Halles Oberbürgermeister lobt Zusammenhalt der Stadt – Gedenkgottesdienst am Montag

Epoch Times12. Oktober 2019 Aktualisiert: 12. Oktober 2019 20:30
"Natürlich standen wir zuerst unter Schock. Aber die Stadtgesellschaft steht zusammen. Sie zeigt Gesicht und wehrt sich gegen Vereinnahmung", sagte der Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand. Am Montagabend gibt es in der Marktkirche einen Gedenkgottesdienst für die Opfer des Anschlags.

Nach dem Angriff auf die Synagoge und einen Döner-Imbiß in Halle (Saale) hat der Oberbürgermeister der Stadt, der Parteilose Bernd Wiegand, den Zusammenhalt der Stadtgemeinschaft gelobt.

„Natürlich standen wir zuerst unter Schock. Aber die Stadtgesellschaft steht zusammen. Sie zeigt Gesicht und wehrt sich gegen Vereinnahmung“, sagte der Oberbürgermeister der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Das Bündnis „Halle gegen Rechts“ sei sehr aktiv, so Wiegand. „Die Solidarität mit den Opfern ist überwältigend. Tausende Menschen nehmen an Gedenkveranstaltungen teil und bekennen sich zu Toleranz, Offenheit und Demokratie. Die Stadt zeigt, wie bunt und vielfältig sie ist“, so der Oberbürgermeister weiter.

„Der Versuch, rechtsextreme Strukturen auch bei uns aufzubauen, war nie erfolgreich.“ Am Montagabend gibt es in der Marktkirche einen Gedenkgottesdienst für die Opfer des Anschlags.

Halle wählt neuen Oberbürgermeister

Am Sonntag (08.00 Uhr) wird in Halle ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Neben dem seit 2012 amtierenden Amtsinhaber Bernd Wiegand (parteilos) treten sieben weitere Kandidaten an.

SPD, Grüne und Linke gehen gemeinsam mit dem 42-jährigen Hendrik Lange ins Rennen, CDU und FDP unterstützen den 51-jährigen Kandidaten Andreas Silbersack. In Halle wird alle sieben Jahre ein Oberbürgermeister gewählt.

Nach dem Anschlag eines Rechtsextremisten mit zwei Toten vom Mittwoch rückte der Wahlkampf in den Hintergrund. Abschlusskundgebungen wurden abgesagt. Der 62-jährige Amtsinhaber Wiegand gilt als umstritten. So stand er wegen Untreue vor Gericht, weil er enge Mitarbeiter zu Unrecht in eine höhere Gehaltsstufe eingruppiert haben sollte. Er wurde aber rechtskräftig freigesprochen.

(dts/afp)

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