Ein gestresster Arbeiter im Gesundheitswesen.Foto: iStock

Hohe psychische Belastung von Berufstätigen in der Corona-Pandemie

Epoch Times26. Juli 2021 Aktualisiert: 26. Juli 2021 21:55
Laut einer Studie der Krankenkasse KKH waren in den ersten sechs Monaten des Jahres Arbeitnehmer im Durchschnitt 42,5 Tage wegen seelischer Leiden krank geschrieben – das waren mehr Tage als vor der Corona-Pandemie.

Die psychische Belastung von Berufstätigen während der Corona-Pandemie bleibt hoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Auswertung von Versichertendaten der Krankenkasse KKH. Demnach waren in den ersten sechs Monaten des Jahres Arbeitnehmer im Durchschnitt 42,5 Tage wegen seelischer Leiden wie Depressionen, Angststörungen oder Burnout krank geschrieben. Das seien zwar 1,2 Tage weniger als im ersten Corona-Jahr 2020 – aber immer noch drei Tage mehr als 2019 vor der Pandemie.

Auf Platz eins der häufigsten psychischen Diagnosen liegen im laufenden Jahr der KHH zufolge depressive Episoden mit bundesweit insgesamt rund 304.000 attestierten Fehltagen. Dahinter folgen mit rund 284.000 Fehltagen kurzzeitige depressive Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen.

Die längste durchschnittliche Fehlzeit aufgrund seelischer Leiden registrierte die KKH mit 54 Tagen im Saarland, die kürzeste in Sachsen mit 35 Tagen.

Im Vergleich zu allen anderen Diagnosen liegen der Auswertung zufolge seelische Leiden auf Platz zwei hinter Rückenbeschwerden: So waren im ersten Halbjahr 2021 rund 19 Prozent der krankheitsbedingten Fehlzeiten psychisch bedingt – der höchste Wert in den vergangenen Jahren. Im ersten Jahr der Coronapandemie 2020 habe die Quote bei knapp 18 Prozent gelegen, in den Jahren zuvor zwischen 16 und 17 Prozent geschwankt.

Seit dem Ende des Lockdowns und der Möglichkeit zur Corona-Impfung habe die psychische Belastung zwar „etwas abgenommen“, erklärte KKH-Wirtschaftspsychologin Antje Judick. Wie die Daten zeigten, „fühlen sich viele Berufstätige aber immer noch gestresster als vor der Pandemie“. Außerdem sei der Anteil der psychischen Diagnosen im Vergleich zu anderen Erkrankungen seit der Krise noch einmal angestiegen.

Die Gründe dafür sind laut KHH vielfältig. Zum einen würden die coronabedingte Wirtschaftskrise, Existenzängste, Unsicherheit und das Gefühl des Kontrollverlusts auf die Seele durchschlagen. Zum anderen könnten viele Berufstätige Arbeit und Privatleben im Homeoffice schlechter voneinander trennen. Die Folge seien Überstunden und Stress durch ständige Erreichbarkeit. Ein weiteres Problem für viele seien außerdem die Isolation und die Entfremdung vom Unternehmen im Homeoffice. (afp)



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