Gut eine Woche vor Beginn der dreimonatigen Aktion geht es bundesweit mit dem Verkauf des 9-Euro-Monatstickets los. Die Nachfrage ist groß. Mit demTicket können die Fahrgäste ab nächstem Monat bundesweit im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr fahren.
Gut eine Woche vor Beginn der dreimonatigen Aktion geht es bundesweit mit dem Verkauf des 9-Euro-Monatstickets los.Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

In den ersten Stunden über 200.000 9-Euro-Tickets verkauft

Epoch Times23. Mai 2022 Aktualisiert: 23. Mai 2022 14:03
Der Verkauf des 9-Euro-Monatstickets hat begonnen. Es wird mit starker Nachfrage gerechnet - und dann aber auch mit einem entsprechenden Andrang der Fahrgäste.

Die Deutsche Bahn (DB) hat nach eigenen Angaben in den ersten Stunden nach Verkaufsstart am Montag bereits über 200.000 Neun-Euro-Tickets verkauft. „Wir erleben gerade einen historisch großen Zugriff auf unsere Vertriebssysteme“, sagte der Chef der Unternehmenstochter DB Regio, Jörg Sandvoß. Er habe „keinen blassen Schimmer“, wie viele Fahrgäste insgesamt das Angebot nutzen werden. Die DB rechnet mit einem großen Ansturm.

„Das Neun-Euro-Ticket ist eine einmalige Chance für den öffentlichen Nahverkehr und den Klimaschutz in Deutschland“, erklärte Sandvoß. Die Vorbereitungen bei der Bahn liefen auf Hochtouren. „Wir bereiten uns vor und setzen buchstäblich alles in Bewegung, was wir haben – Züge, Busse, Servicekräfte“.

Zusätzliche Kapazitäten

Die DB Regio stellt nach eigenen Angaben über 50 zusätzliche Züge zur Verfügung. Laut Sandvoß stehen täglich 60.000 zusätzliche Sitzplätze bereit. An den Feiertagen soll auch das Angebot auf touristischen Strecken erhöht werden.

Begrenzt seien die zusätzlichen Kapazitäten letztlich durch die maximale Anzahl an verfügbaren Zügen, sagte Sandvoß. Insbesondere die Mitnahme von Fahrrädern, die im Neun-Euro-Ticket nicht enthalten ist, könne nicht immer garantiert werden. Auch mit Verspätungen müsse bei einer hohen Auslastung der Züge vermehrt gerechnet werden.

„Mit intensiver Vorbereitung, etwas Rücksicht und gegenseitigem Verständnis“ könnten jedoch sowohl die DB als auch alle Reisenden dazu beitragen, „dass der klimafreundliche ÖPNV und Millionen Fahrgäste als Gewinner aus dieser Aktion hervorgehen“, erklärte Sandvoß. Um die Auswirkungen des Neun-Euro-Tickets auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewerten, lässt die DB die Aktion wissenschaftlich begleiten.

Das Neun-Euro-Ticket gibt es für die Monate Juni, Juli und August. Die Käufer können damit Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen sowie Fähren des ÖPNV nutzen, ebenso Linienbusse und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr, und zwar deutschlandweit.

Wer bereits ein Monats- oder Jahresabo hat, soll sich um nichts weiter kümmern müssen. „Es werden automatisch Reduzierungen bei bestehenden Abos vorgenommen, so dass nur die neun Euro pro Monat anfallen“, heißt es etwa beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Die Reduzierungen werden später auf das jeweilige Kundenkonto zurücküberwiesen.

Teil des Entlastungspakets

Die Billigtickets sind Teil der Entlastungspakete der Ampel-Koalition wegen der stark gestiegenen Energiepreise. Zugleich sollen sie eine große Schnupperaktion sein, um mehr Fahrgäste anzulocken und zum Umsteigen vom Auto zu ermuntern. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sprach von einer Chance für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und klimafreundliche Mobilität.

Nach dem am Freitag beschlossenen Gesetz stellt der Bund den Ländern unter anderem 2,5 Milliarden Euro bereit, um Einnahmeausfälle der Verkehrsanbieter auszugleichen. Von den Ländern hatte es zuvor Forderungen nach generell mehr Geld für den ÖPNV gegeben.

Bahn- und Busbetreiber und die Verkehrsverbünde stellen sich auf einen größeren Andrang von Fahrgästen ein – gerechnet wird vor allem an Wochenenden mit vollen Zügen zu Ausflugszielen. (afp/dpa/red)



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