Kebab.Foto: iStock

GEW für kreative Kampagnen: Schüler mit „Döner-Gutschein“ zum Impfen motivieren

Epoch Times8. September 2021 Aktualisiert: 8. September 2021 16:32

Der Weg zur Impfung kann nach Einschätzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auch über Appetit und Magen gehen. Um die Impfquote bei den Schülerinnen und Schülern im Südwesten zu erhöhen, fordert GEW-Landeschefin Monika Stein vom Gesundheitsministerium um Minister Manne Lucha (Grüne) Kreativität. „Wie wäre es zum Beispiel mit einem Lucha-Schüler*innen-Döner-Gutschein für jede geimpfte Person ab zwölf Jahren?“, schlägt Stein vor.

Es reiche nicht, wenn die Schulleitungen vom Kultusministerium Internet-Links zum Thema Impfen zugesandt bekämen, sagte sie vor einer Pressekonferenz der Bildungsgewerkschaft am Mittwoch. Sie empfiehlt zudem leicht verständliche Flugblätter zum Impfen für Jugendliche und deren Eltern an den weiterführenden Schulen. Diese könnten am ersten Schultag verteilt werden.

Bei den Lehrkräften in Kitas und Schulen geht die GEW derzeit von einer Impfquote von 80 bis 95 Prozent aus. Das ist laut Stein aber nicht genug. An den Schulen im Südwesten braucht es laut GEW zudem noch mehr Luftreinigungsgeräte. Die Bildungsgewerkschaft fordert auch PCR-Tests als Standard und mobile freiwillige Impfangebote der Schulträger.

Quarantäne in den Schulen soll nur noch für fünf Tage gelten 

Kurz davor wurde bekannt gegeben, dass die Corona-Quarantäne in Schulen künftig nur noch für fünf Tage gelten soll – und auch nicht mehr für ganze Klassen. Dies hat die Gesundheitsministerkonferenz beschlossen, wie deren Vorsitzender Klaus Holetschek (CSU) mitteilte. Bislang wird die Schulquarantäne bei auftretenden Corona-Fällen unterschiedlich gehandhabt – mit teilweise strengeren Regeln. Die Reaktionen von Lehrern und Ärzten auf den Beschluss fielen gemischt aus.

Bei Schülerinnen und Schülern ohne Symptome, die als enge Kontaktpersonen eingestuft werden, kann die Quarantäne bereits frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test oder Antigenschnelltest aufgehoben werden, erläuterte Bayerns Gesundheitsminister Holetschek.

Geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler würden von Test- und Quarantänepflichten komplett ausgenommen, sagte Holetschek. Quarantäne werde in der Schule „mit höchstem Augenmaß“ angeordnet. „Bei einer Corona-Infektion muss also nicht mehr die ganze Schulklasse in Quarantäne.“

„Unser gemeinsames Ziel ist, im neuen Schuljahr so viel Präsenzunterricht wie möglich zu garantieren – bei bestmöglichem Infektionsschutz für alle“, sagte Holetschek. „Wir alle wollen so wenig Quarantäne wie möglich.“

Grundsätzlich bedürfe es neben einem Testkonzept auch Regelungen zum Lüften und zum Tragen von medizinischen Masken. Die jetzt vereinbarte Regelung mit der Möglichkeit einer Freitestung nach frühestens fünf Tagen gelte auch für Kinderbetreuungseinrichtungen.

Spahn beklagt Flickenteppich

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuvor beklagt, dass es bislang zum Teil sogar innerhalb der Länder Unterschiede bei der Quarantäne in den Schulen gebe – und zwar wegen der Vorgehensweise der Gesundheitsämter. Manchmal müsse die gesamte Klasse in Quarantäne, manchmal seien es nur die umsitzenden Schüler. Die oft verhängten 14 Tage seien zudem „eine lange Zeit, wenn es um Kitas und Schulen geht“.

Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) plädierte für die Fünf-Tage-Regelung. „Eine große gemeinsame Linie der Länder würde für sehr viel Akzeptanz gerade auch der Eltern sorgen“, sagte sie in Berlin.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sprach sich ebenfalls für umsichtige Quarantäneregeln aus. „Wenn eine gute Lüftung im Klassenzimmer gewährleistet ist, wenn vielleicht sogar eine Raumluftfilteranlage drin ist, dann muss man nicht die Kinder einer ganzen Klasse in Quarantäne schicken“, sagte er im Podcast „Die Schulstunde“ des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). „Dann kann man sich auch auf die unmittelbaren Banknachbarn konzentrieren.“

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, sagte hingegen der „Welt“: „Die Sitznachbarn sollten nur dann für fünf Tage in Quarantäne geschickt werden, wenn im Unterricht Maskenpflicht herrscht und die Freitestung über einen PCR-Test erfolgt.“ Wenn diese beiden Schutzmaßnahmen nicht gegeben seien, „sollte die gesamte Klasse in Quarantäne“, forderte Finnern und warnte: „Wir haben erst September, die heiße Phase der hohen Infektionszahlen wird noch ab Oktober oder November kommen“.

Einheitliche Regelung erhält positive Resonanz

Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, begrüßte die einheitliche Regelung gegenüber der „Welt“. „Die Gesundheitsämter haben nun einen einheitlichen Rahmen, an dem sie sich orientieren können“, sagte Teichert.

Kritik kam hingegen vom Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske. „Wir finden es deutlich sinnvoller, nur das infizierte Kind in Quarantäne zu schicken“, sagte Maske der „Welt“. „Kinder leiden auch bei fünf Tagen unter der Quarantäne, sitzen etwa eine zweistellige Stundenanzahl vor dem Bildschirm“. Die Folgen seien in den vergangenen Lockdowns sichtbar geworden: „Angst-, Zwangsstörungen oder Depressionen“.

Besser wäre es Maske zufolge, die Sitznachbarn des infizierten Schülers täglich vor dem Unterricht per PCR-Test zu testen. „So würden potentielle Infektionen sofort erkannt werden, statt massenhaft gesunde Kinder nach Hause zu schicken.“

Der „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe) sagte der Kinderarzt: „Daten aus der Vergangenheit zeigen, dass rund 98 Prozent der Quarantänen nicht notwendig gewesen“ wären. Er kritisierte zudem, dass die neuen Quarantäne-Regeln verspätet beschlossen worden seien: „Die Regelungen kommen für manche Bundesländer sicher zu spät“, sagte er. (afp/dpa/oz)



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