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FDP will Englisch als zweite Sprache in Behörden – Kommunen sind dagegen

Epoch Times4. Juli 2022 Aktualisiert: 4. Juli 2022 14:24

Die FDP fordert laut einem Zeitungsbericht die Einführung von Englisch als zusätzlicher Verwaltungssprache in deutschen Behörden.

Damit sollten Migranten Behördengänge erleichtert werden, heißt es in einem Zehn-Punkte-Papier der Liberalen zur Einwanderungspolitik, über welches das „Handelsblatt“ am Montag (4. Juli) berichtete.

„Sprache ist der Schlüssel für eine gelungene Integration“, heißt es dem Blatt zufolge in dem Papier, das von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger und Parteivize Johannes Vogel erarbeitet wurde.

Es soll an diesem Montag vom Parteipräsidium verabschiedet werden. Die Liberalen wollen damit die Pläne der Ampelkoalition für eine Reform des Einwanderungsrechts forcieren – auch um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Neben Englisch als zusätzlicher Sprache auf Ämtern wird laut „Handelsblatt“ in dem Papier der weitere Ausbau der Deutschförderung für Fachkräfte und ihre Familien gefordert. Als „besondere Priorität“ nennt die FDP den Abbau von Hürden bei der Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse.

Auch fordern die Freien Demokraten, dass die sogenannte Blue Card im nationalen Recht auf nicht-akademische Berufe erweitert wird. Die Blue Card ist ein Aufenthaltstitel mit Arbeitserlaubnis für Fachkräfte von außerhalb der EU, bisher zielt die Blaue Karte jedoch vor allem auf Hochschulabsolventen ab.

Kommunen gegen Englisch als zweite Amtssprache

Der Städte- und Gemeindebund hat sich gegen die Forderung der FDP ausgesprochen, Englisch als zweite Amtssprache in Behörden einzuführen. Zusätzliche Bürokratie durch die Verpflichtung zu einer zweiten Amtssprache sei „kontraproduktiv“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Die Maßnahme würde „uns dem Ziel, eine bessere Willkommens- und Ankommenskultur zu etablieren, nicht näherbringen“.

Schon jetzt gebe es in vielen deutschen Städten Verwaltungsdienstleistungen in mehreren Sprachen, so Landsberg. Die Angebote orientierten sich dabei an den Bedürfnissen der Bevölkerung vor Ort. Die Kommunen müssten „in der Lage sein, flexibel und auf die jeweiligen Bedarfe angepasst zu reagieren“.

Gleichwohl unterstützt der Städte- und Gemeindebund eine einwanderungsfreundliche Politik. „Der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüßt die Absicht der FDP, Deutschland insgesamt attraktiver für Zuwanderung zu gestalten“, sagte Landsberg.

„In vielen Bereichen werden dringend Arbeitskräfte benötigt, die Situation wird sich mit Blick auf die demografische Struktur in den kommenden Jahren noch weiter zuspitzen.“ (dts/red/afp/sza)



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