Hilferuf einer Bürgerin

Epoch Times25. März 2021 Aktualisiert: 25. März 2021 12:09
„Können Sie sich vorstellen, wie ein Mensch mit vorhandener Atemnot sich fühlt, wenn er dazu verpflichtet wird, ein MNS zu tragen?“, fragt Frau Koschwitz den Ministerpräsidenten ihres Bundeslandes, Volker Bouffier. Sie wendet sich mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit und Politiker.

Die Stimmung im Land kippt, so auch in Hessen. Gabriele Koschwitz wandte sich nun mit einem Hilferuf an den Ministerpräsidenten ihres Landes, Volker Bouffier (CDU), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), den Minister für Soziales und Integration von Hessen, Kai Klose (Grüne) sowie den Deutschen Ethikrat. Einen weiteren Brief schickte sie an den hessischen Kultusminister Prof. Dr. Lorz (CDU).

Epoch Times dokumentiert hier ihren Offenen Brief. Frau Koschwitz ruft alle Menschen dazu auf, es ihr gleichzutun und Briefe an Abgeordnete und Politiker zu schreiben – zum Wachwerden.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Bouffier,

heute wende ich mich an Sie, weil mittlerweile bei mir, aber auch bei den Menschen in meinem nahen Umfeld, die Not groß genug ist und ich es nicht mehr unkommentiert mit ansehen kann, was aus unserer Gesellschaft und aus unserem Land in einem Jahr geworden ist.

Ich bin im Jahr 1959 geboren und konnte eigentlich mein Leben immer frei gestalten und war glücklich, in Deutschland zu leben. Leider ist von diesem Gefühl nichts mehr übrig geblieben.

Gestatten Sie mir, dass ich kurz etwas zu meiner persönlichen Lebenssituation ausführen möchte:

Ich bin an der Lunge erkrankt und benötige turnusmäßig unbedingt ärztliche Hilfe. Als die Bundesregierung bzw. das Land Hessen im Frühjahr 2020 die Maskenpflicht erließ, kam es leider zu einer Auseinandersetzung mit meiner seinerzeitigen Hausärztin, die mir eine Maskenbefreiung nicht ausstellen wollte. Sie hatte Angst vor möglichen Regressforderungen im Ansteckungsfall und war der Auffassung, dass ich mich dringend schützen müsse.

Auf meine Intention, dass ich genug damit zu tun habe, ordentlich Luft zu bekommen und ich unter einer Maske kollabiere, ging sie nicht ein und stufte das Risiko einer Ansteckung höher ein als eine drohende Ohnmacht.

Ich wechselte daher meine Hausarztpraxis, erhielt ein MNS-Befreiungsattest und fühlte jedoch gleichwohl, dass mich meine Mitmenschen verächtlich ansahen, wenn ich als Exot ohne Maske eine Arztpraxis oder ein Geschäft betrat.

Facharztpraxen wie Radiologen, Pneumologen, Hautärzte oder Diabetologen verweigerten mir trotz Maskenbefreiungsattest den Zutritt und verlangten, dass ich eine Maske trüge, sonst dürfe ich die Praxis nicht betreten. Gleiches Verhalten in einem Krankenhaus, der Helios-Kette in Warburg, als ich eine notfallärztliche Hilfe im vergangenen Sommer dringend benötigte und mir diese verwehrt wurde. Ein jeder von ihnen verwies auf das jeweilige Hausrecht.

Auch im Kreiskrankenhaus Hofgeismar hat niemand Zutritt ohne Maske, völlig egal, ob eine Befreiung vorliegt oder nicht. Alle Krankenhäuser im Umfeld von Kassel handeln so. Selbst mein neuer Hausarzt, der allerdings in NRW praktiziert, verlangt nun die per Erlass vorgeschriebene FFP2- oder die OP-Maske von mir, da viele seiner Kollegen vor Gericht stünden, weil sie an Patienten Befreiungsatteste ausgestellt haben. Die Angst unter den Ärzten, egal ob in Hessen oder im angrenzenden NRW, ist groß.

Häufig werden nun Prioritäten gesetzt, die noch vor einem Jahr völlig undenkbar waren.

Können Sie sich vorstellen, wie ein Mensch mit vorhandener Atemnot sich fühlt, wenn er dazu verpflichtet wird, ein MNS zu tragen oder andernfalls als potenzielle Gefahr eingestuft wird, weil vielleicht Bußgelder drohen oder Mitmenschen diesen als unsolidarisch bezeichnen? Ich habe in den vergangenen 12 Monaten keine Solidarität erfahren und wurde sogar teilweise übelst beschimpft, was mir einfiele, keine Maske zu tragen und ich solle mich „abmachen“… Das muss ich mir als 62-jährige deutsche Staatsbürgerin sagen lassen, die immer brav gearbeitet, ihre Steuern abgeführt und alle möglichen Ehrenämter begleitet hat.

Ich habe im vergangenen Herbst/Winter dringend darauf gewartet, dass „etwas“ passiert, doch gegenteilig wurde die Maskenpflicht nur noch verschärft und die Menschen drehten buchstäblich langsam durch. Alle hier ansässigen Mediziner verweigern mir eine Behandlung, wenn ich keine Maske trage. Meine Verzweiflung ging letztlich so weit – weil ich kaum noch Luft bekomme -, dass mich mein Schwiegersohn nach Norddeutschland gefahren hat, um entsprechend meinem desolaten Gesundheitszustand eine ärztliche Behandlung auch ohne Maske zu bekommen.

