Hannoveraner Landesbischof: Ramadan „ist Dienst für die ganze Gesellschaft“

Epoch Times8. Juni 2019 Aktualisiert: 8. Juni 2019 13:50
Bischof Ralf Meister lobt den Ramadan. Die Muslime würden der ganzen Gesellschaft mit dem Fastenmonat einen "Dienst" erweisen.

Der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, hat beim Fastenbrechen für sich den Sinn des Fastens tiefer erkannt.

In einer Presseaussendung, schreibt er: „Wenn ich faste, dann spüre ich, wie sehr ich von dem abhänge, was da von außen in meinen Körper hineingeht. Und wie wenig selbstverständlich es ist, dass wir jederzeit zu essen und zu trinken haben. Meistens ist es uns das ja gar nicht bewusst. Die Supermärkte sind jederzeit voll mit allen nur denkbaren Lebensmitteln. Dass es auch anders sein könnte, kommt uns in der Regel nicht in den Sinn.“

Deshalb sei der Ramadan auch für die evangelischen Christinnen und Christen wichtig, die in diesen Tagen nicht fasten würden. Die Muslime würden die Christen daran erinnern, „allezeit dankbar zu sein für die guten Gaben, die Gott uns schenkt. In diesem Sinne tun Sie einen Dienst für die ganze Gesellschaft,“ so Bischof Meister.

„Ein gesegnetes Ramadanfest“

Am Dienstag grüßte der Landesbischof die muslimischen Gemeinden in Niedersachsen zu Beginn des Fastenbrechens. Bischof Meister schreibt:

Im Namen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und allen Musliminnen und Muslimen in Niedersachsen ein gesegnetes Ramadanfest.“

Der Bischof bedankte sich auch für die Einladungen zum Fastenbrechen die er gerne angenommen hätte.

Ramadan sorgt in Schulen für Wirbel

Der Ramadan hat aber auch seine Schattenseiten die im Alltag zutage treten und kommt nicht bei jedem in Deutschland so gut an, wie bei Bischof Meister. Mehrere Schuldirektoren beklagten die negativen Konsequenzen des Fastens muslimischer Schüler in Deutschland. Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) kündigte sogar an, Eltern, die ihre schulpflichtigen Kinder im Ramadan zum Fasten zwingen, künftig strafrechtlich verfolgen lassen zu wollen.

Zudem sorgten Meldungen über Verschiebungen oder Absagen von Schulfesten in den Sozialen Medien zu großen Diskussionen.

Die katholische Kita „St. Peter und Paul“ beispielsweise hatte ein geplantes Familienfest kurzfristig umorganisiert. Grund hierfür war der Fastenmonat. Aus „Rücksicht und Respekt“ auf muslimische Familien verzichtete die Kita daraufhin auf das Grillen und die Würstchen.

Wegen des Ramadans wurde auch ein Schulfest der „Grundschule im Süden“ im Kölner Stadtteil Meschenich verschoben. Die Aschaffenburger Fröbel-Schule hatte ihr für Mitte Mai geplantes Schulfest ins neue Schuljahr verlegt, weil es in die Zeit des Ramadans fiel. Rund ein Drittel der 160 Schüler sind Muslime. Sie hätten sich mit ihren Familien nicht am geplanten internationalen Buffet beteiligen können.

Alles daran setzen, um „die Schöpfung zu bewahren“

Unterdessen betonte Bischof Meister in seiner Aussendung auch, wie wichtig es wäre, mehr zu tun, „um unseren Planeten zu bewahren“. Dies hätten ihn zwei junge Frauen von der „Fridays for Future“-Bewegung mit eindringlichen Worten deutlich gemacht.

Selbstverständlich würde sich die Landeskirche auch für den Klimaschutz engagieren, betont Meister. „Doch nicht immer setzen wir unsere guten Ideen mit der Ernsthaftigkeit um, die wir angesichts der drängenden Notwendigkeit brauchen.“

Wenn er am Fastenbrechen teilnehme, werde ihm die Wichtigkeit bewusst, dass „wir gemeinsam alles daran setzen sollten, die Schöpfung zu bewahren.“ (so)

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