FDP-Nachwuchshoffnung Noreen Thiel: „Socialism sucks“ – und Polizeipräsenz ist etwas Positives

Von 29. Juni 2020 Aktualisiert: 29. Juni 2020 18:11
Mit 16 in die FDP eingetreten, mit 17 Kreisvorsitzende der JuLis in Berlin-Lichtenberg: Noreen Thiel hat einen nicht alltäglichen Einstieg in die Politik vollzogen. Im Interview mit der „Welt“ spricht sie über Wege, Liberalismus in die Sprache der Jugend zu übersetzen.

Mit Erreichen des Mindestalters von 16 Jahren ist die in Berlin-Lichtenberg ansässige Abiturientin Noreen Thiel in die FDP eingetreten. Mittlerweile ist sie auch Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen. Im Interview mit der „Welt“ erklärt sie, wie sie die Partei, die derzeit in bundesweiten Umfragen nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde liegt und unter Jungwählern sogar darunter, für die „Generation Z“ attraktiv machen will.

„Lass doch einfach jedem gehören, was er hat“

In einer Zeit, in der „Big Government“ im Zeichen der Corona-Krise den politischen Konsens bildet und im Windschatten von „Black Lives Matter“ Zeitungskolumnistinnen Polizeibeamte mit Müll gleichsetzen, postet Noreen Thiel auf Twitter „Socialism sucks“ und erklärt, Polizeipräsenz als etwas Positives zu empfinden.

„Wenn ich nachts am Bahnsteig warte und 20 Meter weiter sehe ich Polizisten, fühle mich sicherer“, begründet die 17-Jährige ihre Position. „Polizeipräsenz ist wichtig für mein Sicherheitsgefühl. Am Sozialismus stört mich das Unfreiheitliche. Und dieses ‚Das gehört der Gemeinschaft‘. Ich sage, auch wenn es fies klingt: Lass doch einfach jedem gehören, was er hat.“

Auch die Frauenquote lehnt Thiel ab: Sie wolle keine Funktion angetragen bekommen, weil ein Vorstand paritätisch besetzt werden müsse, sondern weil man von ihren Fähigkeiten überzeugt sei: „Das ist wieder das Leistungsprinzip. Wenn ich gut genug bin, werden die Leute das merken und ich das hinkriegen.“

Schulischer Aufstieg gelingt trotz staatlicher Bildungspolitik

Noreen Thiel findet sich nach eigenen Angaben auch gerade deshalb im Liberalismus beheimatet, weil sie selbst als Erste, die in ihrem Haushalt eine Universität besuchen wird, auf sozialen Aufstieg durch Bildung zählen kann und dies auch etwas sei, wofür die FDP stehe.

Auch bei der Digitalisierung habe die Partei die überzeugendsten Antworten: „Mein politisches Ziel ist es, dass jeder Mensch seinen eigenen Lebenslauf schreiben kann und den nicht vom Staat vorgeschrieben bekommt. Dafür muss unser Bildungssystem den Individualismus stärker fördern. Damit jeder durch seine eigene Leistung und Motivation da hinkommen kann, wo er will und wo man sich sieht.“

Thiel ist überzeugt davon, dass Erfolgsbeispiele für Bildungskarrieren nicht wegen, sondern trotz der staatlichen Bildungspolitik zustande kommen. Viele Schüler würden durch veraltete Strukturen demotiviert und verlören auf diese Weise auch ihren Ehrgeiz, eine Bildungskarriere nach ihren eigenen Vorstellungen zu verfolgen.

Bei Fridays for Future wird Noreen Thiel vorsichtig

Was „Fridays for Future“ anbelangt, gibt Noreen Thiel sich vorsichtig. „Junge Menschen sollten ernst genommen werden, wenn sie ihre Sorgen äußern“, meint die Jungliberale und äußert sich gar nicht erst zu der Frage, inwieweit diese Sorgen rational oder berechtigt sind. Die FDP-Führung habe diesbezüglich Fehler im Umgang mit diesem Phänomen gemacht, beispielsweise als Christian Lindner erklärt habe, die Klimapolitik solle „eine Sache für die Profis“ sein.

Mit grünen Ideen habe sie eigenen Aussagen zufolge kein Problem, die Frage sei eher, „ob man das politisch den Grünen überlassen muss“. In Kanada und Frankreich seien Grüne und Liberale eine Bewegung, in Österreich hätten die NEOS trotz inhaltlicher Unterschiede eine intakte Gesprächsbasis mit Fridays for Future und es sei positiv, wenn Schüler sich politisch engagierten.

FDP darf „die Augenhöhe nicht verlieren“

Allerdings kritisierte Thiel an Fridays for Future deren „Nähe und die fehlende Abgrenzung zu linksextremen Gruppen wie der Antifa“ sowie die Feindbildpflege des „Wir hier unten und ihr da oben“. Bei den JuLis habe sie erfahren, so Thiel, dass „die da oben“ gar nicht so weit weg wären, wie viele dächten:

Aber um das zu realisieren, muss man in eine Partei eintreten und zu zwei, drei Veranstaltungen gehen. Dann hat man einen Abgeordneten auf einem Bundesparteitag vor sich stehen und redet mit dem.“

Die FDP laufe derzeit Gefahr, nicht mehr auf Augenhöhe mit der Bevölkerung und mit der Jugend zu kommunizieren. Thiel habe das Gefühl, die Liberalen würden „von der lockeren, jugendlich wirkenden FDP wieder in so eine Akademiker-FDP rutschen, von der man wenig versteht, wenn sie etwas von sich gibt“. Außerdem brauche man „den Fokus aufs Wesentliche und keine Selbstzerfleischung“ wie nach Thüringen.

Vielfalt des liberalen Spektrums verkörpern

In der Corona-Krise habe die Partei nach anfänglichen Problemen zu der erforderlichen Empathie in der öffentlichen Kommunikation zurückgefunden. Statt sich lediglich auf Wirtschaftsthemen zu fokussieren, habe man differenziert argumentiert und sich auch um Bildungsfragen oder die psychische Gesundheit während des Lockdowns gekümmert.

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Die FDP müsse wieder zu einer Rolle wie 2017 finden, wo es ihr gelungen sei, „hervorragend die Vielfalt des liberalen Spektrums“ zu verkörpern. Das damalige Programm habe viele Menschen überzeugt, die Partei zu wählen.

„Aber wir lassen uns in den letzten Monaten viel zu sehr von äußeren Einflüssen treiben oder sind mit uns selbst – im negativen Sinne – beschäftigt, als einfach mal unsere Inhalte nach außen zu tragen.“

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