Grünen-Politiker Volker Beck: Wirbel um Aussage „Deutsche sollen Arabisch lernen“

Von 18. Oktober 2016 Aktualisiert: 18. Oktober 2016 11:10
Grünen-Politiker Volker Beck machte am Freitag einen provokativen Vorschlag. Er meinte, die Deutschen sollten sich im Umgang mit Zuwanderern "entspannen" und einfach Arabisch lernen, falls in einem Stadtteil beispielsweise Arabisch vorherrsche. Der Aufschrei ein sozialen Medien war groß und Beck ruderte daraufhin zurück.

Grünen-Politiker Volker Beck machte am Freitag einen provokativen Vorschlag. Er meinte, die Deutschen sollten sich im Umgang mit Zuwanderern „entspannen“ und wenn in einem Stadtteil beispielsweise Arabisch vorherrsche, sollen die dort lebenden Einheimischen einfach Arabisch lernen. Der Aufschrei ein sozialen Medien war groß und Beck ruderte daraufhin zurück.

Beck verwies darauf, dass es in anderen Ländern ganz normal sei, dass es Vierteln gebe, die nur von Migranten bewohnt würden.

„In den USA finden Sie ihr Chinatown, da finden Sie die Gegenden, wo die Mexikaner wohnen, oder je nachdem, welche Community in der Stadt gerade stark ist. Da gibt es ein bisschen ein Unwohlsein, weil man das Gefühl hat, man bekommt was nicht mit. Aber wenn einem das wirklich wichtig ist, soll man diese Sprache lernen,“ so der Grünen-Politiker zu „nt-v“.

Arabische Predigt „gehört zu Religionsfreiheit“

Weiter sagte Beck in dem umstrittenen Interview: In Deutschland müsse man sich gegen „die wachsende Muslimfeindlichkeit“ aber auch gegen „islamistische Tendenzen im Islam“ wenden.

Die „übergroße Mehrheit selbst der Islamisten“ in Deutschland sei aber gewaltfrei, ist der Grünen-Mann überzeugt. Sie seien „friedliebende Menschen“, die an Allah glaubten, „die gelegentlich mal beten, die manchmal auch in die Moschee gehen und ansonsten den Nachbarn einen guten Mann sein lassen“.

Zudem sprach sich Beck dafür aus, dass die Predigten in den deutschen Moscheen weiterhin in Arabisch oder Türkisch abgehalten werden. Das gehöre zur Religionsfreiheit, „und es ist auch ein bisschen Heimat, dass man ein Gottesdienstangebot bekommt in der eigenen Sprache!”

Kritik in sozialen Medien

Wegen eines Entrüstungsturms in sozialen Medien ruderte Beck gestern zurück: Auf seiner Facebook-Seite schrieb er, es habe „Verdrehungen im Netz“ gegeben. Auch betonte er, dass wer in Deutschland leben wolle, Deutsch lernen, verstehen und sprechen müsse: „Niemand muß in Deutschland eine andere Sprache lernen, um Zuwanderer und Flüchtlinge zu verstehen, sondern diese müssen Deutsch lernen.“ Anders sei dies jedoch bei Polizei und Sozialarbeitern: „Hier brauchen wir mehr interkulturelle Kompetenz und auch ausreichend Personal mit einschlägigen Sprachkenntnissen“, forderte Beck. Hier sein Post:

Becks eigene Partei hat indessen den Vorschlag abgelehnt. „Aufgabe der Politik sollte momentan eher sein, zu überlegen, wie man den Neuankömmlingen möglichst schnell Deutsch beibringt“, hieß es laut Bild-Informationen in der Parteispitze der Grünen. Der „Stern“ berichtete.

Auch die CDU kritisierte: „Dann könnten wir jegliche Integrationsanstrengungen auch gleich unterlassen. Die deutsche Sprache zu lernen, ist der erste und wichtigste Baustein zur Integration“, so Christina Schwarzer, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Berlin-Neukölln. (so / rf)

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