Noch gibt es in Deutschland das Leihmutterverbot. Doch wenn es nach der FDP geht, soll sich das bald ändern.Foto: PHILIPPE HUGUEN/AFP/Getty Images

FDP will den Weg für Leihmutterschaften und Embryonenspenden in Deutschland frei machen

Epoch Times12. August 2019 Aktualisiert: 12. August 2019 14:04
Leihmutterschaften sollen auch in Deutschland schon bald aus sozialen Gründen erlaubt werden. Verboten bleibt eine bezahlte Austragung durch Leihmütter.

Die FDP will Embryonenspenden und Leihmutterschaften in Deutschland legalisieren. Zudem sollten künftig bis zu vier Personen rechtlich Verantwortung für ein Kind übernehmen dürfen, sagte die Gesundheitsexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Katrin Helling-Plahr, dem Berliner „Tagesspiegel“ vom Montag. Die deutsche Politik sei in diesen Bereichen im Vergleich zu anderen Ländern „viel zu zögerlich“.

Leihmutterschaften gegen Bezahlung sollten aber weiter verboten bleiben, sagte die Liberale. Aus „rein altruistischen Motiven“ sollten sie aber erlaubt werden:

Wenn beispielsweise eine Frau ein Kind für ihre Schwester oder ihre beste Freundin austragen möchte, weil diese sich zwar ein Kind wünscht, aber selbst keines bekommen kann, wollen wir das ermöglichen.“

Zudem sollten Eizellen- und Embryonenspenden ermöglicht werden. „Das Embryonenschutzgesetz ist von gestern und muss reformiert werden“, sagte Helling-Plahr.

Reform zu Abstammungs- und Adoptionsrecht

Des Weiteren brauche das Abstammungs- und Adoptionsrecht nach den Beschlüssen zur Ehe für alle „dringend ein Update“, forderte die Fachpolitikerin. „Wir fordern eine Reform, die endlich die gesellschaftliche Wirklichkeit zur Kenntnis nimmt.“ Dazu gehöre, dass künftig bis zu vier Personen rechtlich für ein Kind verantwortlich sein können.

Auch sollten Kinderwunsch-Behandlungen künftig besser bezuschusst werden. „Jeder, der Verantwortung für ein Kind übernehmen möchte, hat die Unterstützung seines Kinderwunsches verdient – unabhängig davon, ob er ein klassisches Familienbild lebt oder nicht“, heißt es laut „Tagesspiegel“ in einem siebenseitigen Positionspapier, mit dem Helling-Plahr die Reformen voranbringen möchte.

BGH-Gerichtsurteil

Da in Deutschland eine Leihmutterschaft nicht erlaubt ist, müssen nach derzeit geltendem Recht Mütter die von einer Leihmutter ausgetragenen Kinder adoptieren.

Ein Fall des Bundesgerichtshofes zeigt: Eine Leihmutter aus der Ukraine trug im Dezember 2015 ein Baby für ein deutsches Ehepaar aus. Die Deutschen meldeten ihr Kind bei ihrer Rückkehr im Januar 2016 beim Standes­amt in ihrer Heimat an. Zunächst wurden die beiden als Eltern einge­tragen.

Als später die Leihmutterschaft bekannt wurde, änderte das Standesamt die Angaben und trug die Leihmutter als Mutter ein. Die Eltern klagten. Da das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutsch­land hatte, war deutsches Recht anzuwenden.

Das Gericht kam zu der Entscheidung, dass nach deutschem Recht die Leihmutter als leibliche Mutter einzu­tragen ist (Az. XII ZB 530/17).  Die Mutter in Deutsch­land muss ihr Kind adoptieren, um recht­lich Mutter zu sein. (afp/sua)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion