arbeiten bereits an dem einschmeichelnden Begriff ‚Neue Seidenstraße‘, der hat allerdings handfesten, hegemonial politischen Hintergrund. China will Europa meiner Wahrnehmung nach in den eignen Hegemonialbereich ziehen; auch durch Abhängigkeiten, die geschaffen werden, finanzielle Abhängigkeiten, wirtschaftspolitische Abhängigkeiten. Das macht mir mit Blick auf Deutschland sehr, sehr große Sorgen. […] Auf eine sukzessive leichte Art und Weise sind wir reingewachsen oder etwas krass gesagt, es ist ein süßes Gift, das verabreicht worden ist, indem wir nach China in großem Umfang Automobile verkauft haben, und noch verkaufen.“

Der nächste Schritt ist aus meiner Sicht 5G, wenn wir 5G mit Huawei machen sollten. Ich warne davor. Ich warne deshalb davor, weil wir damit in eine weitere Abhängigkeit, Erpressung und Abhängigkeit geraten können.“

Und noch ein weiterer Punkt gibt für Maaßen Anlass zur Sorge: „Wenn Deutschland heute nicht in der Lage ist, 5G selber zu machen, weil wir in den vergangenen Jahrzehnten eine falsche Wirtschaftspolitik betrieben haben – wir hätten viel mehr in diese Technik stecken sollen. Wenn Deutschland also heute nicht in der Lage ist, 5G zu machen, dann werden wir, wenn 6G kommt, sowas von technologisch abgehängt sein, dass wir wirklich an der chinesischen Nadel hängen und gar nicht anders können, als chinesische Produkte zu kaufen.“

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