Freundin von Chemnitzer Todesopfer über Demonstrationen: „Daniel hätte das nie gewollt!“

Epoch Times4. September 2018 Aktualisiert: 5. September 2018 16:13
Die Freundin von Daniel H. sei entsetzt, wie Daniels Tod von Rechten instrumentalisiert werde. "Daniel hätte das nie gewollt! Nie!," so die Freundin zur "Bild".

„Demonstranten laufen mit Plakaten durch Chemnitz, auf denen Fotos von Todesopfern zu sehen sind – vornehmlich Fälle, bei denen Migranten Täter oder Tatverdächtige sind. Darunter auch ein Bild von Daniel H.“, heißt es in einem „Bild“-Artikel zu dem Trauermarsch in Chemnitz am Samstag.

Laut „Bild“-Zeitung sei Daniel H’s. Freundin Bianca T. entsetzt, wie sein Tod von den Rechten instrumentalisiert werde. Die Zeitung zitiert Bianca T.: „Daniel hätte das nie gewollt! Nie! Ich habe mir die Veranstaltungen am Sonnabend in der Stadt angesehen. Da ging es doch gar nicht mehr um Daniel.“

„Daniel war weder rechts noch links. Das, was da gerade läuft, wäre nie in seinem Sinn gewesen. Wir wollen nur noch in Ruhe trauern“, so Bianca T. zur „Bild“.

Angehörige lehnen Kondolenzbesuch von MP Kretschmer und OB Ludwig ab

Der Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte auf einer Veranstaltung in Chemnitz am Samstag, dass ein Kondolenzbesuch von ihm und Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig von den Daniels Angehörigen abgelehnt wurde. Anscheinend aus Sorge, dass ein solcher Besuch als eine Instrumentalisierung betrachtet werden könnte, die nicht im Sinne ihres verstorbenen Angehörigen sei, schreibt die „Freie Presse“.

Daniel H. (35) ein Chemnitzer mit kubanischen Wurzeln wurde am Rande des Chemnitzer Stadtfest Opfer einer tödlichen Messerattacke. Tatverdächtig sind ein Syrer und ein Iraker. Nach dem Todesfall gab es zahlreiche Demonstrationen in Chemnitz von Bürgern der Stadt aber auch rechten Gruppierungen.

Die AfD, das Bündnis Pro Chemnitz und die Bewegung Pegida riefen zu einem Trauermarsch auf, in dem gleichzeitig die Asylpolitik der Bundesregierung kritisiert wurde. Zudem gab es Gegendemonstrationen, wie zum Beispiel die Veranstaltungen „Herz statt Hetze“ und Friedensmärsche, die von Parteien, Vereinen, Unternehmen, Gewerkschaften und Kirchen organisiert wurden. (er)

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