SuperreicheFoto: Dan Kitwood/Getty Images

„Establishment gerät in die Defensive“: Allianz-Berater empfiehlt EU-Staaten höhere Steuern für Reiche

Epoch Times13. November 2016 Aktualisiert: 13. November 2016 7:32
Das stabile aber geringe Wachstum verstärke die wirtschaftliche Ungleichheit und nehme den Menschen die Perspektive, so Mohamed El-Erian, Berater des Finanzkonzerns Allianz. "Wenn ein Teil der Gesellschaft überdurchschnittlich stark vom Wachstum profitiert, ein anderer Teil aber nicht, dann ist die Reaktion Wut".

Mohamed El-Erian, Berater des Finanzkonzerns Allianz, legt den europäischen Staaten nahe, die Steuern für reiche Bürger zu erhöhen, um dem Populismus den Wind aus den Segeln zu nehmen.

„Ich fordere nicht, die Steuern für die Reichen zu senken – ganz im Gegenteil, wir sollten sie erhöhen“, sagte El-Erian der „Welt am Sonntag“. Nach dem Wahlsieg Donald Trumps in den USA warnt der langjährige Chef der Fondsgesellschaft Pimco die Europäer, populistische Tendenzen nicht ernst genug zu nehmen.

„Europa unterschätzt wahrscheinlich noch die Gewalt der populistischen Bewegung“, sagte der Ökonom der Zeitung. „Sie sollten diese Entwicklung in Europa nicht auf die leichte Schulter nehmen. Diese Frustration ist nicht auf die USA beschränkt.“

In den USA sei die aufgestaute Wut der Wähler auf das Establishment unterschätzt worden, auch weil vor der Wahl niemand zugeben wollte, mit Trump zu sympathisieren. El-Erian macht vor allem die Wachstumsschwäche, die seit Ausbruch der Finanzkrise viele Volkswirtschaften gefangen hält, verantwortlich für den erstarkenden Populismus.

Das stabile aber geringe Wachstum verstärke die wirtschaftliche Ungleichheit und nehme den Menschen die Perspektive. „Wenn ein Teil der Gesellschaft überdurchschnittlich stark vom Wachstum profitiert, ein anderer Teil aber nicht, dann ist die Reaktion Wut“, sagte der Investor. „Wir leben in einer Welt, wo das Establishment angegriffen wird und in die Defensive gerät.“

Der Ökonom empfiehlt der Politik deshalb, sich wieder aktiver darum zu bemühen, das Wachstum anzukurbeln. Zu lange hätten Politiker diese Aufgabe den Notenbanken überlassen. Die Instrumente der Zentralbanken seien jedoch zunehmend wirkungslos und entwickelten immer stärker schädliche Nebenwirkungen. Es sei jetzt an der Politik, mit Strukturreformen und höheren Investitionen ihren Teil zur Stärkung der Konjunktur zu leisten. Auch höhere Steuern für Reiche sollten Teil dieser Bemühungen sein. (dts)



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