Gießener „Hells Angels“-Präsident Aygün Mucuk (45) vor Clubheim erschossen

Epoch Times7. October 2016 Aktualisiert: 7. Oktober 2016 13:41
Der Präsident des Gießener Rocker-Clubs der "Hells Angels", Aygün Mucuk (45) wurde am Freitagmorgen tot auf der Außentreppe des Vereinsheims in Wißmar aufgefunden. Der Mann wurde durch mehrere Schüsse getötet, so die Staatsanwaltschaft.

Am Freitagmorgen entdeckte eine Anwohnerin einen Toten auf der Außentreppe der Villa Kleopatra in Wettenberg-Wißmar, sieben Kilometer nördlich der hessischen Universitätsstadt Gießen. Sie alarmiert Rettungsdienst und Polizei. Die rückt mit einem Großaufgebot an, eine schwer bewaffnete Hundertschaft folgt. Der Tote wird als Aygün Mucuk, Chef der Gießener Hells Angels identifiziert. Der türkischstämmige Rocker wurde von mehreren Kugeln getötet.

Die Polizei leitete eine Ringfahndung nach den Tätern ein. Alle Ortseingänge Wißmars sind gesperrt, es gibt Fahrzeugkontrollen.

Vor Ort: Fotos machen verboten!

Die Situation vor Ort ist sehr angespannt, berichtet der „Gießener Anzeiger“. Reporter wurden von Rockern angegriffen, als sie Fotos machen wollten. Alles drohte zu eskalieren. Die Polizei sicherte Eingang und Gelände der Villa rigoros ab. Auch die Straße weiträumig gesperrt. Fotos machen ist streng verboten.

Die Obduktion des Leichnams durch Rechtsmediziner soll schnellstmöglich geschehen, so die Staatsanwaltschaft. Der Tatzeitpunkt ist bisher nicht genau bekannt. „Momentan gehen wir allerdings davon aus, dass das Tötungsdelikt sich entweder in der Nacht oder am frühen Morgen zugetragen haben müsste”, so Polizeisprecher Thomas Hauburger.

Rivalitäten zwischen den Hells Angels

In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Rivalitäten zwischen den traditionellen Frankfurter Hells Angels und dem türkisch geprägten Gießener Club. Es kam mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Bereits im Juli 2014 musste Mucuk in der Uniklinik Frankfurt wegen Schussverletzungen behandelt werden. Damals ging es um einen Machtkampf um die Gründung einer Ortsgruppe in Gießen. Dieser gipfelte in einer Schießerei vor dem Frankfurter „Katana“-Club. Es gab fünf Verletzte, berichtete die „Bild“. (sm)

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