Günther: „Wir werden uns noch Jahre mit der AfD auseinandersetzen müssen“

Epoch Times2. Oktober 2019 Aktualisiert: 2. Oktober 2019 7:13

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gibt der AfD noch eine lange Zukunft.

Ich gehe davon aus, dass wir uns noch Jahre mit der AfD auseinandersetzen müssen“, sagte Günther dem „Mannheimer Morgen“ (Mittwochausgabe).

Es werde „sehr schwer“, kurzfristig die meisten Wähler von der AfD wieder abzubringen.

„Da ist besonderes Engagement vonnöten, um Vertrauen zurück zu gewinnen“, so Günther. Als Volkspartei sehe er die AfD nicht, betonte der CDU-Politiker, aber sagte auch:

Im Osten ist die AfD jedoch für alle Parteien eine ganz andere Herausforderung als im Westen. Bei uns in Schleswig-Holstein zum Beispiel liegt sie in Umfragen bei sechs bis sieben Prozent. Im Osten ist das Protestwählerpotenzial prinzipiell höher, und so sind viele Wähler von der Linken zur AfD gewandert.“

Es sei ein Kraftakt, diese Menschen zurückzugewinnen. „Es geht nur über eine besondere Ansprache, sonst fühlen sich die Menschen nicht ernst genommen“, erklärte Günther.

Im Kampf gegen die Partei empfahl der Kieler Regierungschef, „mit einer gewissen Unaufgeregtheit Politik zu machen“. Er sagte weiter: „Die AfD darf nicht in die Rolle geraten, uns die Themen zu diktieren.

Und wir dürfen nicht der Versuchung erliegen, auf die AfD-Rhetorik mit besonders markigen Sprüchen zu antworten. Unser Ansatz muss sein, lösungsorientiert die gesamte Bandbreite von Themen anzugehen.“

„Auch Menschen in westdeutschen Regionen fühlen sich abgehängt“

Vor dem Tag der Deutschen Einheit hat Günther ungleiche Lebensverhältnisse in Deutschland beklagt.

Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein warnte dabei im „Mannheimer Morgen“ (Mittwochsausgabe), auch in einigen westdeutschen Regionen würden sich Menschen abgehängt fühlen.

Wir müssen realistisch sehen, dass wir nicht überall das umgesetzt haben, was die Menschen erwartet haben“, sagte Günther. „Wir haben in 29 Jahren der Einheit noch nicht geschafft, Gleichheit in den Lebensverhältnissen herzustellen.“

Es gebe in einigen Regionen das Gefühl, abgehängt zu sein, sagte der Ministerpräsident. „Das ist kein Gefühl, das nur zwischen Ostdeutschen und Westdeutschen existiert. Auch einige westdeutsche Regionen haben den Eindruck, abgehängt zu sein.“

Schleswig-Holstein ist an diesem Mittwoch und Donnerstag Gastgeber der zentralen Feiern zum Tag der Deutschen Einheit. (dts/nh)

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