An zwei Grundschulen in Leverkusen beginnt der islamische Religionsunterricht.Foto: Oliver Berg/Archiv/dpa

Islamunterricht in Leverkusen gestartet

Von 18. Januar 2017 Aktualisiert: 18. Januar 2017 10:36
Zwei Leverkusener Grundschulen beginnen mit islamischem Religionsunterricht früher als geplant. In NRW wird der Unterricht auf Wunsch von Eltern an den Schulen eingerichtet, nicht aber von Verbänden. Die Lehrpläne kommen vom Schulministerium des Landes.

An zwei Grundschulen in Leverkusen beginnt der islamische Religionsunterricht früher als geplant. Das Fach sollte zum ersten Halbjahr angeboten werden. Die dafür zuständige Lehrerin stand früher zur Verfügung, so Schulrat Thomas Wieners. Dies berichtet die „Rheinische Post“.

Im ersten Schulhalbjahr beginnt der islamische Religionsunterricht in der Gemeinschaftsgrundschule Opladen. Zunächst wird mit einer Gruppe von 25 Schülern der 3. und 4. Klasse begonnen. Im zweiten Halbjahr kommt eine weitere Gruppe, bestehend aus Erst- und Zweitklässlern, an der Theodor-Fontane-Schule dazu, so Wieners.

Leverkusen hat 22 Prozent muslimische Grundschüler

Von den insgesamt 6.158 Grundschülern in Leverkusen sind laut Stadtverwaltung 1.377 muslimisch (22 Prozent),  2.111 katholisch (34 Prozent) und 1.075 evangelisch (17 Prozent). Die Nachfrage nach islamischem Religionsunterricht steigt, berichtet RP-Online. Laut Angaben des Schulministeriums wünschten sich 83 Prozent der muslimischen Bürger islamischen Religionsunterricht.

Der islamische Religionsunterricht werde auf Deutsch abgehalten und die Lehrpläne vom Schulministerium in Nordrhein-Westfalen erarbeitet. Inhaltlich werden“Gott” und “Alah” teilweise zusammen verwendet, um hervorzuheben, dass beide Namen im Kern gleich zu verstehen seien, heißt es im Lehrplan. Mehr als eine ethische Orientierung sensibilisiere der Unterricht für grundsätzliche religiöse Fragen und die Bedeutung von Religion im Leben der Menschen, schreibt die „Rheinische Post“.

Eltern entscheiden über Einrichtung des Unterrichts an der Schule

Über die Einrichtung des Unterrichts an einer Schule entscheiden Eltern, so Wieners. Dafür müsse ein Lehrer im Landesdienst mit der Lehrerlaubnis „Idjaza“ verfügbar sein und mindestens 12 Schüler am Unterricht teilnehmen. Grundsätzlich sei eine Ausweitung des Unterrichts möglich, nur fehle das Personal. Die Grundschullehrerin, die jetzt Islam unterrichte, habe sich fortgebildet, werde aber gleichzeitig als Klassenlehrerin gebraucht. Sie könne nur bedingt an anderen Schulen eingesetzt werden.

Im Herbst 2012 begannen die ersten 33 Grundschulen in Nordrhein-Westfalen mit dem islamischen Religionsunterricht.



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