Nun müssen auch noch die Kleinsten unter den Kleinen, nämlich die Grundschüler, 4-6 Stunden eine Maske im Unterricht und in den Pausen tragen, obwohl bei den Kontaktbeschränkungen Kinder bis 14 Jahren nicht mitgezählt werden und nicht als potenzielle Überträger eingestuft sind. Wie passt das alles zusammen???

Mein Herz schreit zum Himmel, wenn ich mit ansehen muss, was mit unseren Kindern in deren Sozialverhalten schleichend passiert!

Alle vier Wochen gibt es seit einem Jahr in Deutschland etwas Neues. Es wird nicht einfacher, es wird immer komplizierter und niemand blickt mehr durch bei diesen vielen Verordnungen und Erlassen.

Ich bin wirklich müde, ständig und ständig Presseinformationen zu erhalten, Verbote zur Kenntnis zu nehmen, die übermorgen von Verwaltungsgerichten gekippt werden und niemand mehr wirklich weiß, was überhaupt noch an Verlässlichkeit in diesem Land geblieben ist.

Immer wieder treffe ich virtuell auf Menschen, denen es zum Teil noch viel schlimmer geht als mir selbst, weil sie nicht die nötige familiäre Unterstützung haben, die ich zum Glück genießen darf. Menschen, die völlig allein und abisoliert ihr Leben meistern müssen und noch nicht einmal im Café einen Smalltalk halten dürfen, weil alles geschlossen hat. Wissen Sie, wie viel Menschen nur noch weinen? Ist Ihnen die Not von zigtausend BürgerInnen bekannt?

Wenn ich nicht die Hilfe meiner Tochter und meines Schwiegersohnes hätte, würde ich noch nicht einmal grundversorgt sein, da mich hier in der Gegend die Lebensmittelgeschäfte ohne Maske nicht eintreten lassen „aus Rücksicht gegenüber den anderen Kunden…“. Herr Ministerpräsident Bouffier, was ist das für ein Land geworden???

Über die zahlreichen Insolvenzen und Wirtschaftstragödien möchte ich hier gar nicht erst sprechen.

Ja, dieses Virus ist für manche Menschen, wie mich beispielsweise, möglicherweise lebensgefährlich, aber das ist bzw. wäre eine Influenza auch! Dass ein Virus mutiert, ist das Natürlichste der Welt und nichts Außergewöhnliches … Mutationen gehen weiter und weiter.

Dass die ganzen bisherigen Maßnahmen nicht wirklich zielführend waren, sehen wir alle, denn sonst würden sich die Schlagzeilen über die Inzidenzen und die R-Werte nicht täglich übertreffen, wäre doch AHA+L wirklich wirksam gewesen. Über die warmen Monate hinweg wird es wieder erfahrungsgemäß weniger Erkrankungen geben, ab Herbst wieder mehr. Müssen wir nun damit rechnen, immer zum Herbst hin einen Lockdown erleben zu müssen, damit dieser dann ab Frühjahr wieder schrittweise aufgehoben wird?

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Bouffier, ich bitte Sie eindringlich darum, mindestens dafür öffentlichkeitswirksam zu werben, dass Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ordentliche medizinische Hilfe erhalten dürfen und diese Hilfeleistung nicht am Maskentragen festgemacht werden darf. Das gilt natürlich auch für Lebensmittelgeschäfte und sonstige Dienstleister, denn ein Lieferdienst ist nicht kostenfrei und kann von vielen Menschen nicht bezahlt werden.

Es hat sich fast im gesamten öffentlichen Raum bereits etabliert, dass Menschen ohne Maske als „Coronaleugner“ eingestuft werden und als „unsolidarisch“ gegenüber den Maskenträgern gelten.

Das musste ich selbst zahlreich erfahren und befinde mich in einer absoluten erzwungenen Isolation, die mich wirklich verzweifeln lässt. Wie gern würde ich selbst wieder meine Lebensmittel besorgen dürfen.

Obwohl in Ihren Erlassen und Verordnungen von Anfang an ausdrücklich erwähnt ist, dass Menschen aus gesundheitlichen Gründen von der Maskenpflicht befreit werden können, sieht die Handlungspraxis genau gegenteilig aus. Ärzte trauen sich nicht mehr, Befreiungsatteste trotz vorliegender Indikation auszustellen, weil sie Angst vor dem Verlust ihrer Approbation haben, und die breite Öffentlichkeit diskriminiert Nichtmaskenträger als Gefahr.

Hier gehört dringend eine Überarbeitung der Verordnung und ein lauter Appell her, die das vermeintliche „Hausrecht“ des Betreibenden nicht über die Hilfsbedürftigkeit des Einzelnen stellt.

Sie haben kraft Ihres Amtes und kraft Ihrer Lebenserfahrung die Möglichkeit, sich für Verhältnismäßigkeit und für Mitmenschlichkeit in diesen heiklen Zeiten wirksam und flächendeckend einzusetzen.

Ich spreche sicherlich im Namen von sehr vielen Betroffenen und würde mich freuen, wenn Sie den Hilferuf einer Bürgerin hören.

Es grüßt Sie aus Nordhessen

Gabriele Koschwitz


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