Frank Magnitz im Interview mit Epoch Times: „Die AfD wird von den Medien immer in den Dreck getreten“

Von 10. Januar 2019 Aktualisiert: 11. Januar 2019 19:18
Wir sprachen mit dem Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz, AfD, heute am Telefon über die jetzige politische Situation und seine Hoffnungen für die Zukunft.

Epoch Times: Herr Magnitz, wie geht es Ihnen heute?

Frank Magnitz: Den Umständen entsprechend – naja, das ist schon eine bleibende Erinnerung.

ET: Wir wollen nicht gleich über den Angriff auf Sie sprechen, sondern Sie fragen, weil es Sie ja sicher in diesen Tagen auch bewegt, wie soll es weitergehen? Wenn Sie an die Zukunft denken, was könnte man tun, um einen größeren Schutz, eine größere Ruhe reinzubringen in das, was viele jetzt das „System“ nennen?

Magnitz: Das, glaube ich, ist ein größeres Problem, das ist als so groß anzusehen, das ist eine unlösbare Aufgabe. Wir müssten insgesamt wieder zu einer völlig anderen Kultur der Auseinandersetzung innerhalb unserer Gesellschaft zurückkommen. Das ist ein Weg, der ist einfach ein bisschen länger, der ist von der Aufgabe her wesentlich größer, als dass man das mal eben so umsetzen könnte. Das wird nicht passieren.

Die kurzfristigen Maßnahmen, die aber passieren müssten, sind, dass zumindest in den Medien ein anderer Umgang – zum Beispiel mit der AfD – angefangen wird zu pflegen. Irgendwie müssen wir doch einfach sehen, es sind die AfD Politiker, die solchen Sachen ausgesetzt sind, niemand sonst.

Worauf ich hinaus will, ist der Umgang der Öffentlichkeit, der Umgang der Medien mit solchen Sachen. Und da ist es ganz einfach so, sobald es die AfD angeht, wird relativiert, wird abgewiegelt, da heißt es, „ist ja gar nicht so schlimm“, und sobald es jemanden aus dem anderen politischen Spektrum erwischt, da ist es dann etwas ganz Schreckliches, Prägnantes, was ganz Wildes.

So kann es wirklich nicht weitergehen, da muss sich sicher etwas tun. Das ist, was sich kurzfristig ändern muss. Da kann ich natürlich auch einen Appell richten an die Medienlandschaft, aber dass sich da etwas tut, und dass das Auswirkungen haben wird, glaube ich einfach nicht mehr.

ET: Die AfD Sachsen hat gestern einen Katalog von Forderungen aufgestellt, kurz zusammengefasst, die linksextremistischen Gruppierungen von staatlichen Förderungen auszuschließen und als terroristische Vereinigungen einzustufen.

Magnitz: Das fordern wir auch, aber auch da wird sich nichts ändern. Wenn man das hätte ändern wollen, hätte man es längst tun können, aber der politische Wille dazu ist gar nicht da. Ganz im Gegenteil, denn das sind ja nun mal die Kampftruppen, die bestimmte politische Parteien einfach haben wollen. Das sind, ich nenne sie ruhig mal beim Namen, genau die Grünen, genau die Linken und das ist auch die SPD mit ihren Jugend-Organisationen, die mit ihren politischen Positionen inzwischen ganz offensichtlich so in die Enge gedrängt sind, dass sie auf dieser Ebene die Auseinandersetzung ganz gerne befördern wollen.

ET: Sie sind ja Bundestagsabgeordneter, die Diskussionen sind munterer geworden, aber das Benehmen der anderen Fraktionen ist, gelinde gesagt, immer wieder flegelhaft. Gibt es da keinen Ältestenrat oder Gremien, die sich mit diesen nicht vorbildlichen Verhaltensweisen befassen?

Magnitz: Ja solche Themen werden permanent angesprochen, auch bestimmte Verhaltensweisen einzudämmen, zu ahnden – was dabei rauskommt, sehen sie ja selbst. Das sind schöne Hoffnungen, aber es wird sich nichts ändern, das ist ganz klar so.

ET: Es müsste sich aber etwas ändern oder nicht.

Magnitz: Die Frage ist nur, wie kriegen wir das hin. Wir müssen warten, bis wir auch politisch etwas durchsetzen können, im Moment sind wir nur die, die als Mahner an der Seite stehen und sagen, „So geht’s aber nicht!“

ET: Wie weit gehen Ihre Gespräche in dieser Hinsicht untereinander in der Partei?

Magnitz: Bringen wir es mal auf den Punkt: Das eigentliche Problem ist, dass wir nicht den Zugriff auf die Massenmedien haben, so sind wir immer ausgeliefert der medialen Darstellung, so wie sie eben gerade mainstreammäßig gemacht wird. Da wird die eine Seite in den Himmel gehoben und die andere Seite in den Dreck getreten. Und die andere Seite ist immer die AfD.

Solange wir es nicht schaffen, unter dieser Käseglocke hervor zu diffundieren, werden wir lange, lange, lange brauchen, um die politischen Verhältnisse in diesem Land zu ändern. Das kann sich vielleicht ändern in den nächsten Wahlen, in neun Monaten wissen wir mehr. Die Republik geht ja gerade schwanger. Warten wir mal ab.

ET: Auf wen setzen Sie Ihre Hoffnung?

Magnitz: Wenn, dann wird diese Veränderung ihren Ausgang nehmen in Mitteldeutschland, nicht im Westen, das ist auch so sicher wie das Amen in der Kirche. Und ich baue da einfach auch auf unsere Kollegen in Sachsen und in Brandenburg. Die werden es sein, die es richten können. Ich denke, das wird dann die Auseinandersetzung neu beflügeln und auch auf ein anderes Niveau vielleicht wieder heben.

Wobei, ich habe auch gesagt, wenn wir erst den Einzug in den Bundestag geschafft haben, dann wird das zur Versachlichung der Auseinandersetzungen beitragen, und ich musste die Erfahrung machen, dass genau das Gegenteil eingetroffen ist. Also, warten wir ab.

ET: Wie empfinden Sie die Reaktionen auf Ihren eigenen Fall jetzt?

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Magnitz: Das Interessante ist ja, dass in allen Kommentaren, die von Seiten der Politik zu meinem speziellen Fall gekommen sind, da kam dann, „ja, ja, bedauerlich“, und „es ist alles ganz schrecklich“, aber es wurde in der Regel sofort relativiert, dass dann „die Meute zugeschlagen hat“, zu „Nazi“, und „dass man ja sieht, was daraus wird“, aber „es ist eben halt falsch, Hass mit Hass zu bekämpfen“. Entschuldigung, wo hassen wir, oder wo kämpfen wir mit Hass? Uns schlägt Hass entgegen, ja, das stimmt. Ich bin auch kein Mensch voller Hass, ganz im Gegenteil, ich bin eher ein unbeschwert lebender und unbeschwert denkender Mensch.

In Diskussionen vergleiche ich das, was man in den Jahren beobachten kann, immer mit einer Pendelbewegung. Wir müssen auch warten, bis das Pendel wieder in eine andere Richtung schwingt, und das tut es schon seit einiger Zeit. Und diejenigen, die im Moment noch die Macht innehaben, werden das nicht verhindern können. Das ist, was mich sicher macht, dass ich das alles durchhalte, was ich tue.

ET: Herr Magnitz, wir danken für das Gespräch.

Das Gespräch führte Renate Lilge-Stodieck

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