Symbolbild.Foto:  Peter Kneffel/Symbol/dpa

Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg will zukünftig die politische Gesinnung ihrer Mitglieder prüfen

Epoch Times13. März 2019 Aktualisiert: 13. März 2019 20:51
In der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg finden Spitzel-Methoden wie zu DDR-Zeiten Einzug. Die Gemeinden sollen ihre Mitglieder künftig vor der Wahl in den Ältestenrat auf eine rechte politische Gesinnung überprüfen. AfD-Mitglieder finden ausdrücklich als Prüffall Erwähnung.

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg fordert die Gemeinden auf, zukünftig die politische Gesinnung ihrer Mitglieder prüfen. Mitglieder, die zu weit rechts sind, dürfen nicht in den Vorstand gewählt werden.

In einer Handreichung für Gemeindekirchenräte vom Dienstag legte die Kirchenleitung laut „evangelisch.de“ die Kriterien für die Überprüfung dar. Demnach dürfen Mitglieder einer Kirchengemeinde nicht in den Vorstand ihrer Gemeinde gewählt werden, wenn sie „Parteien oder Organisationen“ unterstützen, die rechts sind und „menschenfeindliche Ziele verfolgen“.

Als menschenfeindlich gelten Worte und Taten, die Menschen „aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft“ herabwürdigen. Genannt werden Gruppen wie die NPD, die „Reichsbürger“, die „Identitäre Bewegung“, aber auch die AfD und Initiativen, die sich kritisch gegen Asyl engagieren, werden genannt. Linksextreme gewaltbereite Gruppierungen fanden hingegen keinerlei Erwähnung.

Einzelfallprüfung bei AfD-Mitgliedern

Während Unterstützer rechtsextremer Splittergruppen wie der NPD gar nicht für den Gemeindevorstand zugelassen werden dürfen, sei bei AfD-Mitgliedern die „Wählbarkeit im Einzelfall zu prüfen“. Aber auch Mitglieder von Initiativen, die sich „gegen die Aufnahme von Geflüchteten wenden“ sollen durchleuchtet werden.

Dabei ist eine Mitgliedschaft nicht zwingend notwendig, um vom Ältestenrat ausgeschlossen zu werden. Bereits „das Bereitstellen von privaten Veranstaltungsräumen, Kuchenbacken für Parteiveranstaltungen, Spenden, usw.“ gilt als problematisch. Das bloße Mitlaufen bei einer Pegida-Demonstration oder einer asylkritischen Veranstaltung hingegen führe noch nicht zum Ausschluss von der Wahl.

Dabei werden die Gemeinden aufgefordert, „gut zu dokumentieren“, was für und gegen einen Kandidaten spreche. Bei Unsicherheiten solle Pfarrer Heinz-Joachim Lohmann angerufen werden, der von Fall zu Fall entscheide. (nh)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion