Jugendliche fühlen sich von Parteien nicht vertreten – Viele würden Merkel wählen

Unter den Spitzenpolitikern ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Abstand die bekannteste - 94 Prozent kennen sie. Herausforderer Martin Schulz von der SPD kommt auf 66 Prozent.
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Schüler der "Praelat-Diehl" machen ein Selfie mit Kanzlerin Angela Merkel.Foto: BORIS ROESSLER/AFP/Getty Images
Epoch Times18. Juli 2017

Neun von zehn Jugendlichen halten nach einer Umfrage ihre Interessen in der Politik für nicht ausreichend vertreten. Nur neun Prozent der 14- bis 17-Jährigen antworteten auf die entsprechende Frage in einer Studie von YouGov und dem Magazin „Bravo“ positiv oder eher positiv.

Vier von fünf Jugendlichen finden es wichtig, wählen zu gehen, damit die eigenen Interessen vertreten werden. Gerade mal acht Prozent glauben demnach, dass Politiker sich um die Wünsche von Jugendlichen kümmerten. Jeder Vierte (24 Prozent) findet sich mit seinen Interessen und Einstellungen bei keiner Partei wieder. Am ehesten sehen die Jugendlichen in der am Dienstag veröffentlichten Studie sich von CDU/CSU (18 Prozent), SPD (12 Prozent) und Grünen (11 Prozent) vertreten.

Viele Jugendliche verstehen die Regeln des politischen Systems nicht

Zugleich gibt nur knapp die Hälfte (46 Prozent) der 14- bis 17-Jährigen an, die Regeln des politischen Systems seien für sie verständlich. Gerade mal jeder Vierte (24 Prozent) in dieser Altersgruppe hat ein klares Bild von der Arbeit der Bundesregierung. Dennoch sind zwei von fünf Jugendlichen (38 Prozent) zufrieden oder eher zufrieden mit der Politik der Bundesregierung.

Unter den Spitzenpolitikern ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Abstand die bekannteste – 94 Prozent kennen sie. Herausforderer Martin Schulz von der SPD kommt auf 66 Prozent. Die Umfrageteilnehmer halten die Kanzlerin zwar für traditionell, langweilig und „weit weg“, aber auch für kompetent, diszipliniert und sympathisch. 28 Prozent der Befragten spreche Merkel unter den Spitzenpolitikern am meisten an – auf Platz zwei liegt mit sechs Prozent Gregor Gysi von der Linkspartei.

Dürften sie Kanzler oder Kanzlerin direkt bestimmen, würden 35 Prozent der Jugendlichen sich für Merkel entscheiden. Schulz würden nur zehn Prozent direkt wählen, wenn sie könnten. Im Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen liegt Schulz in der K-Frage mit 30 Prozent auch bei den Erwachsenen weit hinter Merkel mit 59 Prozent.

Innere Sicherheit: Wichtigstes Thema für Jugendliche

Die innere Sicherheit ist für die Jugendlichen am wichtigsten. 91 Prozent finden sie „eher wichtig“ oder „wichtig“. Schule und Ausbildung liegt mit 87 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Zuwanderung und Flüchtlingen (83 Prozent) sowie Umwelt- und Naturschutz (82 Prozent).

Mit der Demokratie sind die meisten Jugendlichen (71 Prozent) zufrieden, nur vier Prozent halten der Umfrage zufolge eine andere Staatsform für besser. (dpa/so)



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