Jedes fünfte Kita-Kind spricht zu Hause kaum Deutsch

Epoch Times5. September 2020 Aktualisiert: 5. September 2020 14:02

Bei jedem fünften Kita-Kind wird zu Hause kaum Deutsch gesprochen: Das geht aus einer Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben) berichten.

Demnach gab es unter den rund 3,2 Millionen Kindern in Kindertagesstätten zuletzt rund 675.000 Kinder, in deren Familien vorrangig nicht deutsch gesprochen wird ein Anteil von rund 21,4 Prozent. Im Vergleich zu den Jahren 2017 (18,7 Prozent) und 2018 (19,4 Prozent) ist der Anteil dieser Kinder damit im vergangenen Jahr weiter gestiegen.

Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Suding zeigte sich besorgt: „Sprache entscheidet, welche Chancen ein Kind im Leben hat“, sagte Suding den Funke-Zeitungen. Der gestiegene Anteil von Kindern aus Familien, in denen nicht deutsch gesprochen wird, verlange nach besserer Sprachförderung. Suding kritisierte in diesem Zusammenhang die Maßnahmen des Familienministeriums: „Das Bundesprogramm Sprach-Kitas ist ein wichtiger Baustein, doch die dafür zur Verfügung gestellten Gelder sind unzureichend.“

Die Mittel des Bundesprogramms müssten ab dem Jahr 2021 deutlich aufgestockt werden. Aktuell können Kitas mit besonderem Förderschwerpunkt aus dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ pro Jahr 25.000 Euro bekommen, berichten die Zeitungen. Wie das Ministerium in der Regierungsantwort erklärt, soll die Förderung auch im Jahr 2021 weiterhin 25.000 Euro betragen. Damit wäre die Förderhöhe seit 2016 unverändert. Bundesweit ist etwa jede zehnte Kita eine Sprach-Kita.

Im Jahr 2019 hatten laut dem statistischen Bundesamt 21,2 Millionen Menschen und somit 26,0 % der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 2,1 % (2018: 20,8 Millionen). Im Zeitvergleich seit 2011 ist dies der schwächste prozentuale Anstieg.

Eine Person hat nach der hier verwendeten Definition einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.

Im Jahr 2019 waren gut 52 % der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (11,1 Millionen Menschen) Deutsche und knapp 48 % Ausländerinnen beziehungsweise Ausländer (10,1 Millionen Menschen). Dabei ist die überwiegende Mehrheit der ausländischen Bevölkerung mit Migrationshintergrund selbst zugewandert (85 %), bei den Deutschen mit Migrationshintergrund waren es nur 46 %.

Etwas mehr als die Hälfte der 11,1 Millionen Deutschen mit Migrationshintergrund besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit seit Geburt (51 %). Sie haben einen Migrationshintergrund, weil mindestens ein Elternteil ausländisch, eingebürgert, deutsch durch Adoption oder (Spät-)Aussiedlerin oder Aussiedler ist.

Weitere 25 % sind eingebürgert, 23 % sind selbst als (Spät-)Aussiedlerin oder Aussiedler nach Deutschland gekommen und circa 1 % besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit durch Adoption. In den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden Hochrechnungsfaktoren vom Zensus 2011 genutzt. (dts/er)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN