„Eine Armlänge Abstand“ als Tipp gegen Sex-Täter: Socialmedia empört über Kölns OB

Epoch Times6. Januar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 23:56
Mit ihrer Ankündigung, einen Verhaltenskodex für Frauen herausgegeben zu wollen, hat Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker Entrüstung und Spott ausgelöst.

Frauen sollten zu Fremden „eine Armlänge Distanz" halten, innerhalb ihrer Gruppe bleiben und zur Not Umstehende zu Hilfe rufen. Das ist der Tipp, den Kölns Oberbürgermeisterin nach den massenhaften Sex-Übergriffen in der Silvesternacht für Besucherinnen der Stadt Köln hat. Damit sich Exzesse wie die an Silvester nicht bei zukünftigen Massenveranstaltungen wiederholen, hat sie angekündigt, einen Verhaltenskodex für Frauen herausgeben zu wollen.

Geäußert wurde der Hinweis auf der gestrigen Krisensitzung der Stadt.

Im ZDF "heute-Journal" wiederholte die Oberbürgermeisterin dann laut Focus: Zu einem klugen Verhalten im Kölner Karneval gehöre es für Frauen und junge Mädchen in Gruppen unterwegs zu sein. Zudem sollten sie Fremden nicht um den Hals fallen. Diese Angebote könnten "falsch verstanden" werden.

Aber auch Männern will Reker noch beibringen, wo „im Karneval die Grenzen im zwischenmenschlichen Umgang sind“. Dies werde man zur Prävention noch rechtzeitig vor den Karnevalstagen auch in verschiedenen Sprachen deutlich klarstellen“, hieß es in der Pressemitteilung der Stadt Köln.

Auf Twitter und Facebook hagelte es Entsetzen und hämische Reaktionen. Zu finden unter dem Hashtag #einearmlaenge.

"Emma"-Herausgeberin Alice Schwarzer nannte Rekers Vorschläge „wahnsinnig naiv. Bei diesen Jungs, die da Terror gemacht haben, ist natürlich eine Armlänge gar nichts."

Am Mittwoch erklärte Reker dann in einer Pressemitteilung, dass sie verkürzt dargestellt worden sei. „Vorrang hat, dass die Sicherheit auf unseren Straßen und Plätzen konkret hergestellt wird.“ Verhaltenstipps könnten natürlich nur nachrangig sein. 

Reker kündigte an, dass es bei zukünftigen Veranstaltungen ein spezielles Sicherheitskonzept geben werde.

Hier das originale Statement Rekers aus der Pressemitteilung der Stadt Köln:

Die Vorfälle vom Silvesterabend sind ungeheuerlich und nicht hinnehmbar. Es darf nicht sein, dass Besucherinnen und Besucher, die nach Köln kommen, um hier an Veranstaltungen teilzunehmen, Angst haben müssen, überfallen zu werden. Deshalb wird es künftig in Köln bei allen Veranstaltungen, bei denen viele Menschen in der Kölner Innenstadt erwartet werden, ein besonderes Sicherheitskonzept geben. Diese werden vergleichbar sein mit den Sicherheitskonzepten, die von Veranstaltern von Großevents verlangt werden. Dabei wird die Stadt Köln dann in eine fiktive Veranstalterrolle schlüpfen. Eine gemeinsame Koordinierungsgruppe unter Beteiligung von Polizei, Stadt Köln und Ordnungsdiensten wird darüber wachen, dass das Sicherheitskonzept konsequent umgesetzt wird und sofort auf besondere Ereignisse und Entwicklungen reagieren. Zu den beschlossenen Maßnahmen gehören unter anderem auch der Einsatz von mobiler Videoüberwachung, Ausleuchtung von potentiellen Gefahrenstellen, ein angemessener Kräfteeinsatz sowie der Einsatz von Sprachmittlern.“

(rf)

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