Integrationskurse: Jeder Zweite scheitert am Deutschtest

Epoch Times29. April 2018 Aktualisiert: 29. April 2018 13:11
Das Ziel der Deutschkurse für Zuwanderer ist niedrig – und wird von vielen trotzdem nicht erreicht.

Mehr als die Hälfte aller Zuwanderer erreicht im Deutschtest am Ende der Integrationskurse nicht das Kursziel. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Demnach besuchten nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im vergangenen Jahr 339.578 Menschen erstmals einen Integrationskurs.

Allerdings machten deutlich weniger, nämlich nur 289.751 Ausländer, später auch beim Sprachtest am Kursende mit. Und von denjenigen, die überhaupt am Sprachtest teilnahmen, erreichte nicht einmal jeder Zweite (48,7 Prozent) das Kursziel B1.

Vier von zehn (40,8 Prozent) kamen lediglich auf das niedrigere Sprachniveau A2, der Rest blieb darunter.

Die Redaktion rechnete nach

Rechnung der Von 339.589 Teilnehmern nahmen letztendlich 85,3 Prozent am Testat teil (289.751 Personen). Von diesen wiederum bestanden 48,7 Prozent mit dem Abschluß B1, das sind 141.109 Menschen. Das entspricht 41,6 Prozent in Bezug zur Gesamtzahl der Teilnehmer am Anfang (339.589 Menschen).

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nannte 40,8 Prozent der Teilnehmer, die den niedrigeren Abschluß von A2 erreichten, dies entspricht im Vergleich zur Gesamtzahl der Teilnehmer 118.218 Personen – oder 34,8 Prozent.

Erklärung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

Zur Erklärung verweist das BAMF darauf, dass einige Teilnehmer im Verlauf des Kurses krank werden, andere eine Arbeit finden oder umziehen und deshalb nicht zur Abschlussprüfung antreten.

Nach Angaben von Sprachlehrern liegt das schlechte Abschneiden auch an einer fehlenden Lernkultur und daran, dass viele Flüchtlinge nach wie vor traumatisiert seien. De facto schwänzen viele Flüchtlinge aber auch zu viele Stunden ihrer Sprachkurse.

An den Integrationskursen nehmen Ausländer teil, die auf Dauer in Deutschland leben möchten. Darunter sind Zuwanderer aus der EU und Spätaussiedler, in jüngster Zeit aber vor allem Flüchtlinge, die meist von den Behörden zur Teilnahme verpflichtet werden.

Die Integrationskurse bestehen aus zwei Teilen: Aus 600 Schulstunden Sprachkurs und 100 Schulstunden Orientierungskurs. Im Sprachkurs sollen die Teilnehmer so viel Deutsch lernen, dass sie das Niveau B1 erreichen.

Das genügt, um im Alltag in Deutschland schriftlich und mündlich klarzukommen, für einen qualifizierten Beruf reicht das Sprachlevel meist nicht. Das Ziel ist also niedrig gehängt, wird aber von den meisten trotzdem nicht erreicht. (dts)

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