Der reguläre Weg in DeutschlandFoto: Joe Raedle/Getty Images

30 Asyl-Bewerber im Hungerstreik – Sie fordern Wohnungen mit Privatsphäre statt Notunterkünften

Epoch Times25. September 2015 Aktualisiert: 25. September 2015 9:49
In dem kleinen Ort Griebo in Sachsen-Anhalt gibt es eine Mehrzweckhalle, die den Flüchtlingen als Notunterkunft zur Verfügung gestellt wurde. Am Donnerstag kam es in den Morgenstunden zu einem Sitz- und Hungerstreik von 30 Asyl-Bewerbern. Sie sind mit der Unterbringung nicht zufrieden und erhoffen sich die Unterbringung in Wohnungen.

Nach dem Hungerstreik im österreichischen Kärnten, als 20 Asyl-Bewerber die Anerkennung und die damit einhergehenden Rechte erpressen wollten, haben sich jetzt auch in Deutschland 30 Syrer entschlossen, sich eine Wohnung auf diese Weise zu erzwingen.

Höflich, deutsch und nachvollziehbar – aber unrealistisch

Griebo im Landkreis Wittenberg, Sachsen-Anhalt ist ein kleiner Ort mit etwa 600 Einwohnern. In der örtlichen Mehrzweckhalle sind 111 Asyl-Bewerber untergebracht. Der Sprecher der Gruppe, Mervan Haji stellte die Situation vor Ort folgend dar: "Wir respektieren Deutschland, wir sind sehr dankbar für die Hilfe, die wir in Deutschland bekommen. Aber wir werden hier in einer Turnhalle untergebracht. Wir erleben hier Menschlichkeit und Hilfe, vor allem von den freiwilligen Helfern – aber wir haben nicht einen Ort wie ein Gefängnis, ohne jede Privatsphäre, erwartet“, schreibt die „Mitteldeutsche Zeitung“.

Inserate oder Zwangsentmietung?

Unterdessen macht die Aktion auch unter den übrigen Flüchtlingen die Runde. In der "MZ" wird ein Flüchtling zitiert, der nicht zu den Streikenden gehört: "Als wir ankamen, hatten wir auch erst überlegt, zu protestieren – haben uns aber entschieden, der Verwaltung zu helfen und keinen Druck bei der Lösung des Problems aufzubauen", so der Syrer Saer Alzokhbe. Nach seinen Angaben wäre es nur fair, zuerst diejenigen in Wohnungen unterzubringen, die schon seit Wochen hier wären.

Unklar bleibt indessen, wie die Gruppe gedenkt, an eine Wohnung zu kommen, ob sie den regulären Weg, den alle Bewohner dieses Landes gehen, wählt und sich bei einem Vermieter vorstellt, auf Inserate antwortet oder selbst eines schaltet, oder ob hier Vater Staat mit Zwangsmaßnahmen eingreift und schnell mal ein paar Stadtwohnungen zwangsentmietet, wie dieser Tage in Nordrhein-Westfalen geschehen (siehe: Eigenbedarf Flüchtlinge: Stadt Nieheim kündigt Mutter mit zwei Kindern die Wohnung) (sm)

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