Einen Tag nach Zug-Randale: PKK-Jugend greift in Hamburg Reporter und Autofahrer an

Von 12. September 2020 Aktualisiert: 12. September 2020 15:16
Etwa 100 Anhänger der terroristischen PKK haben am Freitag in Hamburg für die Freilassung des in der Türkei inhaftierten Anführers Abdullah Öcalan demonstriert. Wie bereits einen Tag zuvor in einem Zug bei Lüneburg fielen einige Linksextreme durch Gewaltbereitschaft auf.

Nur einen Tag nach den Ausschreitungen in einem Zug zwischen Lüneburg und Hamburg hat es am Freitag (11.9.) erneut Übergriffe durch Anhänger der terroristischen „Kurdischen Arbeiterpartei“ (PKK) in Deutschland gegeben.

Wie der „Focus“ berichtet, soll es im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg zu Tumulten am Rande eines Demonstrationszugs gekommen sein. Kurdische Linksextremisten hatten dort für die Freilassung des in der Türkei wegen Terrorismus inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan demonstriert. Dieser war 1999 zum Tode verurteilt worden. Allerdings wurde das Urteil in lebenslange Haft umgewandelt, nachdem die Türkei im Vorfeld des offiziellen Beginns der EU-Beitrittsgespräche die Todesstrafe abgeschafft hatte.

Die „Bild“-Zeitung schreibt, dass aus dem „langen Marsch“ heraus PKK-Anhänger mehrere filmende Reporter und einen Autofahrer tätlich angegriffen hätten, der durch Hupen erreichen wollte, am Demonstrationszug vorbei seine Fahrt fortsetzen zu können.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot zur Stelle. Statt der erwarteten 400 Teilnehmer hatten sich „Bild“ zufolge lediglich 100 Teilnehmer an dem Aufmarsch beteiligt. Von diesen seien jedoch etwa 80 bereits einen Tag zuvor in einem Zug zwischen Lüneburg und Hamburg auffällig geworden.

Bis dato mindestens 40.000 Tote durch PKK-Terror

Eine Kontrolleurin hatte beanstandet, dass die Linksextremisten ohne Fahrschein, ohne Schutzmaske und ohne Corona-bedingte Abstandsregeln einzuhalten in der Bahn angetroffen wurden. Einige aus der Gruppe sollen daraufhin die Kontrolleurin angegriffen haben. In Bardowick bei Lüneburg wurde der Zug gestoppt.

Etwa 200 Polizeibeamte empfingen dort die PKK-Anhänger. Diese sollen sich mit Schlägen und Tritten gegen die Amtshandlung zur Wehr gesetzt haben.

Die in Deutschland offiziell seit 1993 verbotene PKK, die auch in den meisten anderen westlichen Ländern als terroristische Organisation eingestuft wird, führt seit Mitte der 1980er Jahre einen blutigen Krieg gegen die türkische Regierung und Angehörige der kurdischen Volksgruppe, die sich ihrer kommunistischen Doktrin nicht anschließen wollen. Bis dato hat der Terror der PKK mehr als 40.000 Todesopfer gefordert.

Türkei warnt: EU wird zum ruhigen Hinterland für kurdische Terroristen

Die türkische Regierung wirft mehreren Ländern der EU, darunter auch Deutschland, seit längerem vor, zu zaghaft gegen Anhänger der PKK in der kurdischen Diaspora vorzugehen. Die Organisation finanziert Erkenntnissen mehrerer Geheimdienste zufolge ihren „Volkskrieg“ in der Türkei und in Teilen Syriens unter anderem durch Schutzgelderpressung und den Verkauf von Drogen in großem Stil. Darüber hinaus bestehen enge Kontakte zwischen der PKK und linksextremistischen Vereinigungen wie der „Antifa“ oder der MLPD.

In Westeuropa sei es der PKK, so heißt es aus Ankara, infolge unzureichenden Verfolgungsdrucks seitens der Behörden vielfach gelungen, sich ein ruhiges Hinterland aufzubauen. Tatsächlich scheint sich die Organisation, nachdem sie in den 1990er Jahren noch mit Anschlägen auf Reisebüros oder Autobahnbesetzungen in Deutschland auf sich aufmerksam gemacht hatte, darauf verlegt zu haben, Westeuropa als Rückzugsort zu nutzen, um von hier aus finanzielle und personelle Ressourcen zu mobilisieren.

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