Symbolfoto: Ein Edeka-Markt.Foto: Sean Gallup/Getty Images

Edeka-Aktion gegen Rassismus: Filiale verbannte alle ausländischen Produkte

Epoch Times22. August 2017 Aktualisiert: 22. August 2017 14:53
Mit einer ungewöhnlichen Aktion sorgt Edeka derzeit für Aufsehen. Die Edeka-Filiale in der HafenCity verbannte am Sonntag ausländische Waren komplett aus ihren Regalen. Kunden fanden statt Schweizer Schoki nur bunte Schilder vor.

Das Internet reagierte prompt auf die Aktion der Edeka-Filiale in der Hamburger HafenCity: Statt des griechischen Salats mit Feta und Oliven prangte dort am Sonntag ein Schild in der Salat-Theke: „Unsere Auswahl kennt heute Grenzen“. Käse aus Frankreich oder Holland suchten Kunden vergebens, stattdessen fanden sie eine Botschaft gegen Rassismus vor. Ein Schild mit dem Aufdruck: „So leer ist ein Regal ohne Ausländer.“ Ein Twitternutzer schrieb, „Tag der Vielfalt. Edeka verkauft nur deutsche Produkte. Die Regale sehen aus wie auf Cuba.“

Einkaufen mit Cuba-Flair statt internationalen Gaumenfreuden

So sieht es aus, wenn man konsequent alle ausländischen Produkte herausnehmen würde. Ein Großteil der Dinge, die Deutsche im Alltag konsumieren, wird importiert und wahrscheinlich möchte niemand gerne auf Feinkost wie Schweizer Schokolade verzichten. Denn ein großer Teil der Produkte, die Vielfalt und eine interessante, große Auswahl garantieren, wird importiert.

„Edeka steht für Vielfalt. Wir führen zahlreiche Lebensmittel in unserem Sortiment, die in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands hergestellt werden. Aber erst gemeinsam mit Produkten aus anderen Ländern schaffen wir in unserem Sortiment die einzigartige Vielfalt, die unsere Kunden schätzen“, sagte Edeka der HuffPost.

Gute Presse kann Edeka freilich gebrauchen, seit ihnen 2016 ein Weihnachts-Werbeclip um die Ohren flog. Die Nazikeule ließ grüßen. Auch suchte sich vor kurzem ein Islamist einen Edeka-Markt für seinen Anschlag aus.

Edeka im Kreuzfeuer der Medien

Rückblick: Der Werbeclip mit dem Motto „Das schönste Geschenk ist Deine Zeit“ rührte Zuschauer zu Tränen. Kurze Zeit darauf geriet der Spot ins Kreuzfeuer der Massenmedien, nachdem die Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg, Sabine Bamberger-Stemmann behauptete, er beinhalte „Nazi-Codes“. Das Hamburger Managermagazin und Meedia berichteten. Es ging um die fiktiven Autokennzeichen mit „So-ll“ und „Mu-ss“ und Zahlen, die mutmaßlich rechtsradikale Anspielungen enthalten hatten.

Beim Nummernschild „SO LL 3849“ stehe die Zahl 84 für „Heil Deutschland“, weil „H“ der achte und „D“ der vierte Buchstabe im Alphabet sei. Sie sei von 3 und 9 umrahmt. Die 39 stehe für „Christliche Identität“, was in rechten Kreisen im Umkehrschluss Antisemitismus heiße. Die 420 sei eine in rechten Kreisen gängige Abkürzung für Hitlers Geburtstag.

Heile Welt mit Brettspielen gleich Nazi?

„Damit ist die Aussage klar… Ich glaube nicht an einen Faux pas … angesichts der Häufung von rechtsradikalen Codes ist das verharmlosend und unglaubwürdig.“, so Extremismusexpertin. Auch vermittele der Spot eine „heile Welt“ und transportiere Werte der Neuen Rechten. „Die Kinder spielen zum Beispiel auch eine altmodische Version von „Mensch ärgere dich nicht““, stellte Bamberger-Stemmann fest. Medien wie TAZ und die Süddeutsche nahmen das Thema auf, das Edeka entschuldigte sich eilends, es sei ein Versehen gewesen.

Kampf der Werbeagenturen

Ganz zufällig wirkt der Verriss des Edeka-Weihnachtsspots jedoch nicht, wenn man betrachtet, wer ihn produziert hat:

Am 11.11.2016 berichtete der Spiegel, dass Angela Merkel mit ihrer Wahlkampfkampagne 2017 die Werbeagentur Jung von Matt beauftragen will, obwohl sie sonst Kundin von Scholz & Friends ist. Auch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und einige Bundesministerien zählen zu deren Kunden. Interessant ist in diesem Zusammenhang: Der Edeka-Spot um den ein Shitstorm entbrannte, kam von der Werbeagentur Jung von Matt, die Merkels lukrativen Auftrag bekommen hatte.  Edeka wurde unschuldig in den Krieg der Werbeagenturen verwickelt, vermuteten daraufhin Beobachter. (aw/rf)

 

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