Hintergrund: Die offiziellen Zahlen zur Migration im Juli und dem 1. Halbjahr 2016

Zusammenfassung

Im Vergleich zum Juli 2015 wurden in Deutschland 98,4 Prozent mehr Asylanträge gestellt, insgesamt waren es 74.454 Asylanträge. Diese wurden so entschieden:

Im Juli 2016 gab es 16.160 neue Migranten, die über das IT-System EASY auf die Bundesländer verteilt wurden.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es im ersten Halbjahr 2016 eine Erhöhung um 119,8 Prozent. 2016: 479.620  Anträge, 2015: 218.221 Personen, Hauptherkunftsländer waren Syrien, Afghanistan und Irak. Die Anträge wurden so entschieden:

Ende Juli 2016 lag die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge bei 526.276.

Hier die ausführliche Pressemitteilung des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge:

Im Juli 2016 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt 74.454 Asylanträge gestellt, dass ist ein Anstieg um 98,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat Juli 2015.

Insgesamt hat das Bundesamt im Juli 2016 über die Anträge von 53.008 Personen entscheiden, dass bedeutet einen Anstieg von 133,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat Juli 2015 (22.710 Entscheidungen).

Davon erhielten 31,3 Prozent aller Asylentscheidungen, konkret 16.579 Personen, die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention.

Zudem erhielten 30,1 Prozent – 15.943 Personen subsidiären Schutz, bei 1.027 Personen (1,9 Prozent) wurden Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Der subsidiäre Schutz greift, wenn weder Flüchtlingsschutz noch Asylberechtigung gewährt werden können und im Herkunftsland ernsthafter Schaden droht.

Im EASY-System (dem IT-Verfahren zur Erstverteilung von Asylbegehrenden auf die Bundesländer) wurden im Monat Juli 2016 bundesweit 16.160 Zugänge von Asylsuchenden registriert.

Anträge von 12.434 Personen (23,4 Prozent) wurden abgelehnt, Anträge von 7.025 Personen (13,3 Prozent) wurden anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages).

Die Zahlen im Einzelnen: Juli 2016 – Hauptherkunftsländer

74.454 Personen haben beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Juli 2016 einen förmlichen Asylantrag gestellt, davon 72.984 als Erstanträge und 1.470 als Folgeanträge. Damit ist die Zahl der Asylbewerber gegenüber dem Vorjahresmonat um 36.923 Personen (+98,4 Prozent) gestiegen und gegenüber dem Vormonat um 183 Personen (-0,2 Prozent) gesunken.

Hauptherkunftsländer im Juli 2016 (auch im Vergleich zu den zwei vorangegangenen Monaten)

Zum Vergleich: Mai 2016 Juni 2016 Juli 2016
 1. Syrien 21.651 24.605 22.574
 2. Afghanistan 9.124 15.109 16.229
 3. Irak 8.349 10.060 9.175
 4. Iran 2.089 3.068 3.640
 5. Pakistan 1.095 1.840 1.913
 6. Eritrea 1.066 1.876 1.819
 7. Russ. Föderation 1.151 1.835 1.607
 8. Albanien 1.095 1.534 1.599
 9. Nigeria 947 1.776 1.515
10. ungeklärt 1.091 1.217 1.292

Die Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern im Juli 2016

Asylanträge Erstanträge Folgeanträge
Gesamt 74.454 72.984 1.470
davon:
Syrien 22.574 22.488 86
Afghanistan 16.229 16.188 41
Irak 9.175 9.128 47
Iran 3.640 3.618 22
Pakistan 1.913 1.893 20
Eritrea 1.819 1.800 19
Russ. Föderation 1.607 1.535 72
Albanien 1.599 1.389 210
Nigeria 1.515 1.505 10
ungeklärt 1.292 1.283 9

Die Zahl der Asylerstanträge im Juli 2016 (72.984) stieg damit gegenüber dem Vorjahresmonat (34.384) um 112,3 Prozent.

Gegenüber dem Vormonat (73.033) sank die Zahl der Asylerstanträge um 0,1 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Afghanistan und Irak.

Zahlen des ersten Halbjahr 2016, Januar bis Juli

In der Zeit von Januar bis Juli 2016 haben insgesamt 479.620 Personen in Deutschland Asyl beantragt, davon 468.762 als Erstanträge und 10.858 als Folgeanträge.

Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr (218.221 Personen) bedeutet dies eine Erhöhung um 119,8 Prozent.

Die Hauptherkunftsländer in der Zeit von Januar bis Juli 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum:

Jan.-Juli 2015 Jan.-Juli 2016
 1. Syrien 44.417 197.039
 2. Afghanistan 10.479 79.704
 3. Irak 11.578 66.625
 4. Iran 2.369 15.743
 5. ungeklärt 3.243 13.229
 6. Albanien 29.857 9.685
 7. Eritrea 4.936 9.230
 8. Pakistan 2.546 9.185
 9. Russische Föderation 3.389 6.942
10. Nigeria 3.446 6.127

Die Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern von Januar-Juli 2016:

Asylanträge Erstanträge Folgeanträge
Gesamt 479.620 468.762 10.858
davon:
Syrien 197.039 196.028 1.011
Afghanistan 79.704 79.442 262
Irak 66.625 66.143 482
Iran 15.743 15.559 184
Ungeklärt 13.229 13.097 132
Albanien 9.685 8.517 1.168
Eritrea 9.230 9.107 123
Pakistan 9.185 9.029 156
Russische Föderation 6.942 6.334 608
Nigeria 6.127 6.051 76

Die Zahl der Asylerstanträge im bisherigen Jahr 2016 (468.762) stieg damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum (195.723) um 139,5 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Afghanistan und Irak.

Die Zahl der Asylfolgeanträge im bisherigen Jahr 2016 (10.858) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (22.498) um -51,7 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Serbien, Albanien und Mazedonien.

In den ersten sieben Monaten 2016 hat das Bundesamt 336.051 Entscheidungen getroffen. Dies ist ein Anstieg um 146,3 Prozent gegenüber dem Zeitraum Januar bis Juli 2015 (136.418) Entscheidungen.

Fast 50 Prozent der Antragsteller erhielten einen Status als Flüchtling, weitere 11,7 Prozent subsidiären Schutz

Insgesamt 165.375 Personen (49,2 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Februar 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 1.054 Personen (0,3 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 164.321 Personen (48,9 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylgesetzes i. V. m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

Weitere 39.278 Personen (11,7 Prozent) erhielten subsidiären Schutz nach § 4 des Asylgesetzes im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU. Darüber hinaus hat das Bundesamt in den ersten sieben Monaten 2016 bei 3.155 Personen (0,9 Prozent) Abschiebungsverbote gemäß § 60 Abs. 5 und 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

24,7 Prozent wurden abgelehnt, 13,5 Prozent der Anträge erledigten sich anderweitig

Abgelehnt wurden die Anträge von 82.843 Personen (24,7 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren und Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 45.400 Personen (13,5 Prozent).

Ende Juli 2016 lag die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge bei 526.276, davon 510.193 als Erstanträge und 16.083 als Folgeanträge (Vormonat 495.792 anhängige Verfahren; zum 30. Juli 2015: 254.559 anhängige Verfahren).

Registrierte Zugänge im EASY-System, dem IT-System zur Erstverteilung von Asylbegehrenden der Bundesländer

Im Monat Juli 2016 wurden im EASY-System 16.160 Zugänge von Asylsuchenden registriert (Juni: 16.335, Mai: 16.281, April: 15.941, März: 20.608, Februar 2016: 61.428, Januar 2016: 91.671).

Die Hauptherkunftsländer waren:

Juli 2016 Insgesamt 16.160
1. Syrien 2.565
2. Afghanistan 1.942
3. Irak 1.352
4. Eritrea 1.293
5. Russ. Föderation 822

Von Januar bis Juli 2016 wurden im EASY-System 238.424 Zugänge von Asylsuchenden registriert.

Die Hauptherkunftsländer waren:

Januar bis Juli 2016 Insgesamt 238.424
1. Syrien 77.076
2. Afghanistan 40.936
3. Irak 39.331
4. Iran 9.767
5. Russ. Föderation 6.194

Weitere Informationen gibt es unter www.bmi.bund.de sowie unter www.bamf.de.  (ks)

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/hintergrund-die-offiziellen-zahlen-zur-migration-im-juli-und-dem-1-halbjahr-2016-a1920034.html