Forchheim: „Miteinander ohne Vorurteile“ – 15 junge Menschen crashen „Come Together“-Schulkonzert – Fünf verletzte Schüler

Von 29. März 2017 Aktualisiert: 29. März 2017 15:43
20 Streifen waren im Einsatz, als das diesjährige "Come Together"-Konzert für ein friedliches Miteinander von 15 fremden jungen Menschen besucht wurde und Fäuste und Flaschen flogen ...

Auf der Webseite der „Ritter-von-Traitteur Mittelschule“ findet man unter „Aktuelles“ gleich ganz oben „Material für Flüchtlinge“ und in der „Neuen Hausordnung“ gleich darunter heißt es: „Unsere Schule soll ein Ort sein, an dem sich alle wohlfühlen können. Deshalb respektieren wir jeden Menschen, auch wenn er anders ist.“

Vielleicht hätte der letzte Satz fortgesetzt werden müssen: “ und solange er friedlich ist und das gemeinsame Miteinander nicht mit Gewalt zunichtemacht.“

Friedliche Schulveranstaltung

Denn genau dies geschah am vergangenen Freitagabend, bei der Konzert-Veranstaltung „Come Together“ für Schüler ab der Klassenstufe 7 in der Pausenhalle der Schule in der Egloffsteinstraße. Schon im letzten Jahr klang das Programm alles andere als wild und verrückt:

Die Band hat ein neues Programm mit vielen Stücken zum Schmusen und Dancen! Auch die Jelly Babes haben wieder rund um die Uhr auf der Burg trainiert und wollen ihre Moves präsentieren. Mit dabei wie immer: DJ Steva mit den neusten Beats aus England und den USA. Da bleibt keiner sitzen!“

(„Come Together 2016“)

Die diesjährige Veranstaltung verlief zunächst auch friedlich, alle waren happy. Gegen 21.20 Uhr gehen die Schüler nach und nach hinaus, die Bigband der Schule spielt noch ausgelassen. Viele lassen vor der Schule den Abend ausklingen, quatschen noch, wie der Schulleiter Ulrich Barth erzählte.

Junge Menschen vor der Schule

Dann mischte sich laut Polizei „eine Gruppe von 15 Jugendlichen und Personen jüngeren Alters“ unter die Menschenmenge vor der Schule. Ein Streit eskaliert, es kommt zur Massenschlägerei. Fäuste

Ein Teil der Beteiligten greift seine „Opfer“ mit Fäusten, Tritten und Flaschen an. Fünf Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren werden verletzt, „eher leicht“, so Jürgen Stadler, Pressesprecher der Polizei.

Die Polizei Forchheim musste mit allen zur Verfügung stehenden Kräften ausrücken und brauchte noch Verstärkung aus Erlangen, wie „Nordbayern.de“ berichtet. Als die Polizei kommt, flüchtet ein Teil der an der Schlägerei beteiligten Personen, auch die 15-köpfige Gruppe verschwindet.

Wir haben verschiedene Örtlichkeiten durchsucht und weitere Personalien aufgenommen.“

(Robert Schaffranietz, Polizei Forchheim)

Dabei soll sich aber bisher kein unmittelbarer Tatzusammenhang ergeben haben, so die Polizei.

Täglich grüßt das Murmeltier …

Schon am Morgen danach wird in den sozialen Medien diskutiert. Es soll sich um eine Gruppe älterer Asylbewerber gehandelt haben. Bereits im Verlauf der abendlichen Sofortfahndung wurde ein alkoholisierter 17-jähriger Asylbewerber aus Forchheim unter Tatverdacht vorläufig festgenommen. Der Rest der Gruppe sei noch nicht identifiziert, so die Polizei, man könne also „nicht zweifelsfrei ihre Herkunft benennen“, heißt es.

Der „Jungen Freiheit“ nach nimmt die Schule am Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ teil. Den Direktor kann laut dem Blatt auch ein solcher Vorfall nicht erschüttern.

Er finde es schade, dass „so eine tolle, friedliche Veranstaltung so einen üblen Beigeschmack“ bekommen habe, so Ulrich Barth. Er beauftragte die Klassenleiter, am darauf folgenden Montag mit den Schülern über die Vorkommnisse zu reden:

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Da gibt es jetzt wirklich Diskussionsbedarf.“

(Schulleiter Dr. Ulrich Barth)

Gegenüber den „Nürnberger Nachrichten“ sagte Schulleiter Barth, dass es auch darum gehe, wie schnell aus solchen Geschehen Gerüchte wüchsen und welche Rolle die sozialen Medien dabei spielten, so die „JF“.

Vielleicht spielte Barth dabei auf die Gerüchte an, dass es sich bei den Angreifern um Asylbewerber gehandelt hatte, welche die Polizei im übrigen nicht verneinte. Laut Barth habe ja die Ritter-von-Traitteur-Schule selbst zwei Flüchtlings-Übergangsklassen und es habe nie Probleme gegeben.

Auf ihrer Webseite weist die Mittelschule auf das deutsche Grundgesetz hin – auf Deutsch und auf Arabisch downloadbar. Ob die angreifenden Schläger dies zufällig gelesen hatten? Keine Ahnung.

Die „JF“ schlägt deshalb – etwas zynisch vielleicht – etwas mehr Anti-Rassismus-Training vor und hin und wieder einen Blick in den neuen „Schulknigge“ vom Oktober 2016, als die Schule der Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beitrat. Wie hieß es da gleich nochmal so schön:  „Deshalb respektieren wir jeden Menschen, auch wenn er anders ist.“

Außerhalb der schulischen Denkfabrik laufen jedoch die realen Ermittlungen der Kriminalpolizei Bamberg wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch.

Die Polizei bittet laut „InFranken“ darum, Personen, die Videos oder Fotos vom Geschehen am Tatort gemacht haben, sich als Zeugen unter Telefon 0951 / 9129 – 491 mit der Kripo Bamberg in Verbindung zu setzen.