Justitia.Foto: Volker Hartmann/dpa

Justiz komplett überlastet: Vergewaltiger und Geiselnehmer freigelassen

Epoch Times31. März 2018 Aktualisiert: 31. März 2018 13:33
Wegen der starken Überlastung der Justiz wurde ein verurteilter Vergewaltiger und Geiselnehmer aus Hamburg aus der U-Haft entlassen.  

Die Hamburger Justiz hat einen verurteilten Vergewaltiger und Geiselnehmer aus der Untersuchungshaft entlassen, weil sie sein Verfahren nicht schnell genug abwickeln konnte.

Das Landgericht gab einer entsprechenden Haftbeschwerde des Mannes statt, berichtet das „Hamburger Abendblatt“.

Nach Informationen der Zeitung handelt es sich bei dem Straftäter um den Rocker Musa K.. Zur Tatzeit gehörte K. als „Road Captain“ zur Rockergruppe „United Tribunes“.

Dem Bericht zufolge wurde Musa K. am Mittwoch nach mehr als zwei Jahren U-Haft auf freien Fuß gesetzt.

Der Straftäter war am 28. Oktober 2017 wegen Geiselnahme in Tateinheit mit besonders schwerer Vergewaltigung sowie vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitzes zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Es wurde Revision eingelegt, deshalb war das Urteil nicht rechtskräftig.

Musa K. blieb in Untersuchungshaft, in der er seit Januar 2016 saß. Wegen starker Überlastung und Personalmangels schaffte es die zuständige Kammer nicht, die Urteilsbegründung und das Verhandlungsprotokoll in einer angemessenen Frist schriftlich vorzulegen. Damit war die Fortdauer der U-Haft nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nicht mehr verhältnismäßig.

Das Gericht sah bei dem Rocker auch keine Wiederholungsgefahr. Musa K. bleibe bis zur Entscheidung im Revisionsverfahren auf freiem Fuß und müsse anschließend seine Haftstrafe antreten. (dpa/so)



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