Auch Friseure und Kosmetiker sind zu prüfen
Gegen Schwarzarbeit: Neues Gesetz für mehr Steuergerechtigkeit
Am Donnerstag sollen Abgeordnete das neue Gesetz zur Bekämpfung von Schwarzarbeit verabschieden. Der Zoll soll mehr Kompetenzen erhalten. Für 2026 werden dadurch Mehreinnahmen von mehr als 1,26 Milliarden Euro prognostiziert.

Ein Zöllner bei der Überprüfung einer Baustelle – immer wieder macht der Zoll Schwarzarbeiter ausfindig.
Foto: Sascha Thelen/dpa
Der Parlamentsgeschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, Dirk Wiese, hat das geplante Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung als „wichtigen Schritt“ gelobt. Wiese sagte: „Wir brauchen mehr Steuergerechtigkeit“. Das Gesetz soll am Donnerstag (13. November) im Bundestag verabschiedet werden.
Mit dem Gesetz versetze die Regierung die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls in die Lage, erfolgreicher gegen illegale Beschäftigung und den damit einhergehenden Steuerbetrug vorzugehen, sagte Wiese. Es gehe um Milliarden, die dem Staat jährlich verlorengingen.
„Es ist höchste Zeit, dass wir eine härtere Gangart einlegen, um gegen diejenigen vorzugehen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit und auf dem Rücken von illegal beschäftigen Arbeitskräften bereichern.
Mehr Kompetenzen für den Zoll
Das Kabinett hatte den Entwurf des Gesetzes Anfang August vorgelegt. Damit sollen die Kompetenzen der Zoll-Einheit Finanzkontrolle Schwarzarbeit erweitert, die Datenanalyse verbessert sowie Prüfungen vereinfacht werden.
So soll die Zoll-Einheit künftig am Polizeilichen Informationsverbund teilnehmen – das heißt, dass sie nicht mehr die Polizei etwa bei der Identifizierung von illegal Beschäftigten um Amtshilfe ersuchen muss. Mit dem Gesetz wird zudem die Friseur- und Kosmetikbranche mit in den Katalog der von Schwarzarbeit besonders betroffenen Branchen aufgenommen.
Durch das Gesetz entstehen laut dem Entwurf „erhebliche Mehreinnahmen“. So werden schon für das nächste Jahr Mehreinnahmen von mehr als 1,26 Milliarden Euro prognostiziert. Bis 2029 sollen sie auf mehr als zwei Milliarden Euro anwachsen. (afp/red)
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