Hannover: Asylbetrug mit 9 Identitäten – Sudanese muss für 2 Jahre und 8 Monate in den Knast

Von 22. März 2017 Aktualisiert: 8. Mai 2018 15:18
Einen drastischen Fall von Asylbetrug verhandelte das Amtsgericht Hannover und schickte einen mutmaßlich 19-jährigen Mann aus dem Sudan für zwei Jahre und acht Monate hinter Gitter.

Amir M. (19), Identität und Alter unsicher, Asylbewerber oder besser gesagt Asylbetrüger aus dem Sudan (nach eigenen Aussagen), will über Libyen nach Italien eingereist sein.

Nach einem Paris-Besuch beantragte er in Frankfurt Asyl und kam von dort aus nach Braunschweig. Die Landesaufnahmebehörde wies ihm eine Unterkunft in einer Kommune zu, berichtet die „Bild“ von einem dreisten Fall von Asylbetrug in Niedersachsen.

Ich-bin-der-Neue-Masche

Nach einiger Zeit tauchte der Sudanese wieder in Braunschweig auf, unter neuem Namen. Dort ließ er sich erneut zuteilen, bezog Hilfen in Nienburg, Hildesheim, Stade, Wolfenbüttel.

Im Oktober 2016 flog der Schwindel auf, in Hannover. Amir M. kam in Untersuchungshaft.

In 13 Monaten kassierte er unter insgesamt neun verschiedenen Namen von den Kommunen ab, 40.264 Euro an Stütze. Hinzu kamen Quartierkosten in Höhe von 52.631 Euro. Den Gesamtschaden von 92.895 Euro trägt der Steuerzahler.

Fußball-Fan und anderes

Vor Gericht fragte ihn Richter Guido Janke, warum er nicht in Frankreich geblieben sei. Die Antwort kam prompt und über den Dolmetscher: „Ich liebe den FC Bayern München und die deutsche Nationalmannschaft.“

Die Fußballbegeisterung des jungen Sudanesen konnte man auch an seinem Auftritt vor Gericht erahnen. Er kam im Sportanzug und trug ein Auswärtstrikot der deutschen Nationalmannschaft vom Confed Cup. Im Flüchtlingslager erklärten ihm Landsleute, wie er den Sozialbetrug machen müsse.

Und wo ist das ganze Geld verblieben? Der geständige Asylbetrüger erklärte:

Ich bin zwei Mal in der Woche zu Huren am Steintor gegangen.“

(Amir M., Sudan, Asylbetrüger)

Außerdem habe er in Wettbüros gezockt. Seiner Mutter in Afrika hatte er auch Geld geschickt, viermal, insgesamt 1.200 Euro, berichtet die „Neue Presse“ aus Hannover.

Jetzt folgte das Urteil: Der Afrikaner muss für zwei Jahre und acht Monate in den Knast, der Richter sah „systematischen Betrug an Staat und Bürgern unter Ausnutzung des Asylrechts“ gegeben.

Weitere Fälle

Anfang Februar wurde ein 25-jähriger Sudanese vor Gericht gestellt und verurteilt. Der Mann hatte mit sieben Identitäten 21.700 Euro kassiert. Er kam im Juni 2014 nach Deutschland angereist.

Das Amtsgericht Hannover glaubte in seinem Urteil, dass der Sudanese Bewährung verdiene, und setzte die Strafe von einem Jahr und neun Monaten entsprechend aus. 200 Arbeitsstunden waren alles, was den Mann real ereilte.

Die Staatsanwaltschaft hatte vergeblich auf die „hohe kriminelle Energie“ des Afrikaners hingewiesen.

In einem weiteren Fall wurde ein Mann unter zwölf Namen registriert und kassierte monatliche jeweils 320 bis 350 Euro. Der Schaden betrug mindestens 45.000 Euro, allein in Niedersachsen. Ob der Mann weitere Bundesländer bereiste oder sich im europäischen Ausland irgendwo registrierte, ist nicht bekannt.

Zu stattlichen 33.500 Euro brachte es auch der Asylbetrüger Ahmed M. aus Eritrea, der am 16. Februar zu 21 Monaten Haft verurteilt wurde. Der Flüchtling arbeitete mit insgesamt vier Identitäten in Osnabrück, Harburg und Hildesheim.

LAB versuchte Asylbetrug zu verbergen

Die Fälle gehören zu einer Gruppe von 300 Verdachtsfällen auf Asylbetrug in Niedersachsen. Diese Mehrfachidentitäten wurden durch die mutige Mitarbeiterin einer Leihfirma, die bei der Landesaufnahmebehörde (LAB) beschäftigt war, aufgedeckt. Gegen den Willen ihres Vorgesetzten – dieser wies sie an, die Unterlagen in den Keller zu bringen – übergab sie die ausgearbeitete Liste samt sieben oder acht Aktenordnern der Fälle an die Polizei Braunschweig weiter.

Diese handelte und ermittelte aus den Unterlagen 240 Fälle von Asylbetrug. Der Schaden liegt bei fast fünf Millionen Euro. Der Bund der Steuerzahler erstattete Strafanzeige gegen die Leitung der LAB, wegen Untreue und Strafvereitelung im Amt.

Die couragierte Mitarbeiterin wurde jedoch für ihre, dem Land und seinen Bürgern dienende Tat, vom LAB gefeuert, genauer gesagt wurde ihr Vertrag nach Ablauf nicht verlängert. Good Morning Germany.

https://www.youtube.com/watch?v=v6NoDbhGCak

Siehe auch:

Sieben Identitäten – Asylbewerber erschlich rund 22.000 Euro und erhält Bewährungsstrafe

Mitarbeiterin zeigte 300 Asyl-Sozialbetrüger an – Gegen den Willen der Aufnahmebehörde

Sozialbetrug-Vertuschung: Innenminister widerspricht Anschuldigungen – Schaden bei 4,8 Millionen Euro

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