Dramatische Abschiebung: Armenische Christin (18) aus Familie geholt und in Fremde geschickt – Polizeibrutalität im „Fall Ophelia“ vertuscht?

Von 3. Februar 2017 Aktualisiert: 3. Februar 2017 20:26
Während das deutsche Asylrecht und die Hilfsbereitschaft der Gesellschaft von nicht wenigen kriminellen und zumeist muslimischen Migranten schamlos ausgenutzt und verlacht werden, zeigt die Staatsgewalt harte Hand. Doch nicht gegenüber diesen Personen, sondern dort, wo Milde und Herz angesagt wären.

Der Fall der 18-jährigen in Deutschland geborenen und gut integrierten Ophelia aus Ludwigslust mag stellvertretend für viele solcher Fälle stehen. Das Mädchen wurde aus ihrer Familie gerissen und mittellos in die Fremde geschickt. Eine richtiger Abschied von ihrer zurückbleibenden Mutter und den jüngeren beiden Geschwistern wurden ihr nicht gewährt.

Integriert und abserviert

Ophelia wurde im 40 Kilometer entfernten Hagenow geboren. Die Familie musste nach Russland zurück, als Ophelia fünf Jahre alt war. 2013 kam die Familie wieder nach Deutschland, um Asyl zu beantragen. Im Gegensatz zu so manchem Verbrecher, der möglicherweise rechtmäßig in seiner Heimat verfolgt wird und dennoch gute Chancen hat, in Deutschland Asyl zu bekommen, wurde der Antrag der christlichen Familie vom BAMF abgelehnt.

Ophelia ist ein liebes und aufgeschlossenes Mädchen, sie war in unseren Klassenverband voll integriert. Wenn jemand in Deutschland integriert ist, die Sprache fast wie ein Muttersprachler spricht und eine berufliche Perspektive hat – wie kann man ihn dann allein in ein fremdes Land schicken?“

(Lukas Rosenzweig, Klassenkamerad)

Doch das alles ist Vergangenheit. Das Mädchen erhält die schriftliche Aufforderung, das Land zu verlassen, innerhalb von vier Wochen. Allein. Die Mutter, die jüngere Schwester und der kleine Bruder dürfen in Deutschland bleiben, mit Duldung, weil noch nicht alle Vorraussetzungen für eine Rückführung nach Armenien vorliegen.

Abgeholt …

„Sie möchte Hotelfachfrau werden“, erklärte Lukas. Er war es auch, der die Schilderungen des Mädchens von jenem Tag, als sie aus ihrer Familie geholt wurde, veröffentlichte. Seitdem telefoniert er täglich mit ihr, steht in Kontakt mit ihrer Mutter, berichtet die „Schweriner Volkszeitung“.

Vergangene Woche kamen sie, um die 18-Jährige zu holen, Mitarbeiter der Ausländerbehörde und in Begleitung der Polizei.

Mit dem 18. Geburtstag waren die Voraussetzungen für die Vollziehung der Rückführung erfüllt.“

(Christopher Pöschke, Leiter der Ausländerbehörde des Landkreises)

Die Schilderung des Mädchens, wie die Abschiebung am 24. Januar 2017 vonstatten ging, steht in krassen Gegensatz zum Polizeibericht von diesem Tag.

Der ehemalige Klassenkamerad und Freund der Familie postete auf Facebook folgende Geschichte, die wir an dieser Stelle vollumfänglich widergeben möchten:

Ein Hilferuf auf Facebook

(SIC):

„Ophelia ist eine sehr gute Freundin von uns, die am 24.01.2017 aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und nach Armenien abgeschoben wurde.

Einem Land, dessen Sprache sie nicht mächtig ist und wo sie kaum jemanden kennt. Da sie und ihre Schwester in Deutschland geboren wurden und hier auch eine Perspektive haben, ist es für uns noch viel unverständlicher, warum sie gehen musste. Ophelia war gerade dabei, ihre Mittlere Reife zu erreichen und war auf der Suche nach einer Lehrstelle.

Hier ist die grausame Geschichte ihrer Abschiebung:

Ich schlief noch, als es um neun Uhr morgens heftig an unserer Tür klopfte. Meine Mutter öffnete die Tür und erblickte Mitarbeiter der Ausländerbehörde Ludwigslust, Mecklenburg-Vorpommern, in Begleitung von drei Polizeibeamten vor unserer Tür, die sich sehr schnell Zutritt in unsere Wohung verschafften. Sie teilten uns sofort mit, dass ich alleine zurück nach Armenien müsse.

Meine Mutter konnte es nicht glauben, was da gerade geschah, und wehrte die Aussagen der Beamten wehement ab. Aus Angst und Verzweiflung flüchtete ich auf unseren Balkon und wollte mich hinunter stürzen. Meine Mutter folgte mir, griff nach meiner Hand und sprach auf mich ein. Sie verhinderte meinen Sprung aus der fünften Etage, der wahrscheinlich lebensbedrohlich gewesen wäre.

