EU droht Trump bei Autozöllen mit Vergeltung auf Waren von 20 Milliarden Dollar

Epoch Times25. Juli 2018 Aktualisiert: 27. Juli 2018 15:06
Vor dem Treffen zwischen US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker hat die EU ihren Druck im Handelsstreit erhöht.

Vor dem Treffen mit US-Präsident Donald Trump hat die EU ihren Druck im Handelsstreit erhöht.

Für den Fall von Strafzöllen Washingtons auf europäische Autos bereite die EU-Kommission Vergeltungsmaßnahmen auf US-Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar (17,1 Milliarden Euro) vor, sagte Handelskommissarin Cecilia Malmström der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“ vom Mittwoch. Im Visier der Europäer sind demnach unter anderem High-Tech-Produkte, Maschinen und landwirtschaftliche Erzeugnisse.

„Wir hoffen, dass dies nicht passiert und wir eine Lösung erreichen können“, sagte Malmström, die mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach Washington gereist ist. „Wenn nicht, dann werden wir eine lange Liste amerikanischer Waren vorbereiten. Sie würde sich auf rund 20 Milliarden Dollar belaufen.“

In EU-Kreisen war bisher ein deutlich niedrigerer Betrag genannt worden. Dort hieß es vergangene Woche noch, der Wert der betroffenen Waren werde bei „etwas unter zehn Milliarden Euro“ liegen.

Die USA hatten Anfang Juni Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa verhängt. Die EU reagierte mit Gegenzöllen auf US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro, darunter Whiskey, Jeans und Harley-Davidson-Motorräder. Derzeit lässt Trump auch Strafzölle auf Auto-Importe prüfen, was besonders Deutschland hart treffen würde. Trump will damit dem unfairen Handel ein Ende bereiten.

Juncker will sich bei seinem Treffen um eine Entschärfung des transatlantischen Handelsstreits bemühen. Ein konkretes Angebot bringen Juncker und Malmström allerdings nicht mit. „Wir sitzen hier nicht auf der Anklagebank“, sagte der Kommissionschef vor dem Treffen im ZDF. Er wolle mit Trump „auf Augenhöhe verhandeln.“

Auch Malmström sagte der schwedischen Zeitung, die EU setzte auf Dialog. „Wir werden erläutern, dass die EU nicht ein Feind ist, sondern ein Freund und Verbündeter. Wir und die USA sind derselben Meinung, dass sich die Welthandelsorganisation modernisieren muss.“ (afp/so)

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