Essen schmeckt nicht, keine Gebetsräume, kein WLAN – im Asylheim Offenbach brodelt’s

Epoch Times5. November 2015 Aktualisiert: 5. November 2015 23:16
Das Essen schmeckt nicht, es gibt kein WLAN und keine Gebetsräume - hier in der Offenbacher Außenstelle des Erstaufnahmelagers Gießen ist die Stimmung angespannt. "Wenn die Probleme nicht so schnell wie möglich gelöst werden, wird es hier richtig funken", sagt der ehrenamtliche Dolmetscher Shams ul-Haq der "Welt". Die Ursache für die Spannungen sind vor allem Langeweile und gefährliche Gerüchte...

Hier gibt es dunkles Brot und Weißbrot, statt Fladenbrot und zu viele Nudeln statt Reis. Das Essen schmeckt nicht. Manchmal gibt es sogar Fischsuppe. Die soll ungenießbar sein. Als Asylbewerber hat man es nicht leicht, hier in der Landesaufnahmeeinrichtung in Offenbach gibt es nicht einmal Gebetsräume. Es gibt kein freies WLAN fürs Internet, es fehlt an Winterkleidung, Hygieneartikeln und Decken. Sie wollen richtige Betten…

Sie wollen und wollen…

Doch was hier am meisten fehlt ist Demut und Dankbarkeit, dass man noch am Leben ist, ein Dach über dem Kopf hat, überhaupt warme Mahlzeiten bekommt, bedient wird. Für das alles muss man kein Geld bezahlen, das hat die Gemeinschaft übernommen, die Gesellschaft, die Menschen in diesem Land. Und es fehlt an Verständnis, für die Helfer, die Tag und Nacht schuften, um das Nötigste zu bieten, die überfordert sind, so wie das ganze Land.

Die Mitarbeiter vom Arbeiter-Samariter-Bund geben alles, behandeln die Leute als Gäste. "Es ist keine Luxusunterkunft, aber es funktioniert", erzählt Ludwig Frölich, der ASB-Landesvorsitzende der "Welt". Frölich ist weit herumgekommen, kennt die Lager vom Balkan, die in der Türkei und im Libanon: "Verglichen damit, wie die Menschen dort leben müssen, sind die Standards bei uns doch weit über dem internationalen Level."

Das Wollen hat seine Ursache im Gerücht

Viele hier warten schon seit Wochen auf ihre Registrierung, tragen nur ein Armband, die Identifikation als Lagerbewohner, sind aber offiziell noch nicht gemeldet. Ohne Registrierung kein Asylverfahren, ohne Asylverfahren kein Geld – die Lage ist ernst, die Tage lang. Die Migranten hier langweilen sich, sind wütend, trinken Alkohol. "Ich mache mir wirklich Sorgen", sagt Haq der ehrenamtliche Dolmetscher. Es brodelt, ein Funke und es gibt Unruhen oder sogar Schlägereien, schreibt die "Welt".

Es gibt Gerüchte unter den Migranten: "Viele denken, dass die Bundesrepublik Geld für Flüchtlinge von den Vereinten Nationen oder sonst woher bekommt und nicht an sie weiterleitet. Sie glauben, dass Deutschland an ihnen verdient", so Haq weiter. Ein weiterer Punkt sei die scheinbare Bevorzugung der syrischen Familien.

Die Sicht der Helfer, ernüchternd

Hier leben derzeit 510 Menschen, ausgerichtet sei das Lager auf 1.000, so der ASB-Chef. Es gibt einen Aufnahmestopp – Windpocken. Das ist auch der Grund für die stockende Registrierung. Die mobile Einheit aus Gießen wurde wegen der Epidemie wieder ausgeladen, ein neuer Termin stehe noch nicht fest. Das Essen kommt vom Caterer, den das Regierungspräsidium Darmstadt beauftragt habe. Auch der versuche den asiatischen Geschmack zu treffen und "lernt auch täglich dazu".

Es gibt einfach Grenzen, bei so vielen unterschiedlichen Nationen, auch wenn die Caterer sich große Mühe geben: "Aber recht machen können Sie es nie allen. Leute aus dem Irak oder Afghanistan essen anders als Afrikaner oder Syrer." Da wäre noch die Frage des religiösen Lebens zu klären. Es gebe hier keine Gebetsräume, klagen die Migranten. Das stimmt. Allerdings gibt es genügend Platz hier. Das müssten die Bewohner selbst organisieren, so Frölich. Doch er macht auch Abstriche: "Wir bauen keine Moschee auf." (sm)

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