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Meine Mutter wollte meine Abschiebung mit aller Kraft verhindern. In ihrer Verzweiflung griff sie sich Medikamente aus verschiedenen Verpackungen und schluckte sie hinunter. Dabei zerbrach eine Flasche und fügte meiner Mutter Schnittverletzungen an den Händen zu. Auch ich erlitt Verletzungen an den Füßen durch herumliegende Scherben.

Zur selben Zeit ergriff mich einer der Polizeibeamten, drängte mich gegen die Wand und hielt mich dort mit fest. Ich schrie nach meiner Mutter und flehte ihn an, mich zu ihr zu lassen. Ich sagte ihm, dass es meiner Mutter nicht gut geht und dass ich zu ihr will. Doch er ließ nicht von mir ab und hielt mich weiterhin fest. Er setzte dabei so viel Kraft ein, dass mich bis heute noch meine Wange und meine Hand schmerzen.

Als sich die Situation beruhigte, durfte ich in mein Zimmer, um mich anzuziehen. Dabei sah ich, wie meine Mutter bereits zusammengekauert auf dem Boden lag. Ihr ging es sehr schlecht. Sie war im Schockzustand und ich machte mir so viele Sorgen um sie. Doch als sie mich sah, stand sie wieder auf.

Der Polizeibeamte, der mich noch kurz zuvor festhielt, ergriff meine Mutter, drückte sie zu Boden und knebelte sie dort. Er hatte ungefähr meine Größe, ca. 1,73 m. Geknebelt und auf dem Boden liegend fragte meine Mutter die Beamten der Ausländerbehörde, was das alles hier soll und warum man mich abschiebe. Als meine Mutter wieder auf den Beinen stand, wollte der Polizeibeamte sie gleich wieder niederringen und ich sagte ihm, er solle meine Mutter nicht erneut anfassen, da sie krank ist.

Die Polizisten sagten uns, dass wir selbst Schuld an all unseren Problemen seien und dass es besser für uns gewesen wäre, wenn ich Deutschland freiwillig verlässen hätte. Ich versuchte ihnen zu erklären, dass ich alleine, ohne irgendetwas in der Hand zu haben, nicht nach Armenien kann. Doch sie schienen kein Verständnis zu haben und gingen auf meine Erklärungsversuche nicht ein.

Unter Aufsicht einer Beamtin habe ich mich schnell angezogen und wir verließen die Wohnung. In der Zwischenzeit kam die Ambulanz bei uns an und meine Mutter wurde in den Krankenwagen gebracht. Mein Bruder und eine Freundin meiner Mutter waren dann auch anwesend, nur meine Schwester nicht. Bevor mich die Polizeibeamten in den Polizeiwagen setzen, flehte ich sie an, mich zu meiner Mutter zu lassen, damit ich sie zum Abschied ein letztes Mal küssen kann. Doch sie ließen mich nicht zu ihr. Ich musste das Land, das die letzten vier Jahre mein Zuhause war, schlagartig verlassen und durfte mich von niemandem verabschieden, nicht einmal von meiner Familie.

Herr Pitz und Frau Schulz von der Ausländerbehörde saßen mit mir im Polizeiwagen und drängten mich dazu, ein Dokument zu unterschreiben, welches ich vorher nicht lesen durfte. Ich teilte ihnen mit, dass ich nichts unterschreiben werde, wenn ich es nicht vorher lesen darf. Daraufhin vermerkten sie selbst auf dem Dokument, dass ich die Unterschrift verweigere. Sie informierten mich drüber, dass ich die nächsten drei Jahre Einreiseverbot für die EU habe.

Als wir in Berlin ankamen, wurde ich in einen Raum mit zwei Beamtinnen gebracht. Sie verschlossen die Tür und zogen mich komplett aus. Sie untersuchten mich am ganzen Leib, sogar an meinen Genitalien. Die ganze Situation und Vorgehensweise war mir sehr unangenehm und peinlich. Nach der Leibesvisitation wurde ich in eine Art Zelle gebracht. Alle Polizeibeamten machten sich darüber lustig, dass sie wieder einen Asylanten zur Abschiebung haben. Ich verbrachte ganze fünf Stunden in dieser eisig-kalten Zelle, in der ich bis auf die Knochen fror. Ich durfte dabei nur kurz bei der Freundin meiner Mutter anrufen, um ihnen zu sagen, wann mein Abflug sein wird. Und einer der Beamten fragte mich, ob ich Wasser möchte und brachte es mir dann auch.

Ich wurde ohne alles in den Flieger gesetzt, ohne Geld und ohne meine Sachen. Ich habe von morgens neun Uhr an bis zum nächsten Tag um fünf Uhr morgens nichts gegessen. Im Flugzeug wurden zwar Getränke und Essen verkauft, aber ohne einen Cent in der Tasche konnte ich mir nichts zu leisten. Von meiner mentalen Verfassung mal abgesehen, ging es mir während des Fluges körperlich immer schlechter. Hunger und Durst führten zu starken Kopf- und Bauchschmerzen. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich habe mich im Leben zuvor noch nie so hilfslos gefühlt. Während des Fluges setzte dann auch noch meine Blutung ein. Eine Flugbegleiterin war wenigstens so nett und gab mir einen Hygieneartikel, weil ich sonst nichts bei mir hatte. Auf diesem Weg erreichte ich dann Jerewan.“

Der offizielle Polizeibericht

Im Polizeibericht wird vermerkt, dass es „bei der Abschiebung einer 18-jährigen Frau nach Armenien“ am vergangenen Dienstag, 24. Januar 2017, zu einem Zwischenfall gekommen sei.

