Düstere Aussichten: Jeder zweite Arbeitsplatz in Deutschland „akut“ bedroht

Epoch Times23. November 2015 Aktualisiert: 23. November 2015 12:39
Den Kampf um Arbeit zwischen Maschine und Mensch scheint langfristig der Mensch zu verlieren. Maschinen sind schneller, ausdauernder und machen weniger Fehler - sie sind billiger...

Jobverlust durch Maschinen: Intelligenten Systemen die zuverlässig, pausenlos und perfekt produzieren – dem hat der Mensch bei routinierten Arbeitsabläufen aus unternehmerischer Sicht nichts entgegenzusetzen, schreibt T-Online.de.

Mindestens zwölf Prozent aller Jobs in Deutschland sollen durch die Digitalisierung gefährdet sein, so das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. Eine sehr optimistische Schätzung, denn die London School of Economics geht von 50 Prozent aus. Jeder zweite Arbeitsplatz in Deutschland sei akut bedroht. Konzerne sprechen von “Industrie 4.0”.

"Einige Berufe werden völlig verschwinden"

"Einige Berufe werden völlig verschwinden", so Gunter Dueck, Ex-Manager bei IBM. Und dabei geht es nicht nur um Jobs in der Produktion. Auch Taxifahrer werden durch selbstfahrende Autos überflüssig, die Beratung in Banken, Anwaltskanzleien oder im Reisebüro, in Versicherungen und Verwaltungen werden vermehrt von Computern übernommen.

“Erst bei wirklich komplizierten Fragen gibt es einen – natürlich kostenpflichtigen – Termin in der Filiale. Dafür ist aber deutlich weniger Personal als bisher erforderlich, für einfache Angestellte wird es eng. Keine guten Nachrichten für Bank-, Versicherungs- oder Verwaltungsangestellte”, ist auf T-Online zu lesen.

Internetportale ersetzen die Verkäufer. Tätigkeiten in der Logistik, Verwaltung und im Einzelhandel werden nicht mehr benötigt.

So rechnet eine Studie der ING-Diba vor, dass von 30,9 Millionen Beschäftigten in Deutschland rund 18 Millionen durch Maschinen und Software ersetzt werden können. Aktuell gibt es insgesamt ca. 43 Millionen Erwerbstätige mit Wohnsitz in Deutschland, so das Statista Portal. 18 Millionen ersetzte Beschäftigte würden dann 41 Prozent ausmachen.

Die Aufgaben werden komplexer  

Wer seine Arbeit dennoch behält wird sich aber auf entscheidende Veränderung im Berufsalltag einstellen müssen. Routinearbeiten fallen weg, da sie von Computern schneller und billiger erledigt werden können.

Obwohl dadurch je nach Beruf rund ein Drittel der Arbeit entfällt, schafft die Digitalisierung nur den einfachen Teil der Arbeit. Übrig aber bleibt der komplexe und schwierige Teil, wodurch der Arbeitstag zunehmend verdichtet, stressig und komplex wird, so Dueck.

Gute Löhne nur für harte Arbeit

"Gut bezahlt wird nur etwas, das über die Fähigkeiten eines Computers hinausgeht", sagt Dueck. Das bedeute für viele Arbeitnehmer mehr Verantwortung für weitreichende Entscheidungen zu übernehmen.

Sogenannte "Minderleister", so der Ex-IBM-Manager, werden es in Zukunft schwer haben.

Diejenigen die ihren Job behalten dürfen, werden komplexere Entscheidungen zu treffen haben und mehr Verantwortung tragen. Fehlentscheidungen hätten somit gravierendere Folgen. Dadurch steigt der Druck auf die Beschäftigten noch mehr.

An dem Ziel der Gewinnmaximierung durch den Einsatz neuer Technologien habe sich bis heute nichts geändert, sagte Zukunftsforscher Johannes Kleske. Seit Beginn der Industriealisierung sollten Maschinen nicht den Menschen die Arbeit abnehmen, sondern den Profit der Fabrikbesitzer vergrößern.

Fähigkeiten wie Empathie und Kreativität werden nicht gefördert

Sicher kann künstliche Intelligenz nicht alle menschlichen Fähigkeiten ersetzen. Empathie, Motivation oder interkulturelle Kommunikation kann die Maschine bislang kaum leisten. Jedenfalls jetzt noch nicht.

Gerade das aber sind Fähigkeiten die in unserem Bildungssystem gar nicht zu den Ausbildungsinhalten gehören, so Dueck. Weniger umfangreiches Faktenwissen und Disziplin sondern Kreativität und emotionale Intelligenz sollten gefördert werden. “Doch dafür müssten wir das ganze System ändern”, sagt der ehemalige Manager.

In Zukunft bleibt dem Menschen im Kampf um ihren Arbeitsplatz schon sehr bald gar nichts mehr übrig, meint Dueck. (dk)

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