„Es tut mir aufrichtig leid“: Ex-SS-Wachmann bereut seine Taten vor Gericht

Epoch Times29. April 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 21:53
Reinhold Hanning war SS-Soldat und arbeitete im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Der heute 94-Jährige muss sich nun vor Gericht wegen Beihilfe zum Mord verantworten.

Der ehemalige SS-Wachmann Reinhold Hanning steht im Detmolder Auschwitz-Prozess vor Gericht. Der 94-Jährige beteuerte nun öffentlich seine Reue dem Naziregime gedient zu haben. 

"Ich schäme mich dafür, dass ich das Unrecht sehend geschehen lassen und dem nichts entgegengesetzt habe. Es tut mir aufrichtig leid", sagte Hanning vor dem Landgericht in einer persönlichen Erklärung, berichtet "Sputniknews". 

Während des Zweiten Weltkriegs war Hanning ein Handlanger von Adolf Hilter und diente der Schutzstaffel. Er sagte selbst, für den Tod vieler Unschuldiger und für die Zerstörung unzähliger Familien verantwortlich zu sein.

Hanning hatte nach eigenen Angaben vor dem Prozess noch niemanden über seine Tätigkeit in Auschwitz erzählt, nicht einmal seinen Familienangehörigen. Von 1942 bis 1944 war er in dem polnischen Konzentrationslager beschäftigt. Den Detmolder Gerichtsprozess wollte er als Gelegenheit nutzen, um sich für seine Mithilfe zu entschuldigen. Wie "Sputnik" weiter berichtet, hatte sich der Angeklagte während des gesamten Verfahrens nicht geäußert.

Anfangs stand der ehemalige SS-Mann wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen in Auschwitz-Birkenau zwischen Januar 1943 und Juni 1944 vor Gericht. Vor wenigen Tagen hatte die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe ausgeweitet. Nun wird gegen den 94-Jährigen auch wegen Beihilfe zu allen Morden im Vernichtungslager zwischen Januar 1943 und Juni 1944 verhandelt. In Auschwitz wurden rund 1,5 Millionen Menschen durch das Naziregime ermordet. (so) 

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