Die abzuschiebende Frau als auch deren Mutter drohten beim Erscheinen der Polizei und der Ausländerbehörde an der Wohnungstür damit, vom Balkon ihrer Wohnung in der fünften Etage springen zu wollen.“

Dabei sei es den eingesetzten Polizeibeamten gelungen, „die beiden Frauen vom Balkon zurück in die Wohnung zu drängen“.  Dabei habe die Mutter nach einer Glasflasche gegriffen, diese zerschlagen und damit die Polizisten bedroht.

Die Polizei bekam die Situation unter Kontrolle und konnte der aufgebrachten Frau den gefährlichen Gegenstand abnehmen. In dem Gerangel erlitt die Mutter Schnittverletzungen an den Händen, die später im Krankenhaus behandelt wurden.“

Der weitere Verlauf der Abschiebung der 18- Jährigen soll dann „ohne weitere Zwischenfälle“ verlaufen sein. Es wurde noch bemerkt, dass die Abschiebung im Auftrag der zuständigen Ausländerbehörde vollzogen worden sei.

[Polizeibericht vom 25.01.2017]

Der Fall wird untersucht

In der Kleinstadt Ludwigslust sprach sich der Fall schnell herum, zumal einige Klassenkameraden der 18-Jährigen, Politiker und der örtliche Edeka-Ladenchef, bei dem das Mädchen gejobbt hatte, sich für sie einsetzten und nicht schwiegen:

Die, die sich hier einbringen wollen, schiebt man ab. Und die anderen… Wir reden von Integration und Fachkräftemangel. Da kann ich so eine Entscheidung nicht nachvollziehen.“

(Stephan Ueltzen, Edeka-Ladenbetreiber)

Ophelia habe bis vor einem halben Jahr im Laden gejobbt.  Sie habe die Kundschaft bedient und „war sich für keine Arbeit zu schade“, so der Geschäftsführer, der Deutschland nicht mehr versteht und sich bereits an Bürgermeister und Landrat gewandt hat. Ueltzen übergab die Schilderungen der Abschiebung, wie sie das Mädchen erlebte, der Polizei.

Das Schreiben nimmt der Leiter der Polizeiinspektion Ludwigslust zum Anlass, den Vorgang kritisch zu überprüfen.“

(Klaus Wiechmann, Polizeisprecher)

Wie die „Schweriner Volkszeitung“ schreibt, könne Wiechmann jedoch zu den konkreten Umständen des Falls aufgrund der laufenden Ermittlungen nichts sagen.  Man bleibe jedoch „bei der Darstellung von vergangener Woche“.

Online-Petition gestartet

Freunde des Mädchens starteten eine Online-Petition, adressiert an Bürgermeister Mach und die Ausländerbehörde, um sie zurückzuholen. Auch einige Politiker setzen sich ein:

Ich kann diesen Vorfall nicht nachvollziehen. Als Vater schmerzt es mich sehr, dass ein Kind aus seiner Familie herausgerissen wurde.“

(Dirk Friedriszik, Landtagsabgeordneter, SPD)

Auch Jacqueline Bernhard, eine Landtagsabgeordnete der Linken will eine Anfrage beim Schweriner Innenministerium machen. Auch sie ist erschüttert: „Ophelia ist hier geboren, war voll integriert. Sowohl rechtlich als auch menschlich wirft dieser Fall viele Fragen auf.“

Ist der Sinn des Asylrechts wirklich noch, anderen Menschen zu helfen oder hat es sich zu einem hirn- und herzlosen Koloss verändert? Warum werden integrierte, beliebte und für die Gesellschaft wertvolle junge Menschen fortgeschickt und andere, Land und Leute verachtende und teils gefährliche Menschen im Unmaß hereingeholt?

Nach dem Terroranschlag postete die bekennende Christin Ophelia unter dem wütenden Kommentar „Was für ein Schwachsinn“ ein islamistisches Flugblatt, welches weitere terroristische Taten ankündigte und in der Gegend um Gütersloh verbreitet wurde.

Ja, Schwachsinn ist manchmal auch, wer bleibt, wer geht . Die den Terrorismus verherrlichende und den Menschen drohende Flugblattaktion fand kaum Aufmerksamkeit in der Presse. Ob wohl der Staatsschutz wenigstens ermittelte?

Siehe auch:

Geht es wirklich um Integration? 18-jähriges integriertes Mädchen aus Familie gerissen, während Zigtausende „Unwillige“ neu kommen