„Jeder hasst die Antifa“: Tumulte bei Höcke-Auftritt auf der Buchmesse – Polizeieinsatz in Halle 3.1

Epoch Times15. Oktober 2017 Aktualisiert: 15. Oktober 2017 11:59
Auf der Frankfurter Buchmesse hat ein Auftritt von AfD-Politiker Björn Höcke zu tumultartigen Szenen geführt. Höcke war bei der Präsentation des Buches "Mit Linken leben" des Antaios-Verlags dabei.

Auf der Frankfurter Buchmesse hat ein Auftritt von AfD-Politiker Björn Höcke tumultartige Szenen ausgelöst. Höcke war bei der Präsentation des Buches „Mit Linken leben“ des Antaios-Verlags dabei.

Demonstranten protestierten mit Transparenten und riefen „Nazis raus“. Höckes Anhänger skandierten „Jeder hasst die Antifa“. Die Polizei musste schlichtend eingreifen. Später wurde eine weitere Lesung von zwei Autoren der „Identitären Bewegung“ wegen lautstarker Proteste abgebrochen.

Polizisten hatten alle Mühe, beide Seiten voneinander zu trennen. Die Messeplanung hatte den Antaios-Verlag in Halle 3.1 in der Nähe der Amadeu-Antonio-Stiftung platziert.

Der Auftritt rechtsgerichteter Verlage hat bereits vor der weltweiten Bücherschau für heftige Debatten gesorgt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Organisator der Messe – hat die Zulassung der Stände mit der Meinungsfreiheit begründet und zur aktiven Auseinandersetzung aufgerufen.

Zu einem gewalttätigen Angriff war es am Freitag am Stand der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ gekommen. Bei einer Lesung ging ein Zuhörer auf den Verleger des linken Trikont-Musikverlags zu und verletzte ihn mit der Faust an der Lippe, wie eine Messesprecherin bestätigte. Trikont-Chef Achim Bergmann hatte demnach zuvor im Vorbeigehen die Lesung mit einem Kommentar begleitet. Der Verleger ließ sich im Krankenhaus behandeln und erstattete Strafanzeige.

Antaios und andere der „Neuen Rechten“ nahestehende Verlage warfen dem Börsenverein vor, ihre Stände nicht genügend vor linken Aktivisten geschützt zu haben. Andere warfen den Organisatoren der Buchmesse wiederum vor, „Rechtsextremen“ zu viel Raum und Möglichkeiten zu geben. In der Nacht zum Freitag war der Gemeinschaftsstand von der Zeitschrift „Tumult“ und dem Verlag Manuscriptum von Unbekannten leergeräumt worden. (dpa)

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