Atommüll-Endlager: 90 neue Standorte im Gespräch – Habeck: Das ist Müll „den wir nie wollten“

Bei der bundesweiten Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll ist der Standort Gorleben einem Medienbericht zufolge aus dem Rennen. Jetzt schaltet sich Grünen-Chef Robert Habeck ein.
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Robert Habeck.Foto: ODD ANDERSEN/AFP via Getty Images
Epoch Times28. September 2020

Bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager sind insgesamt 90 sogenannte Teilgebiete in der engeren Auswahl gelandet. Das geht aus dem Zwischenbericht Teilgebiete hervor, der am Montagvormittag von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) veröffentlicht wurde.

Demnach wurden Teilgebiete mit einer Gesamtfläche von circa 240.874 Quadratkilometern ermittelt, welche günstige geologische Voraussetzungen für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle erwarten lassen.

Die Gebiete überlagern sich teilweise, da sie sich in erdgeschichtlich unterschiedlichen Einheiten befinden. Berücksichtigt man die Überlagerung einiger Teilgebiete, ist in der Bundesrepublik eine Fläche von circa 194.157 Quadratkilometern, also ein Anteil von ca. 54 Prozent der Landesfläche als Teilgebiet ausgewiesen.

Im Wirtsgestein Tongestein wurden neun Teilgebiete mit einer Fläche von circa 129.639 Quadratkilometern ausgewiesen. Für das Wirtsgestein Steinsalz konnten insgesamt 74 Teilgebiete mit einer Fläche von circa 30.450 Quadratkilometern ausgewiesen werden.

Hinzu kommen insgesamt sieben Teilgebiete mit einer Fläche von 80.786 Quadratkilometern im kristallinen Wirtsgestein. Der Salzstock Gorleben wurde nach Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien nicht als Teilgebiet deklariert.

„Wichtig ist: Der Zwischenbericht Teilgebiete ist kein abschließendes Ergebnis, sondern ein erster Zwischenstand“, sagte BGE-Geschäftsführer Steffen Kanitz.

Die Bürger sollten schon einen „umfangreichen Einblick“ in die Arbeit der BGE erhalten, bevor „Fakten geschaffen werden“, fügte er hinzu. Nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts soll die Zahl der Gebiete, die infrage kommen, in den kommenden Jahren anhand weiterer Kriterien weiter eingeschränkt werden.

Grüne wollen bei Endlager-Suche helfen

Grünen-Chef Robert Habeck hat die bundesweite Suche nach einem Standort für hochradioaktiven Atommüll als Herausforderung für seine Partei beschrieben.

Die Grünen seien aus dem Widerstand gegen die Atomkraft gegründet worden, sagte Habeck am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Nun sei die Partei in der Situation, eine Lösung für den Müll zu suchen, „den wir nie wollten“. Er forderte strikte „Rationalität und Wissenschaftlichkeit“ bei der Standort-Wahl.

Die Grünen hätten die Atomkraft immer abgelehnt, betonte Habeck. Dennoch sei die Partei bereit, bei der Endlager-Suche politische Verantwortung zu übernehmen.

„Wir könnten es uns auch ganz leicht machen und sagen: Das ist nicht unser Bier“, und SPD und Union allein an einer Lösung arbeiten lassen, sagte Habeck. „Das machen wir aber nicht.“ Ziel der Grünen sei es, auch dann „Probleme zu lösen, wenn wir sie nicht geschaffen haben“.

Habeck forderte, dass die Wahl des Endlager-Standorts nach „strengsten wissenschaftlichen Kriterien“ erfolgen müsse. Politische Erwägungen dürften dabei keine Rolle spielen.

„Wenn der sicherste Standort nach nachvollziehbaren Kriterien in meinem Wahlkreis ist, dann stelle ich mich dahin und sage: ‚Es ist zwar nicht schön, aber solange es keine besseren Argumente gibt, warum ein anderer Standort besser ist, muss es hier sein.'“ Dies erwarte er von allen anderen Politikern auch.

Gorleben als Zwischenlager ist aus dem Rennen

Wie der „Spiegel“ am Sonntagabend unter Berufung auf Fraktionskreise berichtete, ist Gorleben in einem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) nicht als sogenanntes „Teilgebiet“ ausgewiesen. Damit sei der Salzstock im niedersächsischen Wendland „komplett aus dem Rennen“. Dafür stünden nun Teile von Bayern erstmals auf der Liste.

Die BGE will ihren Zwischenbericht zur Suche nach einem Endlager-Standort am Montag veröffentlichen. Der Bericht soll eine erste Vorauswahl enthalten, welche Gebiete in Deutschland für ein Endlager in Frage kommen und welche nicht. Die endgültige Entscheidung ist erst für das Jahr 2031 anvisiert.

Laut „Spiegel“ informierte die BGE am Sonntagabend bereits das Bundesumweltministerium und die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag mündlich über die Eckpunkte des Zwischenberichts.

In der Endlagerfrage geht es vor allem um rund 1900 Castor-Behälter mit etwa 27.000 Kubikmeter Atommüll, für die nach dem für Ende 2022 beschlossenem Atom-Ausstieg ein sicherer Verbleib gefunden werden muss. Grundlage für die Suche ist das 2017 beschlossene Endlagersuchgesetz. 90 Gebiete sind derzeit in engerer Auswahl.

Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen hatten sich Regierung und Opposition 2017 darauf geeinigt, die Suche nach einem Atommüll-Endlager neu zu starten und den Standort in einem ergebnisoffenen Verfahren auszuwählen. Davor hatte es trotz massiver Widerstände und Proteste in der Bevölkerung lange eine Vorfestlegung auf Gorleben gegeben.

Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen hatten sich Regierung und Opposition 2017 darauf geeinigt, die Suche nach einem Atommüll-Endlager neu zu starten und den Standort in einem ergebnisoffenen Verfahren auszuwählen. Davor hatte es trotz massiver Widerstände und Proteste in der Bevölkerung lange eine Vorfestlegung auf Gorleben gegeben. (afp/nh)



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