Wer im medizinischen Notfall den Notruf 112 wählt, rechnet mit schneller Hilfe vom Rettungsdienst.Foto: Arne Dedert/dpa

Gesundheitssystem ist zum Patienten geworden – Krankenhäuser warnen vor „systemischen Problemen“

Epoch Times8. September 2019 Aktualisiert: 8. September 2019 10:27
"Unser Gesundheitssystem und mit ihm der Krankenhaussektor sind längst selbst zum Patienten geworden", erklärt Kai Hankeln, Chef des zweitgrößten privaten Krankenhauskonzerns Asklepios. Es fehlen nicht nur die Mitarbeiter.

Deutschlands Krankenhäuser schlagen angesichts zunehmender Überlastung und personeller Engpässe Alarm. „Wir haben ernst zu nehmende systemische Probleme in unserem Krankenhauswesen“, sagte Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der „Welt am Sonntag“. Er nennt drei Entwicklungen, die ihm besonders Sorgen machen: Ein Drittel der Krankenhäuser schreibe rote Zahlen, so der DKG-Hauptgeschäftsführer.

Die Behandlung von neun Millionen Notfallpatienten im Jahr sei nicht kostendeckend, sondern es entstehe ein Minus von einer Milliarde Euro. Zudem würden statt der erforderlichen sechs jährlich nur drei Milliarden Euro an Investitionen für die Kliniken bereitgestellt, sagte Baum.

Auch Kai Hankeln, Chef des zweitgrößten privaten Krankenhauskonzerns Asklepios, sorgt sich um den Zustand des deutschen Krankenhauswesens.

„Unser Gesundheitssystem und mit ihm der Krankenhaussektor sind längst selbst zum Patienten geworden, dem mit homöopathischen Therapiedosierungen nicht mehr geholfen werden kann“, sagte Hankeln der „Welt am Sonntag“.

Zwar ist zu Jahresbeginn ein Gesetz in Kraft getreten, das die Versorgung der Kliniken mit Pflegekräften verbessern soll. Angesichts des Mangels an qualifiziertem medizinischen Personal bleiben allerdings weiterhin viele Stellen offen: Insgesamt 15.000 Stellen sind laut Schätzungen der DKG derzeit im gesamten Krankenhaussektor unbesetzt. (dts)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion