G+J fordert hohe Gegenleistungen von Facebook für Hilfe bei Kampf gegen Fake-News

Von 23. Februar 2017 Aktualisiert: 23. Februar 2017 14:37
Obwohl Facebook die Medien zunächst lediglich um Hilfe beim Kampf gegen sogenannte Fake-News gebeten hat, gibt es bereits Forderungen aus den Reihen von Medienhäusern. G+J möchte zum Beispiel im Gegenzug für eine Mitarbeit die Offenlegung der Facebook-Verbreitungsbedingungen. Urhebern von Fake-News aber soll der Geldhahn abgedreht werden.

Seit Herbst 2015 lässt Facebook mit Hilfe der Bertelsmann-Firma Arvato in Berlin Beiträge löschen. Nun wendete sich Facebook an ARD, ZDF und deutsche Medien-Unternehmen mit der Bitte um weitere Hilfe. Unter den Medienunternehmen befinden sich auch das Journalismus Büro Correctiv und Gruner + Jahr (G+J) sowie Focus-Online. Während das Correctiv Team zugesagt hat, ist Focus Online noch bei der Prüfung der Anfrage, sei aber „grundsätzlich bereit“. Dies berichtet das Newsportal „Meedia“.

G+J ist ebenfalls gesprächsbereit. Aber obwohl Facebook bislang nicht von Gegenleistungen für die Hilfe gesprochen hat gibt G+J für die Mitarbeit einige Bedingungen vor, wie auf der „Webseite des Medienhauses“ zu lesen ist.

Für Mitarbeit Offenlegung der Facebook-Verbreitungsbedingungen

Unter anderem fordert G+J die Offenlegung der „Bedingungen, nach denen Inhalte auf der Plattform verbreitet werden“ für Produzenten von Inhalten. G+J möchte zudem die Standards für die Messung der Werbewirkung mit Facebook aushandeln. Das Unternehmen fordert „faire Erlösbeteiligungen für Inhalteanbieter ebenso wie die Anerkennung gemeinsamer Standards in der Werbewirkungsmessung.“

Finanzielle Einkünfte für Urheber von Fake-News sollen unterbunden werden

Zudem müsse Facebook „bereit sein, die Verbreitung von News, die eindeutig als Falschmeldungen identifiziert sind, unverzüglich zu unterbinden“, so G+J. Gleichzeitig soll Urhebern von Fake-News sofort der Geldhahn abgedreht werden: Alle möglichen finanziellen Einkünfte von eindeutig als Falschmeldungen identifizierten News seien zu unterbinden.

Einer Partnerschaft müsse sich auch auf einer Geschäftsbeziehung begründen, so G+J. Eine solche Dienstleistung gebe es vom Medienhaus nicht gratis.  

Prüfung eigener Inhalte durch G+J

Auf die Frage nach einem möglichen Interessenskonflikt, wenn Nutzer Inhalte des Unternehmens zur Überprüfung melden, wollte die Pressesprecherin von G+J gegenüber dem Newsportal „Sputnik“ nicht antworten. Ähnlich stünde es um Correctiv. Wird das Unternehmen auch die Leitmedien kontrollieren? Denn immerhin werde das Rechercheportal von ARD und ZDF finanziert, wie „Sputnik“ schreibt.

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