Gesundheitsamtsleiter Pürner nach Kritik ins Ministerium zitiert: „Meine Meinung lasse ich mir nicht verbieten“

Von 21. Oktober 2020 Aktualisiert: 21. Oktober 2020 20:34
Der Leiter des Gesundheitsamtes im bayerischen Aichach-Friedberg, Friedrich Pürner, hat in einem Interview seine Kritik an der Corona-Strategie der Staatsregierung unter Ministerpräsident Söder erneuert. Dass dies seiner Beamtenkarriere schaden könnte, nehme er in Kauf.

In einem Interview mit dem „Münchner Merkur“ hat der Chef des Gesundheitsamtes von Aichach-Friedberg, Friedrich Pürner, der Bayerischen Staatsregierung unter Ministerpräsident Markus Söder neuerlich falsche Akzente in der Corona-Politik attestiert.

Bereits Anfang des Monats hatte der Epidemiologe eine alleinige Ausrichtung der Pandemie-Maßnahmen auf positive PCR-Tests als unangemessen bezeichnet und vorgeschlagen, in Bayern eine differenzierte Meldepflicht von Corona-Fällen einzurichten.

Corona wird auch durch Impfung nicht vollständig verschwinden

Im Gespräch mit dem Merkur sagte Pürner, er werde Kritik an der Corona-Politik des Freistaats auch weiterhin öffentlich äußern – „auch wenn ich meine Beamten-Karriere auf Spiel setze“. Infolge seiner kritischen Positionen auf Twitter hatten Vorgesetzte Pürner bereits dazu veranlasst, die Bezeichnung „Leiter Gesundheitsamt“ aus seinem Twitter-Profil zu entfernen.

Pürner erklärt gegenüber dem Blatt, es sei richtig gewesen, zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr Maßnahmen zu verhängen, um eine Überlastung des Gesundheitswesens abzuwenden. Dies sei erfolgreich gelungen. Mittlerweile hätte sich die Situation jedoch verändert und es zeichne sich ab, dass das Virus sich nicht vollständig ausrotten lasse. Entsprechend müsse die Regierung auch ihre Kommunikationspolitik gegenüber der Öffentlichkeit anpassen:

„Wir müssen mit Corona leben“, erklärt Pürner. „Daran wird auch eine Impfung nichts ändern. So schnell wird es keine geben, und einen 100-prozentigen Schutz bietet keinerlei Impfung. Das heißt, wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben. Wir müssen es als allgemeines Lebensrisiko begreifen.“

Pürner: „Wir haben Panik-Stimmung“

Der Epidemiologe, der eigenen Angaben zufolge seit Ausbruch der Pandemie mehr als 500 Überstunden aufgehäuft hatte, nimmt vor allem an der anhaltenden Angst-Rhetorik Anstoß, die noch weitgehend die Szenerie beherrsche – für die es jedoch keine Grundlage mehr gäbe.

„Aufgabe der Politik wäre es: Ängste nehmen, nicht Panik schüren“, betont der Gesundheitsamtsleiter. „Das Gegenteil ist der Fall: Wir haben Panik-Stimmung.“

Bürger bettelten aus Angst darum, in Quarantäne geschickt zu werden. Durch „ständige Überdramatisierung und Alarmismus“ entstehe bei den Bürgern ein Erschöpfungszustand und die Politik verspiele auf diese Weise Vertrauen.

Besonders kritisch sieht Pürner den Umgang mit Kindern in der Corona-Krise. Hier seien Gefahren und Risiken der Seuche mit teilweise sehr fragwürdigen Mitteln kommuniziert worden:

„Wir hatten schon weinende Eltern am Telefon, deren Kinder von Lehrern gerügt wurden, weil sie sich nicht an Corona-Regeln gehalten haben und gefragt wurden: Willst du, dass Oma und Opa sterben? Das macht was mit unseren Kindern. Ich will nicht, dass meine Kinder mit Ängsten aufwachsen.“

Gesundheitsamt-Chef Pürner: „Das ist nicht Ebola“

Pürner mahnt, die bloße Summe positiv auf das neuartige Coronavirus Getesteter nicht 1:1 in tatsächlich Erkrankte oder gar stationär Behandlungsbedürftige umzurechnen. Ein positiver Befund als solcher sage noch nicht viel über eine tatsächliche Erkrankung, deren Schwere oder die vom Betroffenen ausgehende Ansteckungsgefahr aus.

Es sei immer damit zu rechnen, dass mit COVID-19 Infizierte ernsthaft erkranken, Folgeschäden davontragen oder sogar an den Folgen sterben. Dies treffe vor allem auf die Hauptrisikogruppen der Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen zu. Allerdings sei das allgemeine Risiko, schwer an Corona zu erkranken, niedrig, ebenso das Sterberisiko: „Das ist nicht Ebola.“

Mundschutz an Schulen unnötig?

Die auf Inzidenzen aufbauende Strategie der Politik sei nicht richtig. Die Inzidenzen bauten nur auf der Zahl der positiv Getesteten auf, zudem seien die Ampel-Schwellen von 35 und 50 pro 100.000 willkürlich gewählt. Sie sagten nichts über die tatsächliche Anzahl derjenigen aus, die Symptome hätten oder gar behandelt werden müssten.

Pürner übt auch deutliche Kritik an der in Bayern geltenden Maskenpflicht an Schulen und Kitas. Die Schutzwirkung der Masken, die von der Mehrheit getragen werde, sei im Allgemeinen bereits strittig, Kinder nähmen zudem aber im Besonderen nicht am Infektionsgeschehen teil. Die Community-Masken seien „nicht mehr als ein Zeichen der Solidarität“.

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Eine moderate Corona-Politik sollte, so der Epidemiologe, auf Hygiene achten und schon in den Schulen darüber aufklären. Diese müssten dazu jedoch offen bleiben. Dürfte er Kultusminister Michael Piazolo beraten, so Pürner, würde er raten:

„Lassen Sie die Schulen offen, befreien sie die Schüler vom Mundschutz, lassen Sie lüften, aber nicht andauernd. Wir brauchen Lehrer mit Zuversicht. Lehrer, die sagen: Wir kriegen das hin.“

Rapport Ende Oktober im Ministerium

Für Ende Oktober wurde Pürner bereits ins Gesundheitsministerium zitiert, erklärte der Amtsleiter. Er wolle dennoch weiterhin seine fachliche Meinung äußern und sich von niemandem instrumentalisieren lassen. Er sei fachlich gut ausgebildet und wisse, wovon er rede. Er sehe sich auch nicht als Rebell.

Bereits zu Beginn des Monats hatte Pürner betont, er vertraue darauf, dass die Redefreiheit auch für ihn gelte. Anordnungen aus der Regierung wolle er ja unabhängig davon umsetzen, ob er sie persönlich für richtig halte.

Den Menschen die Angst zu nehmen, sei ihm jedoch wichtig – und seine Beamtenkarriere stelle er dabei nicht über seine Überzeugungen:

„Egal, wie der Austausch verläuft, meine Meinung lasse ich mir nicht verbieten.“

 

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