Eine Covid-19 Impfkabine in Düsseldorf.Foto: Andreas Rentz/Getty Images

Immunologe gegen weitere Verlängerung der Impfabstände

Epoch Times7. April 2021 Aktualisiert: 7. April 2021 8:04

Der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGFI), Reinhold Förster, hat skeptisch auf den Vorschlag reagiert, die Abstände zwischen Erst- und Zweitimpfung auf zwölf Wochen zu strecken.

„Ich bin dafür, dass man die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Zeiträume maximal ausreizt, sie aber nicht substanziell überschreitet“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe, 7. April).

Das hatte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach gefordert, um mehr Dosen für Erstimpfungen zur Verfügung zu haben und die Impfkampagne in Deutschland zu beschleunigen.

Förster stimmte zwar zu, dass es nun darauf ankomme, schnell mehr Menschen zu impfen. Dazu sollten aber vor allem die vorgehaltenen Reserven für die Zweitimpfung verbraucht werden. Hingegen sieht Förster eine weitere Streckung der Impfabstände kritisch.

Forderungen wie die von Lauterbach, generell zwölf Wochen zwischen den Impfungen zu warten, gehen dem Leiter des Instituts für Immunologie an der Medizinischen Hochschule Hannover zu weit. „Solche Zeiträume wurden bei den mRNA-Impfstoffen noch nicht getestet, darum wäre ich vorsichtig“, sagte Förster. „Man hat einfach zu wenig Erfahrung damit, wie lange eine erste Impfung allein wirklich schützt.“

Studien zeigten, dass die Immunabwehr etwa beim Biontech-Mittel mit der zweiten Impfung um das 20-fache steige. „Das heißt, nach der ersten Immunisierung produziert der Körper noch nicht so viele Antikörper und die verschwinden auch mit der Zeit, es ist also nicht sicher, ob Erstgeimpfte wirklich zwölf Wochen geschützt sind“, sagte Förster.

Auch fürchtet der Immunologe, dass Menschen nach der Erstimpfung unvorsichtig würden und sich nicht so verhielten, wie es ein möglicherweise unzureichender Schutz erfordern würde. „Statt ohne ausreichende Daten mit den Impfabständen zu experimentieren, sollten wir lieber an die Reserven gehen und die Logistik vor allem bei der Anmeldung zu Impfterminen verbessern“, sagte der DGFI-Vertreter. (dts)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion