Gauland: Antisemitismus darf nicht zum Kollateralschaden einer falschen Flüchtlingspolitik werden

Von 26. April 2018 Aktualisiert: 26. April 2018 14:15
Wer den Davidstern verbrenne und Kippaträger angreife, habe das Gastrecht in diesem Lande missbraucht und dann eben auch verwirkt. Antisemitismus dürfe nicht zum Kollateralschaden einer falschen Flüchtlings- und Einwanderungspolitik werden, so Alexander Gauland in seiner heutigen Bundestagsrede.

Am 14. Mai werden es 70 Jahre, dass der Staat Israel gegründet wurde. Noch in der Gründungsnacht erklärten sechs arabische Staaten – Ägypten, Saudi-Arabien, Transjordanien, Libanon, Irak und Syrien – Israel den Krieg und griffen den neuen Staat sofort an. Ziel der arabischen Allianz, die das Existenzrecht Israels bestritt, war die Beseitigung des entstehenden jüdischen Staates. Viele weitere Kriege folgten. Heute leben in Israel ca. 8,4 Millionen Menschen, davon rund 75 Prozent Juden und über 20 Prozent Araber. In seiner bemerkenswerten Rede im Deutschen Bundestag betonte Alexander Gauland (AfD) die besondere Rolle Deutschlands gegenüber Israel, aus der eine besondere moralische Verantwortung erwachse.

Es war und ist moralisch richtig, das Existenzrecht Israels zum Teil unserer Staatsräson zu machen

Entstanden sei der Staat Israel, so macht Alexander Gauland gleich zu Beginn seiner Rede deutlich, aus einem einmaligen Zivilisationsbruch, der für immer mit dem deutschen Namen verbunden bleiben werde: der Shoa (der nationalsozialistische Völkermord an den Juden Europas).

Und gerade weil wir auf diese schreckliche Weise mit dem Existenzrecht Israels verbunden seien, war und sei es richtig, die Existenz Israels zu einem Teil unserer Staatsräson zu erklären. Das war und sei moralisch richtig, enthalte aber über das reine Bekenntnis eine weitergehende Verpflichtung: Im Ernstfall einer existenziellen Bedrohung Israels an dessen Seite zu kämpfen – und zu sterben.

Er sei sich nicht sicher, ob das Ausmaß dieser Verpflichtung überall in Deutschland erkannt und verstanden worden sei. Aber allein dadurch wäre es mehr als reines Lippenbekenntnis und rituelle Symbolik.

Israel ist das Land, in dem Menschen Zuflucht suchten, die im von Deutschland beherrschten Europa kein Lebensrecht hatten

Deutschland sei nach zwei Weltkriegen ein postheroisches, in gesicherten Grenzen lebendes Land. Israel aber müsse jeden Tag neu um seine Existenz und Anerkennung in einer feindlichen Umwelt ringen. Dieser Tatsache werde auch eine Zweistaatenlösung Rechnung tragen müssen.

Deshalb müsse Kritik an den Mitteln dieses Ringens immer unsere historische Verantwortung für den Staat Israel im Blick haben. Israel sei eben für uns kein Staat wie jeder andere, dessen Führung und Methoden wir nach Herzenslust kritisieren dürften. Es sei vielmehr ein Land, in dem die Menschen Zuflucht gefunden hätten, die in einem kurzzeitig von Deutschland beherrschten Europa kein Lebensrecht hatten.

Wer den Davidstern verbrennt und Kippaträger angreift, hat das Gastrecht bei uns verwirkt

Israel sei eben nicht nur deutsche Außenpolitik, es sei auch und hauptsächlich moralische Verantwortung. Und deshalb sei es unsere Pflicht, genau hinzuschauen, wenn Kritik an diesem Staat die historischen Reflexe der Judenfeindschaft bediene. Israel sei leider noch immer die einzige Demokratie im nahen Osten. Und trotz aller Benachteiligungen arabischstämmiger Israelis seien ein Viertel der Einwohner Israels Araber, während im Gazastreifen kein Jude ungeschützt überleben könnte.

Das heiße für uns aber auch, dass die Existenzsicherung Israels am Brandenburger Tor beginne. Wer den Davidstern verbrenne und Kippaträger angreife, habe das Gastrecht in diesem Lande missbraucht und dann eben auch verwirkt. Antisemitismus dürfe nicht zum Kollateralschaden einer falschen Flüchtlings- und Einwanderungspolitik werden.

Der Beitrag erschien zuerst bei Jürgen Fritz.com.

Die Bundestagsdebatte erfolgte um Zuge des Antrags von den Fraktionen der CDU/CSU, SPD und FDP – 70 Jahre Gründung des Staates Israel – In historischer Verantwortung unsere zukunftsgerichtete Freundschaft festigen.

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