Immunologe: Merkel soll sich live mit Astrazeneca-Impfstoff impfen lassen – „Das wäre großartig“

Epoch Times28. Februar 2021 Aktualisiert: 28. Februar 2021 21:07
Massenhaft liegt ungenutzter Corona-Impfstoff in Deutschlands Impfzentren – Millionen weitere Impfdosen werden erwartet. Da schlägt der Generalsekretärs der Deutschen Gesellschaft für Immunologie – Carsten Watzl – vor, dass sich die Kanzlerin live im Fernsehen mit dem Präparat impfen lassen sollte, um der Skepsis entgegenzuwirken.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll sich nach einem Vorschlag des Generalsekretärs der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, live im Fernsehen mit dem Präparat impfen lassen. Das soll der Skepsis gegen den Impfstoff entgegenwirken, wie er der britischen BBC sagte.

Es sei bereits abzusehen, dass die Ständige Impfkommission das Vakzin auch für die über 65-Jährigen empfehlen werde, so Watzl. Für diese Gruppe ist es mangels Studiendaten derzeit noch nicht zugelassen.

Immunologe: Der Astrazeneca-Impfstoff hat ein reines PR-Problem

„Wenn Angela Merkel zu diesem Zeitpunkt ins Live-Fernsehen gehen würde und mit dem Impfstoff geimpft würde, wäre das natürlich großartig“, so der Immunologe. Der Astrazeneca-Impfstoff habe ein reines PR-Problem.

Dies erklärte der Immunologe vor dem Hintergrund eines anwachsenden Staues an bereits vorhandenem Corona-Impfstoff – insbesondere des von Astrazeneca.

In Deutschland stapelt er sich in den Kühlschränken der Bundesländer. Bis Freitag wurden – laut RKI – nur 364.000 Dosen davon geimpft. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden mehr als 1,4 Millionen Dosen geliefert. Weitere 1,7 Millionen Astrazeneca-Dosen waren seit Samstag für die kommenden Tage geplant.

Die einen sehen die Hauptgründe für die Ablehnung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca in einer mangelnden Organisation der Corona-Impfungen in den Ländern – die anderen in einer ablehnenden Haltung vieler Menschen diesem Präparat gegenüber. Es hat mit einer Wirksamkeit von 70 bis 80 Prozent niedrigere Werte als die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer.

Johnson & Johnson Corona-Impfstoff kommt wahrscheinlich Mitte März

Der Corona-Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson ist in den USA bereits zugelassen – in der EU und somit auch in Deutschland wird eine Zulassung Mitte März erwartet. Laut Bundesgesundheitsministerium bekommt Deutschland 36,7 Millionen Dosen über die EU.

Das Präparat entfaltet seine volle Wirkung schon nach Verabreichung einer Dosis und muss – anders als die übrigen genutzten Impfstoffe – nicht zweimal gespritzt werden. Ähnlich wie der Impfstoff von Astrazeneca hat der von Johnson & Johnson nach bisherigen Studienergebnissen eine geringere Wirksamkeit als die von Biontech/Pfizer und Moderna.

In den vergangenen Tagen gab es eine heftige Debatte darüber, wer die Corona-Impfstoffe bekommen soll. Die Länder verfahren hierbei unterschiedlich. So konnten zum Beispiel in Baden-Württemberg Lehrkräfte und Kita-Erzieherinnen Impftermine ausmachen – nicht aber Krebskranke und über 70-Jährige. In Berlin wurden hingegen über 70-Jährige zum Impfen eingeladen.

Kassenärzte: Corona-Impfprogramme entbürokratisieren und die Ärzte einbinden

Bund und Länder wollen bei ihrem nächsten Krisentreffen am Mittwoch Lockdown-Lockerungen zunächst vor allem von Corona-Tests abhängig machen. Denn Impfstoff ist noch nicht breit verfügbar.

Deutschlands Kassenärzte machen seit Tagen Druck, dass die Länder ihre Corona-Impfprogramme entbürokratisieren und die Ärzte über die Corona-Impfzentren hinaus so früh wie möglich einbinden sollen. Bis Ostern könnten ihren Berechnungen nach mehr als zwei Millionen zusätzliche Erstimpfungen gespritzt werden, wenn keine Corona-Impfdosen mehr für Zweitimpfungen zurückgelegt werden.

Bis zum Beginn der Sommerferien in den ersten Ländern könnten es sogar mehr als 7,5 Millionen sein. Demnach könnten dann 58 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Corona-Impfung erhalten, sofern sie es wünschen.

Die Aufstockung der Corona-Impfkapazitäten etwa durch Einbindung der niedergelassenen Ärzte wird laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung noch dringender, wenn die Corona-Impfstoffe der von Johnson & Johnson sowie des Herstellers CureVac zugelassen werden.

EU-Kommission hat Johnson & Johnson Corona-Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt

Die EU-Kommission hat von Johnson & Johnson Corona-Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Zudem hat sie eine Option auf ausreichende Mengen für noch einmal 200 Millionen Personen. Anfang Februar hatte Johnson & Johnson die Notfallzulassung für den von seiner Pharmasparte entwickelten Corona-Impfstoff bei der FDA beantragt. Mitte Februar folgte der Antrag bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA.

Laut einem Zwischenergebnis der Phase-III-Studie mit rund 44.000 Probanden bietet der Impfstoff von Johnson & Johnson vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen. Die Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen wurde mit 85 Prozent angegeben.

Die Prozentzahlen bedeuten, dass es in der geimpften Probandengruppe entsprechend weniger Fälle gab als in der Placebo-Probandengruppe. Zur Infektiösität hingegen gibt es keine Angaben – also, ob eine Impfung davor schützt andere anzustecken. Es gibt auch keine Angaben dazu, wie lange eine mögliche Immunität anhält. (dpa/er)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion