„Islam verstehen“: Ahmadiyya-Gemeinde gründet ersten deutschen TV-Sender für Muslime

Von 22. November 2016 Aktualisiert: 22. November 2016 14:13
Die umstrittene islamische Ahmadiyya-Gemeinde betreibt seit einiger Zeit einen deutschen TV-Sender für Muslime. Nun produziert der Sender auch ein deutschsprachiges Format, mit dem Ziel den "Deutschen die Angst vor dem Islam zu nehmen". Die "Frankfurter Allgemeine" meint, dass das muslimische TV-Format ein "Programm gegen Extremismus" sei und verwies auf die "ausnehmende Toleranz" der AMJ. Kritiker sehen dies anders.

Unter dem Slogan „Islam verstehen“ ist die islamische Ahmadiyya-Gemeinde seit einiger Zeit mit dem ersten deutschen TV-Sender für Muslime auf Sendung.

MTA, ein nichtkommerzieller Sender, wurde von der muslimischen Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde (AMJ) ins Leben gerufen. Ursprünglich wollte es der Sender, geflüchteten Muslims in der ganzen Welt ermöglichen, „das Freitagsgebet aus der Moschee live mitzuverfolgen“, berichtet „Metropolico“.

Nun produziert AMJ auch eine deutschsprachige Sendung mit dem Ziel den „Deutschen die Angst vor dem Islam zu nehmen“, heißt es. Nach Angaben des Senders erfahre die Sendung auch von Nicht-Muslimen enormen Zuspruch.

Dem „Metropolico“ zufolge, setzen sich die Mitarbeiter des muslimischen Senders unter anderem aus Salman Tyyab – dem ehemaligen Stern-TV Mitarbeiter, der auch als Reporter für das Thema „Flüchtlinge“ tätig war – einem muslimischen Moderator und zwei Imamen, zusammen. Tyyab meinte, viele Deutsche könnten Muslime und Islamisten nicht unterscheiden. Aber: „Wer den Islam kennt, hat keine Angst mehr, seinen muslimischen Nachbarn kennenzulernen“.

Die „Frankfurter Allgemeine“ berichtet, dass das muslimische TV-Format ein „Programm gegen Extremismus“ sei und verwies auf die „ausnehmende Toleranz“ der AMJ.

Wie liberal ist die Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde?

Die sich als Reformbewegung des Islams verstehende Religionsgemeinschaft hält an den islamischen Rechtsquellen – Koran, Sunna und Hadith – fest, wobei zusätzlich die Schriften und Offenbarungen des Gründers der Gemeinschaft, Mirza Ghulam Ahmad, eine erhebliche Bedeutung haben.

Die Gemeinde sieht sich dem Islam zugehörig und wurde in den 1880er-Jahren gegründet. Vonseiten der meisten anderen Muslime wird die Ahmadiyya-Lehre dagegen als Häresie betrachtet und abgelehnt. In islamischen Ländern werden die religiöse Gemeinde und deren Aktivitäten entsprechend bekämpft, was zu Beschränkungen und Verfolgung in diesen Ländern führte. (Quelle)

Kritiker stufen die AMJ als eine „militante Bewegung“ ein, die innerhalb von 300 Jahren den Sieg ihres Islams über alle anderen Religionen anstrebe. Das Endziel sei es ein Kalifat einzurichten.

Durch die weltweite Ausbreitung besitzt die Ahmadiyya Muslim Jamaat nach eigenen Angaben über 200 Millionen Mitglieder und ist in 190 Ländern mit 14 000 Moscheen vertreten. Für Deutschland wurde 1989 das „100-Moscheen-Projekt“ ausgerufen.

1992 wurde in Groß-Gerau das Bait ul-Schakur gebaut. Es ist mit Platz für etwa 850 Gläubige und 600 m² Gebetsfläche die größte Moschee der Gemeinschaft in Deutschland. In Berlin wurde in Heinersdorf die Khadija-Moschee gebaut. Die Spenden wurden von den Ahmadifrauen aufgebracht.

Im Jahre 2002 kaufte die AMJ ein Industrieareal in Frankfurt-Bonames und richtete dort die neue Deutschland-Zentrale ein. Sie erhielt den Namen Bait us-Sabuh (Haus des sehr Reinen). Seit 1973 ist Haider Ali Zafar der Missionsleiter Deutschlands. Abdullah Uwe Wagishauser ist amtierender Emir.

Die Durchführung des „100-Moscheen Projekts“ wird in Teilen der Bevölkerung kritisch gesehen und führte in einigen Orten zur Gründung von Bürgerinitiativen, so in Schlüchtern und Heinersdorf. Die AMJ verfügt nach eigenen Angaben zurzeit in Deutschland über 30 Moscheen und 70 Gebetszentren.

