„Eine bodenlose Frechheit“: Ehemaliger KSK-Kämpfer kritisiert AKK, Medien und Kommandanten

Von 18. Juli 2020 Aktualisiert: 21. Juli 2020 10:55
Während in anderen Ländern auch in schwierigen Zeiten Solidarität mit Spezialeinheiten geübt werde, sei es in Deutschland ein Weg, billig Punkte zu sammeln, den eigenen Soldaten in den Rücken zu fallen. Dies erklärt der frühere Kämpfer der KSK, Mario Pröhl.

In einem Interview mit dem „Focus“ übte der frühere Kämpfer des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, Mario Pröhl, scharfe Kritik am Umgang von Politik, Medien und eigener Truppenführung mit der Eliteeinheit.

Pröhl, der unter anderem für seinen Einsatz bei der Kriegsverbrecherjagd auf dem Balkan und gegen die Taliban in Afghanistan Auszeichnungen in Deutschland und in den USA erhalten hatte, spricht von einer pauschalen Kriminalisierung der Truppe.

Die jüngste Formulierung der Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die Einheit habe nach mehreren als „rechtsextrem“ eingeordneten Vorfällen bis Ende Oktober Zeit, sich zu „bewähren“, werde innerhalb der Truppe als „bodenlose Frechheit“ empfunden.

„Moral der Truppe wird geschwächt“

Der ehemalige KSK-Kämpfer Pröhl wirft Kramp-Karrenbauer die Kriminalisierung der gesamten Einheit vor.

Mehr als 1.000 Angehörige der Einheit fühlten sich pauschal kriminalisiert, obwohl sie sich nicht zuschulden kommen ließen: „Bewährung gibt’s nach meinem Rechtsverständnis nur für das Fehlverhalten einer Einzelperson. Die von der Ministerin verlangte Bewährung ist eine Kriminalisierung aller KSK-Leute, die nichts verbrochen haben. […] Die Moral der Truppe wird geschwächt, überall spürt man Verunsicherung.“

Pröhl hält die Auflösung der 2. Kompanie, in der sich die meisten der Vorfälle zugetragen haben sollen, für einen Fehler. Er deutet an, dass inmitten der von Politik und Medien geführten Dichtung und Wahrheit durcheinandergeraten sein könnten, da es nur in einigen wenigen Fällen zu Disziplinarstrafen gekommen sei.

„Richtiger wäre es aus meiner Sicht gewesen, gegen Straftaten und Dienstvergehen mit aller Kraft vorzugehen, aber offenbar fehlten und fehlen entsprechende Beweise. Nur in ein paar Fällen wurden Disziplinarstrafen verhängt. Da hätte mehr kommen müssen“, so Pröhl.

Offenbar sei jedoch „geschlampt worden“, nicht zuletzt auch beim Militärischen Abschirmdienst, wofür die einfachen Soldaten nun die Zeche zahlen würden.

Weltweit anerkannt – in Deutschland zum Sündenbock gestempelt

Eine Auflösung des gesamten KSK, wie sie für die Bundesregierung immer noch im Raum zu stehen scheint, wäre aus Pröhls Sicht „fatal, für die Bundeswehr und für Deutschland“.

Eine solche Entscheidung käme einem Schwächeeingeständnis der politischen und militärischen Führung des Landes gleich und würde auch nach außen ein verheerendes Signal aussenden: „Das KSK ist hochspezialisiert, kooperiert hervorragend mit internationalem Streitkräften, ist weltweit anerkannt – und hat im Ausland schon mehrfach Gefahren für unser Land abgewehrt. Eine Auflösung des KSK wäre das absolut falsche Signal an potenzielle Gegner.“

Während in anderen Ländern Solidarität und Anerkennung für Spezialeinheiten auch in schwierigen Zeiten nicht infrage stünden, sei es in Deutschland eine billige Methode, Applaus zu generieren, sich unter Bemühung der „Rechtsextremismus“-Keule an der Truppe abzuarbeiten:

In anderen demokratischen Ländern erfährt man Anerkennung und Respekt für den oft lebensgefährlichen Dienst – aber in Deutschland wirst du kurzum als Rechtsextremer abgestempelt.“

Eigener Kommandeur sei KSK in den Rücken gefallen

Politiker, aber auch die militärisch Verantwortlichen in Deutschland seien „charakterlos und haben offenbar eine panische Angst vor deutlicher Positionierung“.

Pröhl will diesbezüglich auch den Kommandanten der KSK, Brigadegeneral Markus Kreitmayr, nicht in Schutz nehmen: „Die Krise ist zu einer Krise geworden, weil mit teils unbestätigten und falschen Darstellungen Stimmung gemacht wurde. Bei Prüffällen hätte man besser das Ergebnis abgewartet und es dann gegebenenfalls als bestätigt bekannt gegeben.“

Mit seinem Brandbrief vor Wochen an alle KSK-Angehörigen, der gezielt an bestimmte Medien durchgestochen worden sei, sei Kreitmayr der eigenen Truppe jedoch in den Rücken gefallen und habe gezeigt, dass er nicht in der Lage sei, die Truppe durch die aktuelle Krise zu führen.

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