Fast 16 Prozent der Deutschen statistisch von Armut bedroht

Epoch Times22. Februar 2019 Aktualisiert: 22. Februar 2019 11:26

Mehr als jeder siebte Mensch in Deutschland ist statistisch gesehen von Armut bedroht. Im Jahr 2017 verfügten 15,8 Prozent über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens, wie aus Angaben des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, aus der am Freitag die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland zitierten. Diese Menschen gelten als armutsgefährdet. 2005 hatte der Wert dem Bericht zufolge bei 14,7 Prozent gelegen.

Im selben Zeitraum stieg demnach der Anteil der Topverdiener in der Bevölkerung ebenfalls an. 2005 hätten 7,7 Prozent mehr als 200 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung gehabt, berichteten die Zeitungen weiter aus der Antwort des Arbeitsministeriums. 2017 lag der Wert demnach bei 8,1 Prozent.

„Die Bundesregierung beobachtet sehr aufmerksam, wie sich die Ränder der Gesellschaft entwickeln und ob sich Ungleichheiten im Hinblick auf wirtschaftliche, soziale und politische Teilhabemöglichkeiten der Menschen verstärken“, schrieb das Ministerium dem Bericht zufolge an die Linksfraktion. Derzeit werde ein neuer Armutszeugnis- und Reichtumsbericht erarbeitet, der vor Ende der Legislaturperiode erscheinen solle.

Linksfraktionsvize Sabine Zimmermann forderte „einen glaubhaften Kurswechsel in der Arbeits-, Sozial- und Steuerpolitik, insbesondere eine komplette Rückabwicklung der Agenda 2010“. Wer Armut wirksam bekämpfen wolle, müsse „mehr als ein paar kosmetische Korrekturen vornehmen“, sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. (afp)