Im Jahr 2018: Kampfmittelräumer machten in NRW 2811 Bomben umschädlich

Epoch Times1. April 2019 Aktualisiert: 1. April 2019 17:48
Durch die gute Auftragslage am Bau haben auch die Kampfmittelräumer mehr zu tun. Tödliche Zwischenfälle bei der Kampfmittelräumung und -beseitigung sind eher selten.

Auch fast 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs haben Kampfmittelräumer in Deutschland alle Hände voll zu tun. So machten Experten allein in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr 2811 Bomben unschädlich – das waren fast 45 Prozent mehr als im Jahr davor mit 1946 Bomben.

Grund für diesen Anstieg sei unter anderem die anhaltend gute Baukonjunktur, teilte kürzlich das nordrhein-westfälische Innenministerium mit.

Tödliche Zwischenfälle bei der Kampfmittelräumung und -beseitigung sind eher selten. 2010 war bei einer Routine-Entschärfung in Göttingen in Niedersachsen ein Blindgänger explodiert. Drei Sprengmeister starben damals, zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt.

Die Zahlen pro Jahr schwanken – es sind Zufallsfunde

Ein Trend zu mehr Bombenfunden wie in Nordrhein-Westfalen lässt sich bundesweit nicht bestätigen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den jeweils verantwortlichen Behörden in den Ländern ergab. Da es sich um Zufallsfunde handele, könnten die Zahlen pro Jahr deutlich schwanken, teilte das Thüringer Landesverwaltungsamt mit.

Aus Hessen hieß es allerdings, es gebe vermehrt Anfragen von Bürgern, Unternehmen und Kommunen bei Bauprojekten. Der Kampfmittelräumdienst sondiere schon vor Baubeginn die Grundstücke und werte Luftbilddaten zu potenziellen Fundstellen aus, erläuterte das Regierungspräsidium Darmstadt, das für den Hessischen Kampfmittelräumdienst zuständig ist.

Trockenheit und Waldbrände

Zu Auffälligkeiten führte in einigen Bundesländern der Dürresommer 2018: In Hessen sei der Kampfmittelräumdienst alleine am Rhein wegen der Trockenheit und des Niedrigwassers 18 Mal angerückt. „Dabei wurden 9 Kampfmittel (vor allem Granaten) mit insgesamt 150 Kilo unschädlich gemacht“, teilte das Regierungspräsidium Darmstadt mit.

Eine ähnliche Beobachtung machte man in Sachsen-Anhalt: Wegen der lang anhaltenden Trockenheit traten im vergangenen Sommern in Flussbetten – etwa an der Elbe – mehr Munitionsfunde zu Tage. Von 453 Fundorten in Sachsen-Anhalt hätten 111 in Gewässern gelegen. Im Jahr 2017 hatte es dort nur 23 sogenannte Wasserfundstellen gegeben.

In Brandenburg vermutet man, dass bei den großen Waldbränden im Sommer auch nicht entdeckte Kampfmittel in Kombination mit der großen Trockenheit eine Rolle gespielt hatten.

Das Aufspüren und Beseitigen der Bomben dürfte noch Jahrzehnte dauern. „Kampfmittel werden im Laufe der Zeit nicht ungefährlicher. Alter und Korrosionswirkungen können die Gefährlichkeit von Fundmunition sogar noch erhöhen“, erläutert das nordrhein-westfälische Innenministerium in seinem Internetauftritt. (dpa)

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