Islamexperte: „Diktatur der Minderheit darf nicht überhandnehmen“

Von 27. Februar 2017 Aktualisiert: 1. März 2017 1:33
Hanna Josua, evangelischer Pfarrer und Islamexperte, gibt deutschen Arbeitgebern Handlungsempfehlungen im Umgang mit Muslimen. So wüssten sie, wie sie bei Wünschen, wie Geschlechtertrennung, mit den muslimischen Mitarbeitern umgehen sollen.

Unternehmer sollten gegenüber muslimischen Mitarbeitern ihre Positionen deutlicher äußern. Dazu ermutigte Pfarrer Hanna Josua aus Backnang bei Stuttgart. Der aus dem Libanon stammende Islamexperte sprach auf dem Kongress christlicher Führungskräfte am letzten Wochenende in Nürnberg auf einem Seminar zum Umgang mit Muslimen im Berufsalltag. Dies berichtete die evangelische Nachrichtenagentur „idea.de“.

Wie Dr. Josua berichtet, führten Wünsche muslimischer Mitarbeiter im Berufsalltag oft zu Problemen, weil sie auch dort ihren Glauben leben wollten. Bei Wünschen, wie zum Beispiel Geschlechtertrennung bei der Arbeit, müssten die Arbeitgeber deutliche Worte finden und klare Vorgaben machen.

Muslime seien es gewohnt in Hierarchien zu arbeiten. Auch sei es für viele muslimische Männer schwierig, Frauen als Vorgesetzte zu akzeptieren. Zudem werde der Augenkontakt mit Frauen häufig vermieden. Dies sei für Muslime ein Zeichen des Respekts, erklärt Josua.

Diktatur der Minderheit darf nicht überhandnehmen

Eigene Positionen und kulturelle Traditionen dürften nicht aus falsch verstandener Rücksichtnahme aufgegeben werden. Als Beispiel führt Josua den Alkoholausschank bei Festen an. Darauf solle man nicht aus Rücksicht auf Muslime verzichten. „Es kann nicht sein, dass in einem freiheitlich-demokratischen Land die Diktatur der Minderheit überhandnimmt. Wir müssen uns auf Augenhöhe treffen“, so der Geistliche. Zudem ermutigte er dazu muslimischen Mitarbeitern Zeit einzuräumen, um die deutsche Kultur kennenlernen zu können.

Zur Diskriminierung christlicher Migranten in deutschen Gemeinschaftsunterkünften, wie sie von Medien berichtet wurde, sagte er, von einer systematischen Verfolgung könne keine Rede sein. Dies sei „purer Unsinn“.

Vielmehr brächten muslimischen Asylsuchende Verhaltensweisen aus ihren Heimatländern mit, wie Josua weiß. Jemand der dort ein „gebrochenes Verhältnis zu Christen hatte, wird das auch hier pflegen.“

Hier habe der deutsche Staat versagt. Die Migranten seien nicht über das Leben in Deutschland aufgeklärt worden. Noch deutlicher hätte ihnen vermittelt werden müssen, dass hier Religionsfreiheit und Gewissensfreiheit herrsche und dass sie ihre Konflikte hier nicht weiter austragen dürften.

Dr. Hanna Josua ist Pfarrer der Arabischen Evangelischen Gemeinde Stuttgart. Zudem vertritt er die Evangelische Allianz in der Konferenz für Islamfragen der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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