„Haushaltsüblicher Umfang“: Düsseldorf sagt Hamsterkäufen mit Allgemeinverfügung den Kampf an

Von 31. März 2020 Aktualisiert: 31. März 2020 18:39
Immer mehr Kommunen in Deutschland haben genug von Hamsterkäufen im Zeichen der Corona-Krise. Nachdem bereits in der Vorwoche einige hessische Städte und Landkreise Allgemeinverfügungen dagegen erlassen hatten, zog jetzt auch NRW-Hauptstadt Düsseldorf nach.

In einigen Regionen und Läden hat es länger gedauert. Mit Fortdauer der Corona-Krise hat das Phänomen aber flächendeckend über das gesamte Bundesgebiet Platz gegriffen: Bürger, für die der Wocheneinkauf ohnehin eine der letzten verbliebenen Gelegenheiten ist, das Haus zu verlassen, stehen vor leeren Regalen. Grund dafür sind Hamsterkäufe. Mittlerweile sagen Einzelhändler selbst und teilweise auch Kommunen diesen den Kampf an, zuletzt die NRW-Hauptstadt Düsseldorf.

Handel „effizient und gut vorbereitet“

Vor allem Hygieneartikel oder Produkte wie Toastbrot, Nudeln, Reis, H-Milch, aber auch Fertiggerichte und sogar Obst sind häufig bis regelmäßig vergriffen. Wer als Verbraucher nicht die Gelegenheit findet, seine Einkäufe bereits zeitnah nach Ladenöffnung zu erledigen, geht, was diese Produkte anbelangt, immer häufiger leer aus.

Sowohl die Betreiber der Supermärkte als auch Amtsträger bis hin zu Bundeskanzlerin Angela Merkel haben wiederholt an Kunden appelliert, Panikkäufe überdimensionaler Mengen bestimmter Waren zu unterlassen. Bereits Ende Februar machte der Handelsverband Deutschland (HDE) deutlich, dass der Einzelhandel auf außergewöhnliche Situationen wie die derzeitige „effizient und gut vorbereitet“ sei.

Die Versorgung der Bevölkerung sei in Deutschland jederzeit gewährleistet. Selbst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hält es für ausreichend, Lebensmittel für zehn Tage vorrätig zu haben. Hamsterkäufe schadeten lediglich Mitmenschen, die nicht mobil oder zeitlich flexibel genug wären, um zu Tageszeiten einkaufen zu gehen, zu denen bestimmte Waren noch verfügbar wären.

Düsseldorf will „geordneten und hygienisch einwandfreien Betrieb der Läden“ gewährleisten

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, hat nun auch die Stadt Düsseldorf Hamsterkäufe in Supermärkten innerhalb des Stadtgebiets verboten. Am Montag (30.3.) ist dazu eine Allgemeinverfügung ergangen, mittels derer die Stadt die Händler in ihrem Bemühen unterstützen will, irrationales oder rücksichtsloses Kaufverhalten zu unterbinden.

In der Verfügung heißt es nun:

Im Rahmen des zulässigen Handels […] dürfen Waren nur in einem haushaltsüblichen Umfang an eine Person herausgegeben werden.“

Dass sich die Stadt des Themas angenommen habe, liege, so heißt es in einer Presseerklärung, daran, dass die Hamsterkäufe „einen geordneten und hygienisch einwandfreien Betrieb der Läden“ beeinträchtigten.

Dies gelte insbesondere im Hinblick auf die Schutzabstände unter den Einkaufenden. Es liege nun an den Leitern der Betriebe, „den daraus resultierenden Gesundheitsgefährdungen […] durch eine Beschränkung auf haushaltsübliche Abgabemengen entgegenzuwirken“.

Stadtpolizei und Security überwachten Hamsterverbot in hessischen Kommunen

Bereits zuvor hatten, wie RTL berichtete, mehrere Kommunen massenhaften Vorratskäufen mithilfe von Allgemeinverfügungen einen Riegel vorgeschoben. Auch dort dürfen nur noch haushaltsübliche Mengen abgegeben werden. Zu den Kommunen gehörten die hessischen Städte Frankfurt am Main und Hanau sowie der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Eine Woche nach Inkrafttreten der Regelung zog man dort eine positive Bilanz.

In Hanau hatte kurz nach dem Inkrafttreten des Erlasses sogar die Stadtpolizei die Anordnungen überwacht und Dutzende von Kontrollen durchgeführt. Mittlerweile hätten viele große Geschäfte auch ihr eigenes Security-Personal dazu angehalten, die Einhaltung der Regeln im Auge zu behalten.

Mittlerweile habe sich, so die „Berliner Morgenpost“, die Lage in den Supermärkten etwas normalisiert. Zwar seien Toilettenpapier und Desinfektionsmittel häufig noch immer Mangelware. Bei vielen anderen Produkten würden die Lücken in den Regalen inzwischen wieder kleiner.

Für Hamsterkäufe von Nudeln Jüngere verantwortlich

„Wir stellen fest, dass sich die Regale wieder mehr und mehr füllen“, erklärte der Sprecher des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), Christian Böttcher, am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Verbraucher würden sich allmählich an die aktuelle Situation gewöhnen.

In den vergangenen Wochen, so geben Händler an, hätte man an einzelnen Tagen doppelt so viel Ware verkauft wie normal. Doch im Laufe der vergangenen Woche sei der Kundenansturm allmählich abgeflaut, heißt es von Rewe und Kaufland. Bei Aldi sei zumindest eine leichte Entspannung zu bemerken. Viele Verbraucher scheinen ihre Vorräte mittlerweile aufgefüllt zu haben.

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Wie das Magazin „Absatzwirtschaft“ berichtet, hat das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut Innofact vom 24. bis 25. März unter 1.037 Verbrauchern deren aktuelles Konsumverhalten in der Corona-Krise erhoben.

Ein Drittel der Deutschen habe demnach etwas oder auch deutlich mehr Nudeln als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie gekauft – vor allem fast die Hälfte der befragten Konsumenten zwischen 18 und 29 Jahren. Darüber hinaus gab rund ein Viertel der Deutschen an, etwas oder sogar deutlich mehr Toilettenpapier zu kaufen als normalerweise.

(Mit Material der dpa)

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