Entwicklungsministerium rechnet mit 200.000, Frankreich mit 800.0000 Flüchtlingen aus Libyen

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sprach sich für "einen gesamteuropäischen Marshall-Plan" zur Bewältigung der Flüchtlingskrise mit einem eigenständigen EU-Flüchtlingskommissar aus. Er schätzt die Zahl der Fluchtwilligen auf bis zu 200.000. Frankreichs Verteidigungsminister nannte 800.000 als eine "in etwa angemessene Zahl". Der EU-Außenbeauftrage sprach letzte Woche von 500.000 Vertriebenen, die nach Europa wollen.
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Erwischt! Migranten warten am Mitiga Flughafen in der libyschen Hauptstadt Tripolis am 11. März 2016 auf die Rückführung in ihre Herkunftsländer durch die libyschen Behörden in der Schlange. Die Formalitäten für die Abreise wurden von den libyschen Behörden und der Mission der Internationalen Organisation für Migration (IOM) organisiert. Vor der Rückführung erhalten sie ihre persönlichen Sachen zurück, die zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung konfisziert wurden und eine Bordkarte. / AFPFoto: MAHMUD TURKIA/AFP/Getty Images
Epoch Times8. April 2016

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) rechnet schon in Kürze mit einer neuen Flüchtlingswelle aus Afrika.

"Nach unseren Informationen warten allein in Libyen 100.000 bis 200.000 Afrikaner, die aus Staaten südlich der Sahara kommen, auf ihre Überfahrt nach Europa", sagte der Minister der "Rheinischen Post". Die Schlepperbanden seien schon "voll in Aktion".

Es bestehe deshalb dringender Handlungsbedarf. "Die libysche Regierung braucht Autorität, Institutionen, Ausbildung von Polizei und den Ausbau der Küstenwache", so der CSU-Politiker. Er lobte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der sich intensiv darum kümmere, die neue libysche Regierung zu stabilisieren.

Müller sprach sich auch für "einen gesamteuropäischen Marshall-Plan" zur Bewältigung der Flüchtlingskrise mit einem eigenständigen EU-Flüchtlingskommissar aus. Es sei eine Schande, dass "Europa bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise nicht besser zusammenarbeitet".

Verwirrungen um Zahl der Migranten

Dabei unterscheiden sich die Schätzungen Müllers deutlich von den aktuellen Schätzungen Frankreichs und der EU.

Möglicherweise beruhen sie auf Schätzungen westlicher Geheimdienste vom März diesen Jahres, die von 150.000 bis 200.000 Fluchtwilligen in Libyen ausgingen. Dies beruhe, laut "Welt am Sonntag" auf Beobachtungen in den libyschen Küstenorten

Am 24. März sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, dass 800.000 Flüchtlinge in Libyen auf ihre Weiterreise nach Italien warten.

Daraufhin fragte ein Journalist, ob denn 800.000 eine realistische Einschätzung sei, worauf der Minister sagte, dass es eine "in etwa angemessene Zahl" sei.

Der EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini gab eine Woche vorher an, dass es sich um 500.000 Vertriebene handeln würde, die von Libyen aus nach Europa flüchten wollen. (dts/epd)

Siehe auch: 

Afrika kommt! Sind mehr als 600.000 afrikanische junge Männer in den Startlöchern?

800.000 Flüchtlinge in Libyen warten auf Weiterreise

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