Im April 2013 ist die Ahmadiyya Muslim Jamaat in Hessen als erste muslimische Gemeinde in Deutschland als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt worden und ist seither berechtigt, eigene Steuern zu erheben, islamische Friedhöfe zu betreiben und bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht an hessischen Grundschulen zu begleiten.

„Beim besten Willen kein Partner eines demokratischen Rechtsstaates“

„Wer Allah verlässt, ist ein Insekt und kein Mensch!“, so lautet eine zentrale Glaubensaussage der Ahmadiyya Muslim-Gemeinde.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Die Giordano Bruno Stiftung, die sich nach Eigendarstellung der Förderung des evolutionären Humanismus zum Ziel gesetzt hat, ist der Ansicht, dass „eine religiöse Gruppierung, die solche Überzeugungen noch immer offen propagiert, beim besten Willen kein Partner eines demokratischen Rechtsstaates sein kann“.

Die Stiftung kritisierte auch die rechtliche Gleichstellung der AMJ und verdeutlichte, dass es bei AMJ um die „Vorherrschaft des Islam“ ginge. Dies sei die Mission von Ahmadiyya, die sich auf der Vision ihres Führers gründe, der von der „Eroberung Europas für den Islam“ gesprochen habe.

„Metropolico“, zitierte die in 2010 verstorbene Erziehungswissenschaftlerin Dr. Hiltrud Schröter, die sich umfassend mit der AMJ beschäftigte und resümierte, dass die Gemeine eine Doppelstrategie anwende. Einerseits würde sich die Gemeinde anpassen und integrieren, andererseits strebe sie nach Machterweiterung der Führung.

Der Ahmadiyya-Islam ist eine Politreligion und eine Herrschafts- und Gehorsamsreligion, die mit „Legalitätstaktik“, Doppelstrategie und Finanzkraft eine islamische Ordnung im Sinne ihrer herrschenden Dynastie errichten will. Dazu gehört der schnelle Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit wie auch die weltweite Propaganda in den Medien, besonders in MTA, Muslim Television Ahmadiyya, dem eigenen Satellitenfernsehen weltweit. Deutschland ist die Basis für die Missionierung beziehungsweise Eroberung“, so Dr. Hiltrud Schröter.

„Ahmadiyya-Gemeinde ist ein Wolf im Schafspelz“

Die Gemeinde plant in Erfurt den Bau einer Moschee mit Minarett und Kuppel. Dagegen formierte sich eine Bürgerbewegung, die mit Unterstützung der AfD ein Bürgerbegehren eingeleitet hat.

„Die Ahmadiyya-Gemeinde ist ein Wolf im Schafspelz. Hinter ihren Lippenbekenntnissen zu einem friedlichen Islam steckt eine fundamentalistische Ideologie, die Frauen gegenüber Männern stark benachteiligt und in Fragen des täglichen Lebens die Regeln der Scharia über das Recht der Bundesrepublik Deutschland stellt. Wer Ehrenmorde und die Unterdrückung der freien Persönlichkeitsentfaltung insbesondere von jugendlichen Mitgliedern dieser Gemeinschaft als Einzelfälle bagatellisiert, hat nicht verstanden, wohin diese Blindheit vor den Gefahren des Islamismus führt“, sagte der AfD-Abgeordnete Stefan Möller damals.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens wollten die Einwohner Erfurts darüber abstimmen lassen, ob in Gewerbegebieten künftig zum Beispiel Kirchenbauten entstehen dürfen oder nicht. Die Stadt Erfurt hatte diesen Antrag Ende Juli abgelehnt. Zur Begründung hieß es damals, er sei nach der Thüringer Kommunalordnung unzulässig, da gesetzwidrige Ziele verfolgt würden. Der Antrag widerspreche dem Bauplanungsrecht.

Gegen das abgelehnte Bürgerbegehren legten die Initiatoren, der Parlamentarische Geschäftsführer Stefan Möller (AfD) und die AfD-Landtagsabgeordneten Corinna Herold, Anfang November Klage beim Verwaltungsgericht Weimar ein. Der Antrag auf ein neues Bürgerbegehren wurde bereits Mitte August gestellt.

AfD-Mann Möller kritisierte auch, dass angesichts der islamistischen Terrorgefahr in Deutschland, eine „islamistische Sekte“ wie die Ahmadiyya-Gemeinde in ihrem Expansionsplan von Vertretern der CDU, SPD, Grünen und Linken durch lapidare Verweise auf die Religionsfreiheit unterstützt werde.

Schlagworte